Thyssenkrupp Nirosta Edelstahlwerk Dillenburg startete vor 50 Jahren seine Produktion

Redakteur: Stéphane Itasse

Der Edelstahlproduzent Thyssenkrupp Nirosta kann auf eine 50-jährige Tradition in Dillenburg zurückblicken. Im Jahr 1959 nahm das Werk - damals noch unter der Firmierung der in Siegen angesiedelten „Stahlwerke Südwestfalen AG“ - seinen Betrieb auf. Gerhard Beermann, der damalige Bürgermeister der Stadt Dillenburg, hatte den Werksbau aus zwei Gründen wesentlich unterstützt, wie Thyssenkrupp mitteilt.

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Der erste Grund war die zu erwartende „bedeutende Steigerung“ des Gewerbesteueraufkommens, der zweite die Schaffung von attraktiven Arbeitsplätzen. 120 Arbeiter nahmen damals in Dillenburg ihren Dienst auf. Aber auch über die Stadtgrenze hinaus fand die Inbetriebnahme des Edelstahlwerks große Beachtung, heißt es: Zur offiziellen Feierstunde reiste das gesamte hessische Kabinett unter der Führung des damaligen Ministerpräsidenten Dr. Georg August Zinn an und die Tageszeitungen titelten: „Ein großer Tag in Dillenburgs Geschichte“.

Thyssenkrupp-Werk Dillenburg mit Jahreskapazität von 285000 t Kaltband

Im Jahr 1975 stieg Krupp mit einer Mehrheitsbeteiligung in die Stahlwerke Südwestfalen AG ein, wie das Unternehmen berichtet. 2002 schließlich wurde die Thyssenkrupp Nirosta GmbH gegründet, zu der sich der Standort Dillenburg bis heute zählt. „Das Dillenburger Werk der Thyssenkrupp Nirosta ist bis heute mit seiner Jahreskapazität von rund 285000 t Kaltband, 760 Mitarbeitern sowie 56 Auszubildenden im Geschäftsjahr 2007/08 ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Lahn-Dill-Kreis“, sagt Dr. Jörg Beindorf, Vorstandsvorsitzender der Thyssenkrupp Nirosta.

Innerhalb der vergangenen Jahre wurden umfangreiche Investitionen im hessischen Werk vorgenommen, wie Thyssenkrupp erläutert: 1999 ging die neue Blankglühlinie in Betrieb. Der Grundstein für die neue Lager- und Versandhalle wurde im Jahr 2004 gelegt. Vor drei Jahren wurde eine Säure-Regenerationsanlage zur Reduzierung von Abwassern installiert.

Heute wird am Standort Dillenburg hauptsächlich dünner austenitischer Edelstahl hergestellt. Das Kaltwalzwerk Dillenburg verarbeitet dabei Rohcoils, die in den Stahlwerken Krefeld und Bochum produziert werden.

Dünne Stahlbänder mit fast vollkommen ebener Oberfläche als Spezialität

Eine Stärke der Dillenburger sind dünne, nahezu vollkommen ebene Bänder mit gleichmäßiger Oberfläche, heißt es weiter. Möglich werde die Herstellung dieser Werkstoffqualität durch eine spezielle Streckbiegerichtanlage.

Auf Wunsch fertige die Thyssenkrupp Nirosta in Dillenburg zudem Bänder und Bleche mit speziellen Oberflächen-Musterungen. Ihr Design würden die Edelstahlbänder durch einen zusätzlichen Kaltwalzdurchgang nach dem Blankglühen erhalten, bei dem die obere Arbeitswalze des Kaltwalzgerüstes durch eine Musterwalze ersetzt wird.

Streckgerichtetes Kaltband aus Dillenburg eignet sich laut Hersteller für Fassaden oder andere großflächige Abdeckungen und Verkleidungen in der Innen- und Außenarchitektur. So würden in Dillenburg gewalzte Edelstahl-Bleche international beachtete Architekturobjekte zieren, wie das neue Porschemuseum in Stuttgart(Blechnet berichtete), das Edificio Fórum in Barcelona sowie den noch im Bau befindlichen Burj Tower in Dubai, das höchste Gebäude der Welt. Doch auch für die Verkleidung des Pförtnerhauses in Dillenburg kam nämlich das gleiche Material zum Einsatz wie am Prestigeobjekt in Dubai, so das Unternehmen.

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