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CAD/CAM Federbleche präzise und schnell biegen

| Autor/ Redakteur: Christian Burdorf / Dietmar Kuhn

Für eine durchgängige Prozesskette bis zur Biegemaschine sorgt beim Blechspezialisten Magepa unter anderem die Kombination aus dem 3D-CAD-System Solid-Works und der SPI-Lösung Sheet-Metal-Works. Die 3D-Arbeitsweise erleichtert den Ablauf und wird von immer mehr Kunden verlangt.

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Aus nur 0,3 mm dickem Federstahl soll ein Bauteil geformt werden, das sich durch zahlreiche kleinste Laschen auszeichnet, die zudem in verschiedene Richtungen gebogen werden müssen. Bild: SPI
Aus nur 0,3 mm dickem Federstahl soll ein Bauteil geformt werden, das sich durch zahlreiche kleinste Laschen auszeichnet, die zudem in verschiedene Richtungen gebogen werden müssen. Bild: SPI
( Archiv: Vogel Business Media )

Ohne 3D-CAD ginge es heute überhaupt nicht mehr, berichtet Ralf Schmidt, Geschäftsführer der Koberger Magepa Feinmechanik GmbH, 2D sei tot. „Es gibt mittlerweile immer mehr Situationen, in denen wir vom Kunden direkt 3D-Daten erhalten, die wir dann fertigungsgerecht aufarbeiten.“ Bestimmte Aufträge würde man heute sicher nicht bekommen, wenn man diesem Stand der Technik nicht genügen würde. Seit 2003 setzen die Koberger die 3D-CAD-Software Solid-Works ein, ergänzt um die Blechlösung Sheet-Metal-Works der SPI GmbH aus Ahrensburg. Letztere erleichterte auch die Fertigung eines speziellen Federblechs, das Magepa im Kundenauftrag herstellt.

In einem Switch-Gehäuse erfüllt dieses Leitblech aus Federstahl zwei Funktionen: Einerseits soll es großflächig magnetische Streufelder nach außen abschirmen – um so die elektromagnetische Verträglichkeit sicherzustellen. Andererseits soll es federnd Kontakte zwischen den RJ24-Steckern, der Platine und dem Gehäuse herstellen. Deshalb kommt Federstahl zum Einsatz, im Projekt geht es um ein 0,3 mm dickes Blech. Dieses hat die Eigenschaft, auch in sehr dünnem Zustand extrem formbeständig zu sein. Auch nach Belastung verbiegt es sich nicht, sondern federt in die ursprüngliche Form zurück. Das Bauteil zeichnet sich zudem durch zahlreiche kleinste Laschen aus, die in verschiedene Richtungen gebogen werden.

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Konstruktionsdaten werden direkt in die Fertigung übernommen

Schmidt erläutert: „Der Switch besteht im Wesentlichen aus zwei Hauptelementen, dem Gehäuse und der bestückten Platine mit den Buchsen für die aufzunehmenden Stecker. Dazwischen liegt unser Leitblech.“ Zunächst habe man dazu vom Kunden eine Datei im Parasolid-Format erhalten. „In einem ersten Schritt haben wir das Leitblech gewissermaßen in den 3D-Körper hineinkonstruiert“, so der Blechspezialist weiter. Das Ergebnis ging als Step-Datei zurück an den Kunden, der diese in den Gesamtzusammenhang einfügte und Magepa ein entsprechendes Feedback für die weitere Arbeit gab.

Für das Federblech mussten drei Konfigurationen für die drei Biegezustände erstellt werden:

  • eine für die Einbausituation,
  • eine, die dem Belastungsfall beim Einbauen entspricht, und
  • ein dritter Zustand, welcher der Situation der Überbiegung im Biegegesenk bei der Produktion des Federblechs entspricht.

Nur so lässt sich feststellen, wie das Werkzeug gestaltet sein muss, mit dem die unzähligen Laschen gebogen werden. Zumal diese ja nach dem Biegen – auch nach großem Druck – wieder ein Stückchen zurückfedern.

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