Ärgerliches Trio Diese drei Probleme bringen Belegschaft der Autobauer auf die Palme

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Überall in der Automobilindustrie Deutschlands nimmt der Unmut der Beschäftigten zu. Was aber verärgert die Leute? Hier wird aufgeklärt ...

Die Belegschaften der deutschen Autokonzerne gehen zunehmend auf die Barrikaden. Zwei dpa-Autoren sind mal den Ursachen auf den Grund gegangen. Dabei kristallisierten sich drei Hauptprobleme heraus, die für Ärger sorgen ...(Bild:  IG Metall)
Die Belegschaften der deutschen Autokonzerne gehen zunehmend auf die Barrikaden. Zwei dpa-Autoren sind mal den Ursachen auf den Grund gegangen. Dabei kristallisierten sich drei Hauptprobleme heraus, die für Ärger sorgen ...
(Bild: IG Metall)

Die Krise der Autoindustrie schlägt sich längst nicht mehr nur in den Bilanzen von Herstellern und Zulieferern nieder. Auch die Beschäftigten sehen sich zunehmend derselben ausgesetzt. Jüngst verschärfte bekanntlich Mercedes-Benz seinen Sparkurs. Jetzt droht bei Volkswagen die nächste Eskalation, denn es kommt zu größeren Protesten. Die IG Metall kündigte auch schon einen heißen Sommer an – und das vor der Tarifrunde im Herbst, die alles andere als leicht werden dürfte, wie die dpa-Autoren Julian Weber und Robin Wille befürchten. Denn drei Gründe schüren den Unmut an:

Das Ärgernis Nummer 1 heißt Stellenabbau

Die deutschen Autobauer kämpfen mit verschiedenen Problemen: Das Geschäft in China läuft nicht mehr, die US-Zölle knappsen an der Marge und die E-Mobilität läuft langsamer als erwartet hoch. Der Volkswagen-Konzern hat nun bereits den Abbau von 50.000 Stellen in Deutschland bis 2030 angekündigt. Rund 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke wegfallen. Der Rest betrifft Töchter, wie Audi und Porsche. Über 37.000 Beschäftigte haben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben. Ob das aber reicht? Denn einem Bericht des Manager Magazins zufolge, plant VW-Konzernchef Oliver Blume eine drastische Verschärfung, die bis zu 100.000 Stellen weltweit kosten könnte. Vier deutsche Werken – Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm – droht sogar die Schließung. Auch andere Autokonzerne sparen in der aktuellen Lage beim Personal. Mercedes-Benz etwa, hat dafür schon ein Abfindungsprogramm aufgelegt.

Das Ärgernis Nummer 2 heißt unbezahlte Mehrarbeit

Mitten in der Krise hat die Mercedes-Benz-Führung eine alte Grundsatzdebatte neu entfacht. Chefaufseher Martin Brudermüller regte nämlich in einem Interview mit dem Handelsblatt die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche an – für dasselbe Gehalt! Bald danach schrieb der Vorstand an die Beschäftigten, dass die Arbeitsstunde günstiger werden muss. Lieber sollte in allen Bereichen für das gleiche Geld mehr arbeiten, hieß es. In der deutschen Autoindustrie ist bei den tarifgebundenen Unternehmen derzeit die 35-Stunden-Woche Standard. Gesetzlich verpflichtend ist sie aber nicht. Die IG Metall rief sofort zum Protest auf, der am 3. Juli stattfand.

Das Ärgernis Nummer 3 heißt zu wenig Geld im Monat

Die Sparmaßnahmen der Autokonzerne schlagen immer öfter auch auf die Vergütungen durch. Bei Mercedes-Benz wurde dazu nun eine tarifliche Sonderzahlung verschoben. Die traditionell üppigen Mitarbeiterboni bei den deutschen Autobauern fielen zuletzt ebenfalls deutlich niedriger aus, oder kamen – wie zum Beispiel bei Porsche – gleich komplett unter die Räder. Und beim Zulieferer Mahle verzichteten erst in der vergangenen Woche knapp 4.000 Beschäftigte unter anderem auf Tariferhöhung und Weihnachtsgeld. Im Tausch erhalten sie immerhin einen Sonderkündigungsschutz bis Ende 2029.

(ID:50892483)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung