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Teilereinigung

Bewegung in der Reinigung – Mafac wird 50

| Autor: Stéphane Itasse

Nicht nur in Politik und Gesellschaft brachte das Jahr 1968 vieles in Bewegung. Auch in der Teilereinigung sollte mehr in Bewegung geraten als zuvor üblich – wenngleich es erst viele Jahre später sichtbar wurde.

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Patentiert ist bei allen Mafac-Anlagen die gegenläufige Bewegung von Korbaufnahme und Spritzsystem.
Patentiert ist bei allen Mafac-Anlagen die gegenläufige Bewegung von Korbaufnahme und Spritzsystem.
(Bild: Itasse)

Die Geschichte von Mafac begann mit der Herstellung von Bandschleifmaschinen, worin sich schon früh der Weg zur industriellen Teilereinigung anbahnte. Der Gründer Ernst Schwarz erkannte, wie sehr der Schleifstaub die Weiterbearbeitung der Werkstücke stören kann. Daraus reifte in ihm die Idee, eine eigene Reinigungsmaschine zu entwickeln, wie das Unternehmen berichtet.

Einstieg in die Teilereinigung schon im Jahr 1974

Im Jahr 1974 präsentierte Mafac seine erste manuelle und teilautomatisierte Reinigungsmaschine im Pinsel- sowie im Tauchverfahren mit Kaltreinigungsprodukten. Aufgrund des zunehmenden Bedarfs an industrieller Teilereinigung verstärkte das Unternehmen darin sein Engagement und kam zu der Erkenntnis, dass ein wassergeführtes Verfahren kombiniert mit mechanischer Bewegung sehr gute Reinigungsergebnisse erzielen kann. Mit Eintritt der Söhne Joachim (1983) und Rainer (1988) in die Firma wurden die Grundsteine für die wässrigen Reinigungsmaschinen mit Bewegung gelegt.

Im Jahr 1985 realisierte Mafac mit der Markteinführung der ersten modularen Baureihe von Reinigungs- und Trocknungsmaschinen im wässrigen Verfahren das erste permanent oszillierende Düsenreinigungs- und Trocknungssystem zur Bauteilreinigung. Durch Spezialisierung auf die wässrige Teilereinigung konnte 1992 die erste Patentanmeldung zur Teilereinigung mit Rotationsverfahren realisiert werden. Damit war das Mafac-Verfahren der gegen- beziehungsweise gleichläufigen Rotation von Spritz- und Korbaufnahmesystem geboren.

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Aufmerksamkeit erregte Mafac mit der SF 60.40, der weltweit ersten Kompaktmaschine mit integriertem Spritz-Flut-Reinigungssystem. Das Maschinenangebot wurde unter der Geschäftsführung der beiden Gründersöhne Joachim und Rainer Schwarz ab 1993 ausgebaut. Es folgten Maschinen mit Spritzreinigung und Spritz-Flut-Reinigung, mit 1-, 2- oder 3-Bad-Technik, patentierter Düsentrocknung oder ebenfalls patentierten Verfahren zur Ultraschallreinigung sowie auch zur Strömungstrocknung. Optionen und Zubehör zur Optimierung der Prozesse sind parallel dazu entwickelt worden.

Neue Teilereinigungsmaschine Mafac Pura zum Jubiläumsjahr

Seit seiner Gründung ist Mafac kontinuierlich organisch gewachsen und heute weltweit aktiv. Inzwischen produzieren knapp 90 Mitarbeiter ein breites Spektrum an kompakten Teilereinigungsmaschinen. Das Produktprogramm umfasst fünf Basismodelle, die modular aufgebaut sind (Plattformkonstruktionen). Markenzeichen der Mafac-Maschinen sind laut Hersteller Produktqualität, leichte Bedienbarkeit sowie die zahlreichen Optionen, mit denen sie an die Kundenbedürfnisse angepasst werden können. Im Jubiläumsjahr wird das Sortiment um ein Einstiegsmodell für kleine Korbgrößen ergänzt. Die Präsentation der neuen Mafac Pura wird auf der Messe Parts2clean 2018 in Stuttgart stattfinden.

Der ständige Anspruch auf Verbesserungen zieht sich wie ein roter Faden durch die Firmengeschichte. Dazu sagt Geschäftsführer Joachim Schwarz: „Unser Ziel ist es, für die vielseitigen und steigenden Anforderungen an die Teilereinigung wirtschaftliche und zukunftssichere Maschinen anzubieten.“ Grundlage hierfür ist die Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit Universitäten. Weitere Eckpunkte des Erfolgs sind die Auswahl der Materialien, die Produktion im eigenen Werk mit hoher Fertigungstiefe, das eigene Prüflabor der Anwendungstechnik im Technikum und die Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern.

Mafac-Strategie auf langfristiges Bestehen ausgerichtet

Seit jeher ist Mafac in seiner Firmenstrategie auf langfristiges Denken und Handeln ausgerichtet, wie es heißt. Daher führte das Unternehmen jüngst eine zukunftssichernde Nachfolgeregelung ein und erweiterte im ersten Schritt die Unternehmensleitung um eine zweite Führungsebene: Seit Anfang 2017 zeichnet ein achtköpfiges Team erfahrener Mitarbeiter für die Bereiche kaufmännische Leitung, Produktion, Entwicklung und Konstruktion, Produktmanagement, Marketing und Vertrieb sowie Customer Support verantwortlich. Der zweite Schritt des Stufenplans erfolgt Anfang 2019 mit einem Wechsel in der Geschäftsführung: Joachim Schwarz wird die technische Geschäftsführung an Stefan Schaal abgeben. Der 37-jährige Maschinenbauingenieur ist seit 2008 in der Maschinenentwicklung des Unternehmens tätig und wurde 2010 zum Entwicklungsleiter ernannt. Seit 2017 verantwortet er als Mitglied der Geschäftsleitung das Gebiet Entwicklung und Konstruktion und ist dank seiner zehnjährigen Tätigkeit an der Seite von Joachim Schwarz mit den Geschicken seines neuen Aufgabenbereichs vertraut. Joachim Schwarz bleibt dem Unternehmen ab 2019 als Gesellschafter erhalten, er widmet sich künftig schwerpunktmäßig der Unternehmensentwicklung, Vorausentwicklung/Innovation und Umwelt.

Für Mafac ist diese organisatorische Änderung ein strategisch wichtiger Schritt in Richtung Wachstum und Nachhaltigkeit, durch den Rainer Schwarz die Innovationskraft und Reaktionsfähigkeit des Unternehmens für die Zukunft gesichert sieht. In diesem Zusammenhang stehen auch der Ausbau des Mafac-Campus mit neuem Anwendungstechnikum, das verfahrens- und energieeffiziente Kundenzentrum sowie die Erweiterung der Produktion.

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