Kommen Streiks? IG Metall ist über VW-Konzernspitze verärgert

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

In der aktuellen Krisenlage wirft die IG Metall dem Vorstand des Volkswagen-Autokonzerns eine schädliche Außendarstellung vor ...

Außer Spesen, ...! Die Rundreise von VW-Chef Oliver Blume findet mit dem Besuch im bedrohten Werk Hannover heute ihr Ende. Die Gewerkschaft IG Metall ist aber alles andere als zufrieden mit dem, was in den letzten Tagen geschehen respektive nicht geschehen ist ...(Bild:  Volkswagen)
Außer Spesen, ...! Die Rundreise von VW-Chef Oliver Blume findet mit dem Besuch im bedrohten Werk Hannover heute ihr Ende. Die Gewerkschaft IG Metall ist aber alles andere als zufrieden mit dem, was in den letzten Tagen geschehen respektive nicht geschehen ist ...
(Bild: Volkswagen)

Der VW-Chef Oliver Blume hat eine Reise zu diversen Werken gemacht, um detaillierter über die Zukunft zu sprechen, weil der Sparkurs verschärft werden soll, dem auch Stellen zum Opfer fallen werden. Die Besuche erfolgten im Rahmen außerordentlicher Betriebsversammlungen an neun Standorten. Bei den Produktstrategien sei Volkswagen zwar auf dem Weg der Besserung, sagte Niedersachsens IG-Metall-Bezirkschef Thorsten Gröger der Neuen Osnabrücker Zeitung. Aber die Art und Weise, wie die aktuelle Debatte über die Zukunft des Volkswagen-Konzerns seitens des Vorstands geführt werde, komme einem Super-GAU gleich. So sende man keine positiven Signale an die Kunden. Auf die Frage, ob der VW-Vorstand den Arbeitnehmern dabei sozusagen den Krieg erklärt hat, antwortete Gröger: „So etwas würde ich niemals sagen! Aber die Zeichen stehen auf Konflikt!“ Die Kommunikation des Vorstands stelle alles infrage, was für das Vertrauen der Beschäftigten in das Unternehmen gesorgt habe. Bisher sei es immer um eine Gleichrangigkeit von Wirtschaftlichkeit und sicherer Beschäftigung gegangen. Wenn man das grundsätzlich infrage stelle, sei klar, dass man eine Auseinandersetzung provozieren wolle, die man sich nicht wünsche. Heute endet mit der Betriebsversammlung im VW-Werk in Hannover eine Reise.

VW trägt eine besondere Verantwortung für die Belegschaft

Mit Blick auf Streiks verwies Gröger auf die bis zum Jahreswechsel geltende Friedenspflicht: „Im neuen Jahr gäbe es also theoretisch die Möglichkeit, zur Arbeitsniederlegung aufzurufen.“ Man sei derzeit jedenfalls davon überzeugt, dass die Härte der Maßnahmen, mit der die Auseinandersetzung von vielen Arbeitgebern geführt werde, in keinem Verhältnis zu der durchaus problematischen Situation in der Automobilindustrie stehe. Gröger äußerte sich auch zu Spekulationen, wonach VW seine Sparpläne auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am Aufsichtsrat vorbei durchsetzen könnte: „Dass das überhaupt im Raum steht und nicht sofort klargestellt wird, dass das keine Option sein kann, halte ich für einen unglaublichen Vorgang!“ Er erinnerte dabei an die historische Grundlage des VW-Gesetzes, das einen besonderen Schutz für die Werke und einen besonderen Einfluss des Landes Niedersachsen im Unternehmen sichert. Und wer die Geschichte kenne, die im Dritten Reich begann, sollte sich seiner besonderen Verantwortung mit Blick auf die Beschäftigten bewusst sein. Jetzt muss man gespannt sein, was beschlossen wird ...

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