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Lissmac / Meyer Blech Technik Entgratete und verrundete Kanten sind ein Qualitätsmerkmal

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde / M.A. Frauke Finus

In der Blechbearbeitung sind optimale Kanten und Oberfläche ein Qualitätsmerkmal. Doch gerade das Schleifen und Entgraten darf aus Kundensicht meist nicht viel kosten. Wie es mit der richtigen Anlagentechnik gelingt, effiziente Abläufe zu realisieren und hochwertige Bauteile herzustellen, zeigt ein Blechbearbeiter aus der Schweiz.

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Die SBM-L G1S2 eignet sich für die beidseitige Entgratung und Kantenverrundung von gestanzten sowie laser- und feinplasmageschnittenen Werkstücken.
Die SBM-L G1S2 eignet sich für die beidseitige Entgratung und Kantenverrundung von gestanzten sowie laser- und feinplasmageschnittenen Werkstücken.
(Bild: Lissmac)

Die Meyer Blech Technik AG mit Hauptsitz in Grosswangen in der Schweiz ist ein klassischer Blechverarbeiter. Als Lohnfertiger ist das Unternehmen für verschiedene Branchen tätig, dazu kommt die Herstellung diverse Eigenprodukte für die Landwirtschaft. Die Kunden des Unternehmens kommen aus dem Maschinen-, Fahrzeug- und Ladenbau, dem Kunst- und Kleingewerbe sowie dem Bereich Chemie- und Pharmaanlagenbau. An den drei Standorten in Brittnau, Grosswangen und Buttisholz sind aktuell über 190 Mitarbeiter beschäftigt.

Um im Mitbewerberumfeld erfolgreich zu sein, setzt Meyer auf einen leistungsfähigen Maschinenpark. „Wir müssen so aufgestellt sein, dass wir vielfältig agieren können und in jeder Sparte die geeigneten Maschinen haben. Nur so sind wir konkurrenzfähig und natürlich auch rentabel“, sagt Reto Thalmann, Geschäftsleiter der Meyer Blechtechnik AG in Brittnau.

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Entsprechend ist es für die Meyer Blechtechnik auch wichtig, dass der Maschinenpark zukunftsorientiert und auf Flexibilität ausgerichtet ist. Neueste Anschaffung ist eine Schleif- und Entgratmaschine von Lissmac. „Die SBM-L G1S2 eignet sich für eine hocheffektive, beidseitige Entgratung und Kantenverrundung von gestanzten sowie laser- und feinplasmageschnittenen Werkstücken in nur einem Arbeitsprozess. Gegenüber herkömmlichen Schleifmaschinen überzeugt sie durch effizientere Bearbeitungszeiten und eine Arbeitszeitersparnis von bis zu 60 %“, beschreibt Bertrand Laroche, Area Sales Manager Metal Processing bei der Lissmac Maschinenbau GmbH, das Potenzial der Maschine. Er hat den Anschaffungsprozess betreut.

Gute Ergänzung zu den Nassschleifanlagen

Bei Meyer wurde mit der neuen Maschine eine wichtige Kapazitätserweiterung geschaffen. Aufgrund des stetigen Wachstums des Unternehmens und der großen Teilevielfalt war diese Investition erforderlich. Immerhin 3,4 Mio. Teile wurden bei einem Materialverbrauch von zirka 5000 t im Jahr 2018 produziert. Als die Neuanschaffung anstand, haben sich die Inhaber Urs und Alex Meyer mit Geschäftsleiter Reto Thalmann auf verschiedenen Messen einen Überblick über die gängige Technik verschafft. Und natürlich haben sie bei unterschiedlichen Anbietern problematische Teile bearbeiten lassen, um vergleichbare und praxisnahe Ergebnisse zu erhalten. Überzeugt hat die Lissmac-Technik letztendlich durch die Effizienz und die damit verbundene Zeitersparnis sowie durch das gleichmäßige Entgratbild.

„Die Entscheidung für die Investition in genau diese Anlage ist sehr schnell gefallen. Wir kannten die Technik, denn am Standort Großwangen ist eine fast baugleiche Anlage seit etwa 3 Jahren im Einsatz. Diese hat sich bestens bewährt und so haben wir auf der Blechexpo 2017 entschieden, eine weitere zu kaufen.“, sagt Thalmann.

Die Vorteile, vor allem bei der Bearbeitung von Aluminiumblechen, waren also bekannt. Das ist bei dem Schweizer Unternehmen mit mehr als 500 verarbeiteten Tonnen Aluminium im Jahr eine sehr große Sparte. „Die Maschine arbeitet effizient, da sie oben und unten gleichzeitig entgratet. Zudem ist die Entgratung handfreundlich. Das heißt: Man kann sich nicht schneiden und das Blech ohne Probleme anfassen. Da die Teile, die hergestellt werden, oft in Maschinen verbaut werden, ist das wichtig“, nennt Reto Thalmann einige Vorteile.

Trockenbearbeitung beim Schleifen und Entgraten hat gerade bei Aluminium den großen Vorteil, dass keine Feuchtigkeit auf den Teilen ist und somit auch keine Flecken entstehen. Für die Teile, die im Nachgang geschweißt werden hat die Trockenbearbeitung außerdem den Vorteil, dass die Schnittkanten nicht durch die bei der Nassbearbeitung nötige Emulsion verunreinigt sind. Zum Teil werden aus diesem Grund bei Meyer neben den Aluminiumteilen auch Chromstahlteile auf der Lissmac bearbeitet. Somit ist die neue Anlage eine gute Ergänzung zu den einseitig arbeitenden Nassschleifmaschinen. Ein weiterer Vorteil der Maschine ist, dass Teile mit Abmessungen von 1500 mm x 3000 mm bearbeitet werden können.

Maschinenpark soll Fertigungstiefe und Effizienz sicherstellen

Doch die Dimension, die für die Bearbeitung ein Vorteil ist, bedeutet natürlich auch, dass die entsprechenden Flächen in der Fertigungshalle zur Verfügung stehen müssen. Da 2018 am Standort Brittnau ein Neubau mit erweiterten Produktionskapazitäten und einer größeren Fertigungstiefe entstand, wurde dieser auch mit Blick auf die neue Anlagentechnik punktgenau geplant. Der Einzug in das neue Gebäude war dann im August 2018. Heute laufen die Bearbeitungsprozesse hier in optimaler Reihenfolge, beginnend beim Zuschnitt mit biegen, bis zur kompletten Teilefertigung und deren Montage. Das Schleifen und Entgraten ist dabei integriert. Die SBM-L G1S2 von Lissmac gibt es in drei Arbeitsbreiten. Bei Meyer Blechtechnik steht sie in Grosswangen in Arbeitsbreite 1000 mm und in Brittnau in 1500 mm. „Jeder der Betriebe an den drei Standorten soll mit Maschinen ausgerüstet werden, die in der Gruppe noch nicht vorhanden sind. So kann eine große Fertigungstiefe und Effizienz sichergestellt werden“, sagt Thalmann mit Blick auf des Konzept des Maschinenparkes. Und so müssten auch weniger Arbeiten nach außen vergeben werden.

Reto Thalmann weiß, dass Schleif- und Entgratprozesse aus Sicht des Kunden nicht viel kosten dürfen. Deshalb ist das Oberflächenbild durchaus eine Herausforderung. Fest steht: Wenn die Durchlaufzeiten schnell sind, so wie bei der doppelseitigen Bearbeitung mit der Lissmac, dann sind auch die Bearbeitungskosten niedriger. Zur Effizienz im Prozess trägt auch bei, dass ein schnelles Umrüsten von Stahl oder Chromstahl zu Aluminium möglich ist. Außerdem entstehen keine Verunreinigungen der Schnittkanten wie bei der Nassentgratung und somit auch keine Probleme beim Schweißen. Und letztendlich ist durch die Trockenbearbeitung auch weniger Unterhalts- und Reinigungsaufwand nötig. Dass Lissmac seit Anfang 2019 in der Schweiz einen Servicepartner vor Ort hat, rundet das Leistungspaket ab.

Für die Zukunft gut aufgestellt

Mit dem flexiblen Maschinenpark ist die Meyer Blechtechnik, die heute zu den größten Unternehmen der Branche in der Schweiz zählt, für die Herausforderungen der Zukunft gut gerüstet. Doch neben der Anlagentechnik sind es auch andere Punkte, die dem Unternehmen wichtig sind. So wurde im Neubau neueste Gebäudetechnik verbaut, ebenso Solaranlagen und eine Wärmerückgewinnung. Für verlässliche Prozesse sorgen ein eigenes Bauteam von durchschnittlich sechs Personen, welches für betriebliche Baumaßnahmen und Montagetätigkeiten verantwortlich ist sowie ein eigenes Serviceteam für die Wartung der Anlagen. Und nicht zuletzt geht es auch um eigenes Know-how: Für ein Umformteil, welches produziert werden soll, soll jetzt in Eigenentwicklung ein Werkzeug gefertigt werden.

All das ist neben der Investition in neue Maschinen eine gute Investition in die Zukunft. Im November dieses Jahres wird das Unternehmen dann auch sein 50-jähriges Bestehen feiern.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Fachredakteurin für Wirtschaft und Technik