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Werfen wir einen Blick auf Europa. Herr Gehrels, in der Europazentrale gab es die Zusammenführung schon vorher. Wie ist der Stand bei den europäischen Fanuc-Niederlassungen?
Gehrels: Die Luxemburger Muttergesellschaft wurde bereits am 1. April 2012 gemergt. Deutschland war dann die erste Niederlassung, die offiziell zusammengelegt worden ist. Bis zum Ende unseres Geschäftsjahres am 31. März hatten wir alle Niederlassungen verschmolzen. Aber wir blicken nach vorne und gründen mit Fanuc Österreich bereits die 16. Niederlassung in Europa. Wir haben damit einheitliche Strukturen und Prozesse sowie einen jeweiligen Landesschef, der die gesamte Organisation betreut.
Welche Aufgaben übernimmt dann die Zentrale in Luxemburg?
Gehrels: Dort haben wir nach wie vor als größten Anteil die Materialwirtschaft, das ganze Thema Supply Chain. Die gesamte Logistik wird über Luxemburg gesteuert. Das machen wir ganz bewusst, weil Luxemburg auch geografisch ein interessanter Standort ist. Wir haben dort 150 Mitarbeiter, das sind nur gut 15 % von den derzeit 930 Mitarbeitern in Europa. Das zeigt auch, dass uns die lokale Sprache wichtig ist. Der Vertrieb gehört in das Land der Kunden. Luxemburg, also Fanuc Europe, übernimmt zentrale Stabsfunktionen und unterstützt die jeweiligen Niederlassungen.
Wie hat sich der Zusammenschluss personell ausgewirkt?
Gehrels: Normalerweise bauen Unternehmen Personal ab, wenn sie drei Geschäftsbereiche zusammenlegen – wir haben 130 Leute in Europa eingestellt und davon rund 40 im Vertrieb.
Kramm: Alleine in Deutschland haben wir zwölf neue Vertriebsmitarbeiter. Dieser Ressourcenaufbau ist Teil unserer Wachstumsstrategie. Denn wir haben sehr genaue Vorstellungen davon, wo wir 2016 stehen wollen.
Wie wirkt sich denn jetzt die neue Struktur von Fanuc beim Kunden aus?
Kramm: Bei den ganz großen Kunden aus der Automobilindustrie sehen wir beispielsweise, dass wir dort entweder nur mit Robotern drin waren und jetzt auch die ersten Maschinen und Steuerungen verkaufen oder dass wir als erstes mit Maschinen vertreten waren und nun anfangen, über Roboter zu diskutieren. Wir sind also mit einem Fanuc-Produkt gestartet. Jetzt spricht man mit uns über das gesamte Sortiment. Das war bislang nicht möglich, weil wir getrennt operierten. Diese Synergie sehen wir bei vielen OEM und aus diesen Effekten werden wir auch unser größtes Wachstum in den nächsten Jahren generieren.
Und wie ist die Resonanz von Kundenseite?
Kramm: Es ist ausdrücklicher Wunsch unserer Kunden, dass sie nur noch einen Ansprechpartner haben wollen. Und entsprechend haben wir umstrukturiert. Das kommt gut an bei den Kunden, die jetzt ganze Pakete verhandeln können.
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