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Die Vorteile des kryogenen Kühlkonzepts lassen sich also wie folgt zusammenfassen:
- Längere Standzeiten durch geringeren Werkzeugverschleiß;
- höhere Produktivität durch Steigerung der Schnittparameter;
- höhere Bauteilqualität durch bessere Oberflächenqualität und geringere Randzonenbeeinflussung;
- Entfall der Aufbereitung, Wartung und Entsorgung von Kühlschmierstoffen sowie der Bauteilreinigung, denn die Späne sind zu 100 % recyclingfähig.
Die richtige Kühlstrategie für den jeweiligen Werkstoff auswählen
„Wir unterstützen unsere Kunden auch bei der Prozessauslegung“, betont Schaarschmidt. „Dabei müssen wir klarmachen, dass CO2 kein Allheilmittel ist. Es wird auch zukünftig Emulsion, MMS und Trockenbearbeitung geben. Die Herausforderung liegt darin herauszufinden, für welches Material und für welche Bearbeitungsart welche Kühlstrategie die richtige ist. Das angestrebte Ziel beschreibt er so: „Es gibt ein System aus Werkzeug und Maschine, das verschiedene Kühl- und Schmiertechnologien beherrscht. Denn unsere Technologie basiert auf bewährten Standardwerkzeugen, die mit Cryotec-Option ausgestattet werden. Der Kunde kann unsere bekannten Werkzeugtypen verwenden und bei Bedarf die Kühlung zuschalten.“
Der Unterschied wird dann noch im Schneidstoff liegen: Beim Fräsen heizen sich die Werkzeugzähne durch das kontinuierliche Ein- und Wiederaustreten auf und kühlen sich dann wieder ab. Dieser Effekt wird durch die kryogene CO2-Kühlung verstärkt: Aufgrund der hohen Temperaturwechselwirkung dehnen sich das Hartmetallsubstrat und die Beschichtung unterschiedlich aus. Das führt zu Kammrissen in der Schicht und letztlich zum Versagen des Schneidstoffes.
Die bisherige Entwicklung zeigt: Man muss umdenken. In den vergangen Jahren wurden die Schneidstoffe für Trockenbearbeitung optimiert. Jetzt geht man wieder in die andere Richtung. Deshalb kann es sich als fruchtbar erweisen, die Konzepte älterer Schneidstoffe wieder aufzugreifen. Erste Anlagen bei Endkunden wurden bereits installiert, und es werden in Zukunft noch mehr werden. MM
* Dr. Oliver Grasmück ist Redakteur bei der Agentur Storymaker GmbH in 72072 Tübingen
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