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Vor 25 Jahren

„Gorbi“ in der Westfalenhütte begeistert empfangen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Noch stand die Berliner Mauer, doch mit seiner Politik von Glasnost und Perestroika hatte Michail Gorbatschow das Ende des Kalten Krieges eingeleitet. Am 15. Juni 1989 besuchte der damalige Generalsekretär des Zentralkomitees der KP der UdSSR die Westfalenhütte und wurde von den 9000 Stahlarbeitern mit begeisterten „Gorbi, Gorbi“-Rufen empfangen.

Gorbi in Dortmund: Vor 25 Jahren besuchte Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow die Westfalenhütte.
Gorbi in Dortmund: Vor 25 Jahren besuchte Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow die Westfalenhütte.
( Karl-Heinz Jürgen (Ost + Europa Photo) )

Noch war Deutschland nicht wiedervereinigt und die Berliner Mauer sollte erst fünf Monate später geöffnet werden. Mit seiner Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umbau) leitete ein Mann das Ende des Kalten Krieges ein und löste große Veränderungen in Osteuropa aus: Michail Sergejewitsch Gorbatschow. In diesen politisch stürmischen und historisch bedeutenden Zeiten kam er nach Dortmund.

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In der Westfalenhütte herrscht Volksfeststimmung

Dort herrschte Volksfeststimmung als vor 25 Jahren, am 15. Juni 1989, der damalige Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion die Westfalenhütte besuchte. Von den 9000 Stahlarbeitern in der Halle wurde er mit begeisterten „Gorbi, Gorbi“-Rufen empfangen.

Noch heute erinnert sich Werner Nass, damaliger Betriebsratschef in Dortmund, gern an das Ereignis vor 25 Jahren. In diesen bewegten Zeiten in Europa sei es den Arbeitnehmervertretern um „Diplomatie von unten“ gegangen. Deshalb hätten 35 Betriebsräte einen Brief an Gorbatschow geschrieben. „Darin haben wir unsere Unterstützung für seine Abrüstungs- und Friedensinitiative zum Ausdruck gebracht. Und zur Überraschung Vieler haben wir eine Antwort von ihm bekommen“, erzählt der heute 74jährige.

Aus innenpolitischen Gründen habe Gorbatschow damals einen öffentlichkeitswirksamen Auftritt im Ausland gebraucht, erinnert sich Nass anlässlich des Jubiläums. Und der gelang dem späteren Staatspräsidenten der Sowjetunion vor den Stahlarbeitern in der Westfalenhütte auf beeindruckende Weise.

Gobatschow: Alles wird durch Arbeit geschaffen

Gorbatschow war gemeinsam mit Ehefrau Raissa auf einer dreitägigen Reise durch Deutschland und besuchte am letzten Tag Dortmund. Hier ging er gleich auf die Menschen zu und fand den richtigen Ton. „Sie als Metallarbeiter und Hüttenwerker wissen, wie schwer es ist, Stahl zu produzieren, welcher Meisterschaft, welcher Arbeit und welchen Schweißes das bedarf. Bessere Beziehungen aufzubauen und diese Beziehungen in das Gleis der besseren Zusammenarbeit zu bringen, das ist eine noch kompliziertere Sache“, betonte der Wegbereiter der deutschen Wiedervereinigung. „Aber ein Arbeiter weiß Bescheid. Er weiß, dass alles durch Arbeit geschaffen wird, dass alles auf ihr ruht.“

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