Arcelor Mittal

Demoanlage für die Wasserstoff-Stahlproduktion

| Redakteur: Frauke Finus

Arcelor Mittal gab Mitte September bekannt, dass es den Technologieanbieter Midrex Technologies damit beauftragt hat, am Standort Hamburg eine Demonstrationsanlage zur Herstellung von Stahl mit Wasserstoff zu errichten.

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Die bestehende Midrex-Anlage am Hamburger Produktionsstandort ist diejenige mit dem geringsten CO2-Ausstoß für die Qualitätsstahlproduktion in Europa. Jährlich werden 980.000 t Eisenerzpellets zu Eisenschwamm verarbeitet, der zu 95 % aus reinem Eisen besteht.
Die bestehende Midrex-Anlage am Hamburger Produktionsstandort ist diejenige mit dem geringsten CO2-Ausstoß für die Qualitätsstahlproduktion in Europa. Jährlich werden 980.000 t Eisenerzpellets zu Eisenschwamm verarbeitet, der zu 95 % aus reinem Eisen besteht.
(Bild: Arcelor Mittal)

Beide Unternehmen haben nun eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet, um bei mehreren Projekten zusammenzuarbeiten, die von Forschung und Entwicklung bis zur Implementierung neuer Technologien reichen. Diese Rahmenvereinbarung wird durch eine Reihe von Abkommen zur Entwicklung unterschiedlicher Projekte ausgefüllt, in die die Fachkenntnisse von Midrex und Arcelor Mittal einfließen, wie es in einer Mitteilung heißt. Das erste Abkommen soll dazu dienen, in Hamburg die großtechnische Herstellung und Verwendung von direktreduziertem Eisen (Direct Reduced Iron, kurz DRI) zu demonstrieren. Dabei soll das DRI mit 100 % Wasserstoff als Reduktionsmittel hergestellt werden.

Die Demonstrationsanlage wird in den kommenden Jahren rund 100.000 t direkt reduziertes Eisen pro Jahr produzieren – zunächst mit grauem Wasserstoff aus Erdgas, wie es weiter heißt. Die Umstellung auf grünen Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen erfolgt nach ausreichender Verfügbarkeit und zu wirtschaftlichen Kosten. Die Energie für die Wasserstofferzeugung könnte aus den Windparks vor der Küste Norddeutschlands stammen. Die Anlage wird die weltweit erste Direktreduktionsanlage im industriellen Maßstab sein, die mit Wasserstoff betrieben wird.

Im Jahr 2050 klimaneutral

„Wir arbeiten mit Midrex Technologies als einem der weltweit führenden Anbieter zusammen, weil wir Kenntnisse darüber aufbauen wollen, wie man reines Eisen für die Stahlherstellung in großem Maßstab nur mit Wasserstoff produziert. Dieses Projekt in Kombination mit unseren laufenden Projekten zur Verwendung von nicht-fossilem Kohlenstoff und zur Kohlenstoffabscheidung ist entscheidend, um in Europa im Jahr 2050 klimaneutral zu sein. Großtechnische Tests sind entscheidend, um unsere Ziele unter Beweis zu stellen. Es wird allerdings von den politischen Rahmenbedingungen abhängen, wie schnell die Transformation stattfinden kann“, kommentiert Carl de Maré, Vizepräsident bei Arcelor Mittal und verantwortlich für die Technologiestrategie.

Arcelor Mittal Hamburg produziert bereits Stahl auf Basis der DRI-Technologie. Während des Prozesses werden Eisenoxid-Pellets zu metallischem Eisen, dem Rohstoff für hochwertigen Stahl, reduziert, indem Sauerstoff mit Erdgas entzogen wird.

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