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Trumpf Grüsch

Hightech aus den Bergen

| Redakteur: Dietmar Kuhn

Seit 48 Jahren ist Trumpf in der Schweiz zu Hause. Christian Trumpf gründete 1963 in Zug die erste Niederlassung außerhalb Deutschlands und legte damit den Grundstein zur Internationalisierung des Unternehmens. Aus diesem Grundstein – einer zum Büro umfunktionierten Vierzimmerwohnung – entwickelte sich die größte ausländische Trumpf-Dependance mit vier Unternehmen, insgesamt fast 750 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt 411 Mio. CHF.

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In Grüsch befinden sich die Trumpf-Tochtergesellschaften Trumpf Maschinen Grüsch AG, Trumpf Grüsch AG, Elektrowerkzeuge und Trumpf Laser Marking Systems AG. Entworfen wurden die Gebäude vom Berliner Architekturbüro Barkow-Leibinger. Bild: Trumpf
In Grüsch befinden sich die Trumpf-Tochtergesellschaften Trumpf Maschinen Grüsch AG, Trumpf Grüsch AG, Elektrowerkzeuge und Trumpf Laser Marking Systems AG. Entworfen wurden die Gebäude vom Berliner Architekturbüro Barkow-Leibinger. Bild: Trumpf
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Schweizer Niederlassung war vom ersten Tag an mehr als nur ein verlängerter Vertriebsarm, der über die Grenze hinweg nach neuen Kunden suchte. Denn die Trumpf-Kollegen dies- und jenseits des Rheins waren sich einig, dass es nicht darum geht, den Kunden ein Stück Technologie zu verkaufen, sondern darum, intelligente Lösungen für bestimmte Aufgaben und Abläufe anzubieten. Eine Philosophie, die bei Kunden in beiden Ländern großen Erfolg hat. Viele dieser Lösungen werden heute in der Schweiz nicht nur vertrieben, sondern auch erdacht, entwickelt und produziert: bei der Trumpf Maschinen AG, der Trumpf Grüsch AG, der Trumpf Maschinen Grüsch AG sowie der jüngsten Tochtergesellschaft, der Trumpf Laser Marking Systems AG.

Die Trumpf Maschinen AG war das erste ausländische Tochterunternehmen. 1963 als Vertriebs- und Service-Gesellschaft in Zug gegründet, wird seit 1978 am neuen Standort Baar auch produziert. Heute ist das Unternehmen für die Entwicklung und Produktion von Baugruppen und komplexen Komponenten im Trumpf Produktionsverbund sowie für den Vertrieb und Service der kompletten Produktpalette in der Schweiz zuständig. Gearbeitet wird nach dem unternehmenseigenen Produktionssystem Synchro, das in Baar auch weiterentwickelt wird: Die Beratung der weltweiten TrumpfStandorte sowie vieler Kunden ist eine der zentralen Aufgaben des Synchro Consulting am Standort.

Die anderen drei Schweizer Trumpf-Töchter sind in der Graubündner Gemeinde Grüsch angesiedelt und beschäftigen fast 550 Mitarbeiter. Zunächst wurde im Jahr 1981 die Trumpf Grüsch AG gegründet, verbunden mit der Verlagerung des Geschäftsbereichs Elektro- und Druckluftwerkzeuge von Deutschland in die Schweiz. Ein Geschäft mit langer Tradition: Im Jahr 1934 revolutionierte Trumpf mit der ersten motorbetriebenen Handschere „HSU 1,5“ die Bearbeitung des Werkstoffs Blech. Seither sind Schlitzscheren, Nibbler, Panel-Cutter, Fügepressen, Schweißkantenformer und Falzschließer aus der Blechwelt nicht mehr wegzudenken.

Die Geschichte der 1985 gegründeten Trumpf Maschinen Grüsch AG ist eng verbunden mit dem raketenhaften Aufstieg des Lasers in der industriellen Fertigungstechnik. Seit 1988 ist „TCHW“, wie das Werk intern abgekürzt wird, als weltweites Stammwerk zuständig für Entwicklung und Montage der Laserflachbettanlagen. Die erste Maschine, eine Trumatic L 3003 mit einer Laserleistung von 1,5 kW, wurde 1988 nach Belgien geliefert. Die gesamte Jahresproduktion betrug damals 36 Maschinen. Bis zur Auslieferung der 1000. Maschine im August 1997 dauerte es knapp zehn Jahre. Die 2000. Laserflachbettmaschine wurde bereits drei Jahre später, im Sommer 2000, an den Kunden übergeben, für die nächsten 1000 Maschinen brauchten die Grüscher nur noch zwei Jahre und Nummer 5000 verließ im Januar 2006 das Werk. Neben dem Fortschritt in der Lasertechnologie machten auch die Montageprozesse in Grüsch große Sprünge. Genügend Raum für diese Sprünge bietet die 2003 erweiterte und eingeweihte Montagehalle: Sie ist 180 m lang und 40 m breit. Im Jahr 2004 wurde von einer stationären Standplatzmontage auf Fließmontage umgestellt. Exakt 32 Arbeitstakte mit einer Taktzeit von 2,4 h sind notwendig, bis aus den angelieferten Bauteilen die fertigen Maschinen entstehen. Klare Material- und Informationsflüsse sorgen dabei für niedrige Durchlaufzeiten von acht Tagen. Neben Hochtechnologie und intelligenten Prozessen sind es aber vor allem die derzeit gut 160 Mitarbeiter, die dafür sorgen, dass die Laserflachbettanlage mit der laufenden Nummer 10.000 nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Das jüngste Schweizer Tochterunternehmen, die Trumpf Laser Marking Systems AG, wurde im Jahr 2000 eigens für den Bereich Beschriftungslaser in Grüsch gegründet. Dort werden die Beschriftungslaser Trumark und Trumark-Station hergestellt. Die hervorragende Strahlqualität ermöglicht ein feines, gleichbleibendes Schriftbild. Durch die einfache Programmierbarkeit der Laser können neben Seriennummern und Texten auch Barcodes, Logos und Zeichnungen flexibel aufgebracht werden.

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Bild: Bartholet Maschinenbau; Trumpf Schweiz AG; Bild: Trumpf; ; Archiv: Vogel Business Media; Schuler; Meusburger; picsfive - Fotolia; LVD; Trumpf; Stefanie Michel; RK Rose+Krieger; Lucas+Dursski; Inocon; Mack Brooks; Schall; J.Schmalz; Zeller + Gmelin; Okamoto Europe; Lantek; Simufact; IKT; Schöller Werk; Vollmer; Wirtschaftsvereinigung Stahl; © earvine95, pixabay; Thyssenkrupp; Esta; IFA; CWS; totalpics; Design Tech; Deutsche Fachpresse; Automoteam; MPA Stuttgart