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Ernst Umformtechnik / Oerlikon Balzers Hochleistungsschicht verlängert das Werkzeugleben

| Autor / Redakteur: Thilo Horvatitsch / M.A. Frauke Finus

Hochleistungsbeschichtungen schrauben die Standzeiten von Umformwerkzeugen im Automobilbau nach oben. Der Zulieferer Ernst Umformtechnik vertraut auf Hochleistungsschichten von Oerlikon Balzers.

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Eingesetzt in solchen Transferwerkzeugen, vervielfachte Balinit Formera die Standzeit beim Umformen von Gehäusen für Doppelkupplungsgetriebe.
Eingesetzt in solchen Transferwerkzeugen, vervielfachte Balinit Formera die Standzeit beim Umformen von Gehäusen für Doppelkupplungsgetriebe.
(Bild: Oerlikon Balzers)

Ein rhythmisches Wummern schallt durch die gut bestückte Produktionshalle von Ernst Umformtechnik im baden-württembergischen Oberkirch bei Offenburg. Im Sekundentakt formen Stanzautomaten, Transfer- und Stufenpressen mit bis 1000 t Druckkraft viele Hunderttausende Teile im Monat um. Dabei müssen Qualität und Prozesse stimmen – weltweit.

Die Ernst-Gruppe produziert in Deutschland, Frankreich, USA und China nach standardisierten Prozessen und Werkzeugkonzepten auf Basis eines weitgehend baugleichen Maschinenparks. So lassen sich Werkzeuge international verlegen, um in derselben Güte an anderer Stelle zu produzieren. Lean Management wird systematisch verfolgt, alle Arbeitsabläufe werden permanent überprüft und dokumentiert, um immer effizienter zu werden.

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Dahinter stehen Auftraggeber hauptsächlich aus der Automobilindustrie, die auf Qualität achten. Gerade in der Hochlaufphase, wenn die Stückzahlen eines Produkts in die Höhe schießen, gilt es stets einen reibungslosen Fertigungsprozess sicherzustellen. Dies ist gerade der Fall für ein spezielles Gehäuse (Material: S 380 MC) eines Doppelkupplungsgetriebes, das mit dem Ziehring eines Transferwerkzeugs in Form gebracht wird. Rund 25.000 Stück und mehr werden davon pro Monat hergestellt. Dies geht prozesssicher nur mit Einsatz von Beschichtungen und Schmierstoffen. „Ansonsten käme es aufgrund der extrem hohen Werkzeugbelastungen zu abrasivem Verschleiß und Beschädigungen im Ziehring, was wiederum zu Riefen im Bauteil und somit zu Ausschuss führen würde“, erläutert Achim Boos, Leiter des Werkzeugbaus in Oberkirch.

Abrasiver Verschleißschutz

Deshalb kam zunächst bei der Werkzeugentwicklung eine TiCN-Standardbeschichtung zum Einsatz. Geht es aber später um strikte Lieferzeiten für größere Mengen und damit um Steigerung von Standzeiten, Verkürzung von Rüstzeiten und Kostenreduzierung, dann sind Hochleistungsschichten gefragt. Hier hatte Robert Karle, Kundenberater von Oerlikon Balzers, schon früh eine Empfehlung: Balinit Formera. Für die CrAlN-basierte Schicht sprachen folgende Argumente: Speziell entwickelt für hochfeste Stähle und anspruchsvolle Anwendungen in der Metallumformung, bietet sie bei hoher Schichthaftung und Mikrohärte besten abrasiven Verschleißschutz und widersteht auch modernen, hochfesten Stählen. Gegenüber CVD-Schichten punktet sie mit einer mikrometerdünnen Dicke und ermöglicht so höchste Maßhaltigkeit.

Erste Erfahrungen bestätigten die Erwartungen: Balinit Formera übertraf die Standzeit im Vergleich mit der TiCN-Schicht um das Vier- bis Fünffache. „Potenzial für mehr ist klar vorhanden. Die Schicht ist ein aussichtsreicher Kandidat für ähnliche anspruchsvolle Anwendungen“, glaubt Boos. Dazu könnte es recht bald Gelegenheit geben: Ernst will bis 2019 allein in den Standort Oberkirch mehr als 30 Mio. Euro investieren und vor allem die Produktion erweitern. Der Bau eines neuen Gebäudes soll Ende 2017 beginnen. Darin sollen auch Pressen mit 1600 t Druckkraft arbeiten – für Leistungen am Limit.

Oerlikon Balzers auf der Blechexpo 2017: Halle 9, Stand 9106

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