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Galvanische Schutzschichten Im Korrosions- und Verschleißschutz wird die Messlatte höher gelegt

| Redakteur: Josef-Martin Kraus

Galvanische Korrosions- und Verschleißschutzschichten haben das Potenzial, im Maschinen- und Anlagenbau weiter vorzudringen. Das zeigt die Entwicklung von Kombinations- und Dispersionsschichten, die beispielsweise ein besseres Eigenschaftsprofil haben als konventionelle Schutzschichten.

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Bild 1: Weltweit erste automatisierte Anlage zur Abscheidung der Korrosionsschutzschicht NIL 35 auf Serienbauteile. Seit Ende vergangenen Jahres ist sie in Betrieb. (Bild: Thoma)
Bild 1: Weltweit erste automatisierte Anlage zur Abscheidung der Korrosionsschutzschicht NIL 35 auf Serienbauteile. Seit Ende vergangenen Jahres ist sie in Betrieb. (Bild: Thoma)

Seit Kurzem arbeiten die MTV Metallveredelung GmbH, Solingen, und die Thoma Innotec GmbH, Heimertingen, bei der Markteinführung von Korrosions- und Verschleißschichten eng zusammen. Davon sollen insbesondere die beiden Entwicklungen NIL 35 und Nicabor profitieren.

Breites Anwendungsfeld für Nickelbeschichtungen

MTV beschichtet damit vor allem Großteile, zum Beispiel Hydraulikzylinder für Arbeitsmaschinen im Bergbau. Thoma Innotec hat sich dagegen auf die Serienbeschichtung kleiner und mittlerer Bauteilgrößen spezialisiert. Ziel der beiden Lohnbeschichter ist es, für diese Nickelschichten ein breites Anwendungsspektrum zu erschließen: von der Einzelteil- bis zur Großserienbeschichtung.

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Die beiden Schutzschichten genügen hohen, teilweise sogar extremen Anforderungen. So nimmt die Schicht NIL 35 bei den Korrosionsschutzsystemen der beiden Partner eine Spitzenposition ein.

Neue Korrosionsschutzschicht NIL 35 übertrifft etablierte Korrisionsschutzsysteme

Ausschlaggebend dafür ist das Eigenschaftsprofil. So besteht die Korrosionsschutzschicht nicht nur den G48-Test, der sie als besonders resistent gegen Chloridkorrosion ausweist; kennzeichnend sind auch eine mechanische Festigkeit und Duktilität, die der Schicht in der Summe ein besseres Eigenschaftsprofil als den etablierten Korrosionsschutzsystemen geben. Vor allem in den Anwendungsbereichen Offshore und Salzbergbau ist das von Vorteil, aber auch bei Lager- und Transportbehältern für hochkorrosive Flüssigkeiten.

Der Korrosionstest G48 ermittelt die Beständigkeit gegen Lochfraß. Dazu wird die Probe gewogen und in einer Prüflösung 24 h lang gekocht. Anschließend folgt eine erneute Gewichtsbestimmung zur Berechnung der Abtragrate.

Korrosionsschutzschicht fast so chemisch stabil wie Edelmetalle

Eine Beständigkeit gegen interkristalline Korrosion herrscht vor, wenn die ermittelte Abtragrate einen definierten, kritischen Grenzwert nicht überschreitet und die Oberfläche keine Lochfraßbildung aufweist. Das elektrochemische Potenzial des Produkts liegt in der Nähe von edlen Metallen (Bild 1).

Inzwischen wurde die ursprünglich erreichte Schichthärte weiter erhöht. Das Ergebnis ist für den Maschinen- und Anlagenbau attraktiv, zum Beispiel für Anlagen zur Teilereinigung, der Chemie- und Kunststoffindustrie.

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