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Datenaustausch von Klebesystem und Roboter sorgt für bahngenauen Auftrag

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Die wichtigsten Applikationen im Automobilrohbau erstrecken sich auf konstruktive Verklebungen, gefolgt vom Bördelrand- und Stützkleben. Mithilfe des konstruktiven Klebens werden zwei Bleche miteinander verbunden, vor allem um Kontaktkorrosion zu vermeiden und die Crashfestigkeit der Komponenten zu erhöhen. Der Klebstoff wird per Roboter vor dem Verschweißen der Bauteile aufgetragen und härtet dann im Lackofen aus. Verwendet werden dafür Epoxi- oder Heißepoxi-Klebstoffe, die zwischen den Blechen eine Struktur erzeugen sollen, weshalb man auch vom strukturellen Kleben spricht.

Klebstoff darf beim Bördeln nicht aus dem Blech herausgedrückt werden

An den Türen, der Motorhaube und der Heckklappe sind die Bördelrand- und Stützverklebungen zu finden sowie flächige Dämmungen (speziell in den Türen). Beim Bördelrandkleben werden Außen- und Innenblech der Tür verbördelt, also ineinander geschachtelt. Dazu wird das Blech so gebogen, dass eine etwa 10 mm breite Kante mit Rand entsteht, in die das Innenblech eingelegt wird. „Der Klebstoff muss dabei so fein verteilt werden, dass er beim Bördelprozess nicht aus dem Blech herausgedrückt wird und trotzdem den Bördelflansch vollständig ausfüllt“, betont der Geschäftsbereichsleiter.

Dafür eignet sich insbesondere das sogenannte Wirbelsprüh- oder Swirl-Verfahren: Der Klebstoff wird flach und breit aufgetragen und in einer Kreiselbewegung gut verteilt, was die Schachtelung der beiden Bauteile erleichtert. „Die Kleberaupe kann sich dadurch beim Einlegen des einen Bleches nicht in die Bördelung des anderen verschieben und bietet eine große Adhäsionsfläche“, erläutert Leonhardt. Dies sei angesichts der üblichen Beölung der Bleche von Vorteil.

In den Lackierstraßen werden solche Bördel- und Schnittkanten sowie andere Nähte nach dem gleichen Dosierprinzip wie beim Kleben abgedichtet, nur dass das Material ein anderes ist und eine passende Düse gewählt werden muss. „Weil sich diese Korrosionsschutzapplikationen beim Öffnen der Autotür im Sichtbereich des Kunden befinden, nennt man diese Anwendungen auch Cosmetic Sealing“, sagt der SCA-Manager. Gleiches gilt zum Beispiel für die Blechübergänge vom Dach zur Seitenwand oder vom Kofferraum zur Seitenwand. Neben diesen sogenannten Feinnahtabdichtungen gibt es noch Grobnahtabdichtungen für Stellen am Boden oder der Stirnwand, damit keine Feuchtigkeit ins Fahrzeuginnere eindringen kann oder Schnittkanten korrodieren.

Stützkleben wird an der Motorhaube eingesetzt

Das Stützkleben wiederum wird unter anderem an der Motorhaube eingesetzt, um das Gerippe der Haubeninnenseite mit der Außenhaube zu verbinden. „Es soll ja nicht klappern“, weiß Leonhardt. „Die beiden Teile müssen bei Temperatureinwirkung noch gegeneinander arbeiten können, sollen aber nicht reißen. Mit dem Stützkleben wird genau dies erreicht, und zudem werden die Geräusche deutlich reduziert.“ Das Verfahren werde auch beim Dach oder am Tankdeckel eingesetzt – überall, wo eine flexible Verbindung im Außenhautbereich benötigt wird.

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