Blitzschutz Erfassung der Blitze erlaubt genaues Abschätzen von Schäden

Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Über 100 Blitze in der Sekunde gibt es auf der Erde, jeder zehnte davon schlägt auch ein. Industrieanlagen aller Art drohen damit große Schäden. Um diese möglichen Schäden genau abschätzen zu können, hat ein Hersteller ein neuartiges Messsystem vorgestellt.

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Das Hermannsdenkmal bei Detmold ist auch ein nahezu perfekter Blitzableiter – auch wenn es ursprünglich nicht so gedacht war.
Das Hermannsdenkmal bei Detmold ist auch ein nahezu perfekter Blitzableiter – auch wenn es ursprünglich nicht so gedacht war.
(Bild: Itasse)

Weit über Wald, Berge und Detmold hinaus ragt das Hermannsdenkmal: 26,57 m ist die Figur hoch, einschließlich Sockel sind es sogar 53,46 m. Damit ist die Statue die höchste Deutschlands. Wegen ihrer rein metallischen Konstruktion mit Eisenrohren als tragendem Gerüst im Inneren und einer Oberfläche aus Kupferplatten ist sie aber auch ein idealer Einschlagpunkt für Blitze – ähnlich wie viele Industrieanlagen.

„Das Blitzüberwachungssystem im Hermannsdenkmal ist zu 100 % identisch mit dem, was wir in der Industrie einsetzen“, sagt Achim Zirkel, verantwortlich für Netz- und Signalqualität Trabtech bei Phoenix Contact. Industrielle Anlagen sind oft hohen Belastungen durch Blitzeinschläge ausgesetzt. Dadurch treten direkte Schäden wie auch Folgeschäden auf. Und wie bei Industrieanlagen gibt es auch im Hermannsdenkmal viel empfindliche Elektronik, beispielsweise für die Beleuchtung und die Zugangskontrolle.

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Schutz vor Blitzen kommt erst nach der Erfassung

„Für die Denkmal-Stiftung des Landesverbands Lippe, die das Hermannsdenkmal pflegt, war es interessant zu wissen, wie viele Blitze überhaupt einschlagen“, erläutert Zirkel. Diese werden als Ursache für Male und Markierungen im Denkmal vermutet, beispielsweise über dem rechten Auge der Hermann. „Das System schützt nicht vor Blitzen, sondern misst nur“, betont Zirkel, „der Überspannungsschutz kommt danach.“

Ebenso ist es mit dem Blitzüberwachungssystem (Lightning Monitoring System – LM-S) nicht möglich festzustellen, ob der Blitz in das Schwert, den Helm, den Rücken oder den Fuß der Figur eingeschlagen hat. „Das ist nicht zu erfassen“, sagt Zirkel, denn der Strom fließe unabhängig davon, wo der Blitz eingeschlagen hat, über drei Leiter ab, an denen dann die Sensoren angebracht sind.

Elektrische und elektronische Komponenten brauchen Schutz vor hoher Spannung der Blitze

Auch in der Industrie sollten elektrische und elektronische Komponenten durch ein Überspannungsschutzkonzept wirksam abgesichert werden. Die äußeren Strukturen sowie die Blitzschutzeinrichtungen sind der hohen Energie von Blitzschlägen jedoch weiterhin ausgesetzt. Neben Schäden, die sich direkt auf den Betrieb der Anlage auswirken, gibt es auch solche, die nach einem Blitzeinschlag erst im weiteren Betriebsverlauf entstehen.

Derartige Schäden können vermieden werden, wenn deren Ursache rechtzeitig erkannt und beseitigt wird oder den Folgen entgegengewirkt wird. Um den aktuellen Zustand von betriebenen Anlagen zu bewerten, werden daher Informationen über die tatsächliche Belastung durch Blitzeinschläge benötigt. Je detaillierter diese Informationen sind, desto genauer kann der Zustand der Anlage bewertet und die Wartung kostenoptimiert gesteuert werden. Diese Herausforderung war für Phoenix Contact der Grund, das Blitzüberwachungssystem LM-S zu entwickeln.

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