Schweißen

Impulslichtverfahren steigert die Produktivität beim Stahlschweißen

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Durch den quasi-kontinuierlichen Werkstoffübergang steigt aber die Abschmelzleistung im Vergleich zum herkömmlichen Pulsschweißen deutlich: Unter optimalen Einsatzbedingungen, zum Beispiel in der automatisierten Fertigung, können bei Edelstahl über 30% und bei Stahl sogar nahezu 50% höhere Geschwindigkeiten erreicht werden. Aber auch beim manuellen Handschweißen überzeugt das Verfahren und bringt im Stahlbereich Geschwindigkeitsvorteile von bis zu 35%.

Speed-Pulse-Technik führt zu besserer Kontrollierbarkeit des Lichtbogens beim Schweißen

Weitere wesentliche Vorteile der Speed-Pulse-Technik sind zudem ein tieferer Einbrand sowie eine bessere Kontrollierbarkeit des Lichtbogens. Zusätzliche Attraktivität erhält das neue Verfahren durch die Möglichkeit der Nachrüstung bei einem Teil der Lorch-Schweißstromquellen, die sich bereits im Einsatz befinden.

Die Qualitäts- und Produktivitätsvorteile waren so deutlich, dass für die gesamte Fertigung hausintern eine technische Freigabe erwirkt worden ist. Zwar ist es für genauere Angaben zum Ausmaß der Einsparungen noch zu früh, doch geht die Produktionsleitung von Terex Cranes für diverse Fertigungsschritte durch die Verringerung von Vor- und Nacharbeiten sowie die höhere Schweißgeschwindigkeit von erheblichen Einsparpotenzialen aus. Besonders wichtig ist der Zugewinn an Qualität durch weitgehende Unterdrückung des beim MIG-MAG-Verfahren sonst häufig auftretenden Spritzens sowie durch weniger Einbrandkerben an den Flanken der Nähte.

Neues Schweißverfahren mit verbessertem Einbrand

Ein weiterer Pluspunkt ist nach Auskunft der Terex-Schweißfachleute der verbesserte, tiefer reichende Einbrand, vor allem bei V-Nähten – und das trotz der insgesamt niedrigeren Wärmeeinbringung ins Werkstück. Die damit verbundenen positiven Auswirkungen auf die t8/5-Abkühlzeiten ermöglichten es, auch mehrlagige Schweißungen zügiger bearbeiten zu können.

Darüber hinaus werden auch andere mit hoher Wärmeeinbringung einhergehende Probleme wie Einbrandkerben, Verzug und das dadurch erforderliche Richten vermieden oder stark reduziert. Ein weiterer für Terex Cranes wichtiger Aspekt betrifft die Ergonomie: So liegt die Geräuschemission bei den neuen Anlagen um rund 10 dB(A) unter derjenigen der bisherigen Schweißgeräte. Dies wird dadurch erreicht, dass die bei den für MIG-MAG-Schweißen typischen Kurzschlussauflösungen praktisch vollständig vermieden werden.

Klaus Vollrath ist freier Fachjournalist in 4912 Aarwangen/Schweiz. Andreas Rimböck ist Leiter Marketing und Produktmanagement bei der Lorch Schweißtechnik GmbH, 71549 Auenwald.

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