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Messtechnik Fortschritt! Bald kommt der erste industrietaugliche Quantensensor!

Redakteur: Peter Königsreuther

Was bisher der Forschung vorbehalten war, wird durch die Trumpf-Tochter Q.ANT und Sick bald in die industrielle Wirklichkeit Einzug halten – der Quantensensor. Erfahren Sie hier, was der kann...

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Das ist er! Der erste hochpräzise messende Quantensensor, der jetzt im Rahmen eines Kooperationsvertrags von der Trumpf-Tochter Q.ANT und Sick bis 2021 weiterentwickelt wird.
Das ist er! Der erste hochpräzise messende Quantensensor, der jetzt im Rahmen eines Kooperationsvertrags von der Trumpf-Tochter Q.ANT und Sick bis 2021 weiterentwickelt wird.
(Bild: Q.ANT)

Quantensprünge sind eigentlich recht winzige Sprünge, auch wenn man den Begriff oft für einen großen Entwicklungsschritt verwendet. Einen solchen haben die Experten der genannten Unternehmen aber mit Blick auf die praxistaugliche Quantentechnologie getan. Q.ANT und Sick, heißt es weiter, konnten nun erstmals Funktionstests im Rahmen einer Anwendung für die Industrie erfolgreich abschließen.

„Diese Art Quantentechnologie ermöglicht etwa die ultraschnelle Messung der Bewegung und Größenverteilung von Partikeln. Mit der Industrialisierung dieser Sensoren gehen nicht nur wir, sondern der Hightech-Standort Deutschland einen großen Schritt in Richtungen Kommerzialisierung von Quantentechnologie“, betont Michael Förtsch, CEO von Q.ANT.

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Einmal mehr ist der Laser der Schlüssel zum Erfolg

Die Quantensensoren erlauben mithilfe von Laserlicht hocheffiziente Messungen, die mit herkömmlichen Verfahren nicht möglich sind. „Die Quantentechnologie bedeutet die nächste Stufe für die Sensorik zu erklimmen, denn sie verschiebt bisher fest verankerte technische Grenzen. Wo bisher keine guten Signale mehr messbar waren, lassen sich im Signalrauschen mittels Quanteneffekten sogar Details wahrnehmbar machen“, erklärt Förtsch. Damit lassen sich Partikel messen, die rund zweihundert Mal kleiner sind als ein menschliches Haar, führt Niels Syassen, Senior Vice President R&D bei Sick, und dort für das Projekt verantwortlich, weiter aus. Die Quantensensoren sollen zunächst zur Analyse von Inhaltsstoffen der Luft zum Einsatz kommen.

Es winkt nicht zuletzt ein milliardenschweres Marktpotenzial

Quantensensoren könnten künftig aber auch in anderen Branchen zum Alltag gehören. Die Experten stellen sie sich etwa im Tiefbau, vor Baubeginn, vor, um damit unterirdische Strukturen abbilden zu können. In der Pharmaindustrie könnte sich die beste Zusammensetzung von Tablettenpulver einfacher bestimmen lassen. In der Elektronik ließen sich Schaltkreise durch Oberflächen hindurch inspizieren und in der Industrie bisher unerreicht präziser gemessen werden. Mit der Industrialisierung dürfte der Markt für Quantensensorik beständig wachsen, ist man sich einig. Die Experten der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften Acatech schätzen das Marktvolumen von industriellen Quantensensoren weltweit auf rund 1,1 Mrd. Euro (bis zum Jahr 2023).

Mehr zu Q.ANT und zur Zusammenarbeit mit Sick

Q.ANT ist eine hundertprozentige Tochter von Trumpf mit Sitz in Stuttgart. Das Start-Up beschäftigt rund 15 Mitarbeiter und macht Quantentechnologie mithilfe neuer photonischer Technologien alltagstauglich. Trumpf setzt seit vielen Jahren Sick-Sensorlösungen in seinen Fertigungs- und Logistikprozessen ein, so dass die neue Kooperation zur Quantentechnologie auf einer fundierten technologischen Partnerschaft aufbaut.

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