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Wafios

Einkopfrohrbiegemaschinen für 2- und 3-dimensionale Biegeteile

| Redakteur: Frauke Finus

Wafios ist spezialisiert auf CNC-Rohrbiegezentren zur Herstellung von zwei- und dreidimensionalen Biegeteilen aus Rohr- oder Vollmaterial. Da Unternehmen zeigt auf der Blechexpo die Einkopfrohrbiegemaschine BMZ 12.

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Hier zu sehen sind Greifzange und Biegekopf der BMZ.
Hier zu sehen sind Greifzange und Biegekopf der BMZ.
( Bild: Wafios )

Seit über 120 Jahren steht der Name Wafios für Qualität. Der Spezialmaschinenbauer aus Reutlingen entwickelt, konstruiert und fertigt anspruchsvolle Maschinen für die draht- und rohrverarbeitende Industrie. Mit der BMZ-Baureihe hat das Unternehmen CNC-Rohrbiegezentren zur Herstellung von zwei- und dreidimensionalen Biegeteilen aus Rohr- oder Vollmaterial entwickelt. Mit den Modellen BMZ 8 und 12 wird die seit Jahren am Markt etablierte BMZ 42 nun sukzessive ersetzt.

Unterschiedliche Biegetechniken anwenden

Hohe Biegegeschwindigkeiten dank bewährter aus der Drahtverarbeitung übertragenen Technik führen zu Leistungssteigerungen, wie der Hersteller mitteilt. Das kombinierte Rotationszug-, Abroll- und Freiformbiegen erlaube die Anordnung bis drei Biegeebenen und die Kombination von Bearbeitungstechniken. Dieser Vorteil unterschiedliche Biegetechniken anzuwenden, wirke sich, auch im Hinblick auf Rohr-Schlauch-Rohr-Kombinationen mit kurzen Längen zwischen den Biegebearbeitungen, aus. Es können kürzeste Abstände zwischen Bogen- und Anbauteil realisiert werden, wie es heißt.

Das vollelektronische Maschinenkonzept bei dem alle relevanten Achsen CNC-gesteuert und, auch nach einem umfangreichen Werkzeugwechsel, wiederholbar einrichtbar sind, sorgt nach Unternehmensangaben für Einsparungen beim Umrüsten und für eine hohe Wiederholgenauigkeit. Optional ist die BMZ modular durch eine automatisierte Be- und Entladefunktion erweiterbar.

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Der neu konstruierte multifunktionale Biegekopf mit maximal drei Ebenen für verschiedene Biegeradien und Rohrdurchmesser erlaubt das Mitbiegen von Schutzummantelungen am Rohr. Bereits im Grundumfang enthalten ist das Rechts- und Linksbiegen in einer Aufspannung, es erlaubt die Herstellung auch komplizierter 2- und 3-dimensionaler Werkstücke in einem Durchlauf, wie der Hersteller mitteilt Es können sowohl Roll-, Zieh- und Freiformbiegewerkzeuge eingesetzt werden, dank standardisierter Werkzeugaufnahmen werden die Rüstzeiten reduziert. Bereits vorhandene Werkzeugsätze der Vorgängermaschine BMZ 42 sind weiterhin verwendbar, heißt es weiter. Optional ist der dezentrale Einsatz der Programmier- und Steuerungssoftware an einer beliebigen Workstation möglich. Dies ist insbesondere zur Durchführung von Simulationsprozessen, zum Beispiel bei Machbarkeitsstudien, zur Arbeitsvorbereitung oder zu Kalkulationszwecken, vorteilhaft, wie das Unternhemen mitteilt.

Es stehen verschiedene Magazine für die Beladung zur Auswahl. Dazu zählen insbesondere auch Schrägmagazine für die Vereinzelung von konfektionierten Leitungen mit Verschraubungen, Aufweitungen oder Flanschen.

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Rohre und Profile besser umformen

Für Leichtbauanwendungen sind Rohre und Profile gefragt. Um sie in die richtige Form zu bringen, müssen Ingenieure neue Verfahren ausloten und die bisherigen Grenzen verschieben. Im Frühjahr hat Dr. Uwe-Peter Weigmann, Vorstand Technik & Entwicklung bei der Wafios AG und Sprecher des Vorstands auf der Konferenz Biegen in Siegen gleich zwei Entwicklungen vorgestellt.

Zum einen das Rotationszugbiegen ohne Sonderwerkzeuge, zum anderen eine Geschwindigkeitssteigerung beim Biegen von Drähten oder dünnen Rohren durch Reduzierung des Peitscheneffektes.

Im ersten Fall geht es darum, die Zahl der Werkzeugwechsel und damit die Rüstzeiten zu reduzieren. Die Idee ist, die Variabilität von der Geometrie der Werkzeuge in die Kinematik der Maschine zu legen. Dazu wurde die Biegeform durch eine angepasste Kinematik ersetzt, um ein Biegen ohne biegeradiusabhängige Werkzeuge zu ermöglichen. Um das umzusetzen, genügen laut Weigmann zwei Verstellspindeln, eine für den Gegenhalter der Spannbacke und eine für die Gleitschiene. Insgesamt genügen vier Werkzeuge – ohne Sonderteile, Biegeform oder Faltenglätter. „Sie haben die Möglichkeit, andere Radien zu fahren, ohne die Werkzeuge mechanisch verändern zu müssen“, sagte der Wafios-Vorstandssprecher. Er räumte aber auch ein, dass das Verfahren Nachteile hat: Gerade bei größeren Biegewinkeln komme es zu etwas mehr Ovalität. Getestet hat der Maschinenbauer das Verfahren bis 35 mm Rohrdurchmessser bei einem minimal einstellbaren Biegeradius von 25 mm bis 120 mm maximal und einem maximalen Biegewinkel von 120°.

Bei der zweiten Neuerung zur Reduzierung des Peitscheneffektes setzt Wafios ganz auf Software. Derzeit ist es oft so, dass bei langen, dünnen Biegeteilen prozessbedingt am freien Draht- beziehungsweise Rohrende Schwingungen auftreten. Diese führen zu ungewünschten Verformungen oder Prozessinstabilitäten. Bisher konnte man nur Abhilfe schaffen, indem man die Geschwindigkeit verringerte oder Wartezeiten im NC-Programm hinnahm.

Wafios hat es sich hier zum Ziel gesetzt, die Schwingungen komplett zu beseitigen. „Gelungen ist das durch eine Optimierung der Achsbewegungsprofile, sodass sich die Schwingungen gegenseitig auslöschen“, erläuterte Weigmann. Dazu wird die Biegemaschine zunächst programmiert, anschließend werden Teilegeometrie und Eigenschaften des Materials zu Wafios übermittelt. Dort wird in einem Berechnungscluster ein optimierter Biegeprozess erarbeitet, der nach 5 bis 20 min zur Verfügung steht. Im Ergebnis waren bei Draht Steigerungsraten der Stückleistungen zwischen 36 und 62 % im Vergleich zum manuellen Einrichten möglich, bei der Rohrumformung wurden sogar 75,6 % erreicht.

Konfiguration der Maschine nach Wunsch

Die modulare Bauweise erlaubt die Konfiguration der Maschine nach Produktanforderung oder in Bezug auf die jeweilige Automatisierungsstrategie. Integriert ist die neue Programmiersoftware WPS 3.2 Easy Way. Bekannte Features sind unter anderem die benutzergeführte Steuerung, Simulationsoptionen, die grafisch unterstützte Programmierung, hierarchiegebundene Benutzerlevel (Programmierebenen) sowie die Klartextprogrammierung von Längen/Winkeln/Koordinaten und Schnittstellen für die Peripherie, wie Wafios mitteilt. Ebenfalls Teil der Basisausstattung ist ein neu gestaltetes sehr übersichtliches und komfortables Handbediengerät sowie ein 24“-Monitor. Die Steuerung der BMZ ist so dank bedienerfreundlicher Benutzerführung auch für ungeübte Anwender in kurzer Zeit erlernbar, heißt es weiter.

Wafios auf der Blechexpo 2017: Halle 3, Stand 3208

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