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Stahl ist wegen der hohen Stabilitätsanforderungen beim Anlagenbau weiterhin der Werkstoff Nummer eins, so ein Ergebnis der Studie. Lichtbogenschweißen, insbesondere WIG-Schweißen, ist die derzeit am häufigsten eingesetzte Schweißtechnik. Das wird sich den Studienergebnissen zufolge auch in den nächsten Jahren nicht ändern. Grote stellt fest: „Das WIG-Schweißen dominiert nahezu die gesamte Branche, sowohl bei der derzeitigen Nutzung, als auch bezüglich der geplanten Investitionen."
Eine Herausforderung bei Schweißarbeiten in der Prozessindustrie stellen begrenzte Platzverhältnisse der Anlagen dar. Da verfahrenstechnische Industriekomplexe wie Raffinerien, Steamcracker oder auch petrochemische Anlagen erhebliche Kosten im Aufbau verursachen, werden die Wege zwischen den einzelnen Prozesseinheiten so kurz wie möglich gestaltet. Rohrleitungssysteme, Reaktoren, Druckbehälter, Kolonnen und anderes Equipment werden demnach auf engstem Raum untergebracht. Das bedeutet, dass neues Equipment über Umwege entfernt oder angebracht und Geräte sowie Material mit Hilfskonstruktionen an die erforderlichen Stellen transportiert werden müssen.
Automatisierte Schweißverfahren würden Arbeitszeit verkürzen
Fügearbeiten sind daher oft unter erschwerten Bedingungen auszuführen und kosten Zeit. Das stellt ganz besonders in zeitkritischen Phasen wie einer Anlagenrevision eine hohe Kostenbelastung dar. „Dabei ist es leicht, die Effizienz zu steigern“, weiß Studienleiter Jörn Grote. „In Bereichen, in denen bisher die manuelle Fertigung vorherrscht, können automatisierte Verfahren eingesetzt werden. Sie verkürzen die Arbeitszeit, weil weniger Schweißer bei höchster Qualität und geringstem Werkstoffverzug mehr Arbeitsleistung erbringen. Ebenso können durch verbesserte Prüfmethoden Ausfälle und Mehrarbeiten vermieden werden."
Doch warum haben sich diese Methoden mit ihren offensichtlichen Vorteilen noch nicht durchgesetzt? Als Grund nennt die Studie fehlende Investitionsbereitschaft. „Gerade bei mobilen Laserstrahl-Schweißgeräten zeigt sich, dass hohe Anfangsinvestitionen und entsprechende Schulungen der Mitarbeiter für Unternehmen ein Hindernis darstellen“, so Grote. Doch nur wer langfristig plant, wird auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben. So wird es für Anlagenbetreiber zum Beispiel aufgrund wachsender Personalknappheit und der damit einhergehenden steigenden Personalkosten zunehmend wichtiger, schon jetzt in Effizienzsteigerungen zu investieren, um mittelfristig Einsparungen zu realisieren.
Wettbewerbsfähigkeit durch Einsatz moderner Techniken erhöhen
Zukunftsfähig kann also nur sein, wer jetzt investiert, denn Techniken, die in anderen Industrien bereits Standard sind, werden ihren Weg auch in die Prozessindustrie finden. Grote ist sich sicher: „Durch Kosteneinsparungen und eine Verbesserung der Verbindungsqualitäten werden diese Verfahren entscheidend zu einer erhöhten Wettbewerbsfähigkeit in der Prozessindustrie beitragen." Moderne Technologien werden alte Methoden also doch langfristig verdrängen.
Die Studie „Schweißtechnik – der unerkannte Kostentreiber“ untersucht erstmals für die Prozessindustrie den Markt der Schweißtechnik und alternativer Verfahren. Auf Basis einer umfangreichen Befragung von Anlagenbetreibern und technischen Dienstleistern bietet sie exklusive Daten und Fakten. Es werden sowohl die Vorteile als auch die Herausforderungen beim Einsatz innovativer Verfahren beleuchtet. Die Studie bietet somit eine Orientierungsgrundlage sowohl für Neubaumaßnahmen industrieller Großanlagen als auch für Instandhaltungsprojekte. Sie kann für 1700 Euro bei T. A. Cook bestellt werden.
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