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Blechnet trifft ... Blech in seiner schönsten Form- und Farbenpracht

Autor / Redakteur: Kirsten haubert / Kirsten Nähle

Betritt man den Garten von Peter Luban in Rößnitz bei Plauen (Vogtland), fällt einem nicht nur die natürliche Pflanzenpracht ins Auge. Meterhohe Metallblumen mit Blüten aus Stahl- und Kupferemaille zieren das Anwesen des Künstlers. Schon seit seiner Ausbildung zum Schlosser beschäftigt sich der 59–Jährige mit der Bearbeitung von Metallen.

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Nicht schwarz gegen weiß: In diesem Schachspiel stehen sich Figuren aus Bronze und Aluminium gegenüber.
Nicht schwarz gegen weiß: In diesem Schachspiel stehen sich Figuren aus Bronze und Aluminium gegenüber.
( Archiv: Vogel Business Media )

Spätestens seit seinem Studium an der Hochschule für Kunst & Design in Halle, das er vor 25 Jahren abschloss, reizen ihn allerdings mehr die kreativen Gestaltungsmöglichkeiten von Blech. Besondere Expertise hat sich Luban in der Farbemaillierung von Stahl und Kupfer erworben. Emaille ist ein Verbundwerkstoff von Metall und Glas, der die Festigkeit und Elastizität des einen mit der Härte und der chemischen Widerstandsfähigkeit des anderen kombiniert und somit nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zur Verwirklichung von Form- und Farbgebungswünschen bietet.

In Lubans Atelier im ehemaligen Schulgebäude des Ortes füllen die teuren Emaillefarben eine ganze Regalwand. Für seine Emaillebilder und -schilder fertigt der Rößnitzer in mühsamer Handarbeit die Schablonen und trägt die Farben dann entweder manuell aufs Blech auf oder spritzt sie mithilfe einer Werkstoffpistole.

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Mehrmals im Jahr fährt der Rößnitzer ins Emaillierwerk von Beutha im Erzgebirge, wo der Verbundwerkstoff dann in Emaillieröfen auf die Metalloberflächen aufgebrannt wird. Jede Emaillefarbe des Kunstwerks wird dabei einzeln gebrannt, damit sich die Farben durch das Schmelzen nicht vermischen.

Lubans Emaillebilder sind nicht nur in Galerien gefragt. Auch in Firmen sorgt der Künstler für die Verzierung ganzer Wände. So hat er beispielweise für eine der Eingangshallen der Manroland AG in Plauen ein Emaillebild von elf Metern Länge und drei Metern Höhe gefertigt.

Farbe und Gestaltung richtet Luban individuell nach seinen Kunden und deren Leistungen aus. So hat er sich im Falle Manroland von den Unternehmensfarben Blau, Grau und dem Papyruston inspirieren lassen. Die Produktwelt des Druckmaschinenherstellers wird durch die typografischen Elemente im Bild widergespiegelt.

Inspirieren lässt sich der Rößnitzer aber auch gerne durch Literatur oder Musik. Seine Bronzeplastiken, die beispielsweise Gemeindebrunnen zieren, erzählen ganze Geschichten. Zurzeit arbeitet Luban unter anderem an der Gestaltung neuer Kirchenglocken aus Bronze für die Stadt Passau sowie an seinem Jubiläumskatalog, den er im nächsten Jahr veröffentlichen wird.

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