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Bioklebstoff Klebstoff gibt es bald auch aus nachwachsenden Rohstoffen

| Redakteur: Peter Königsreuther

Das Rostocker Leibniz Institut für Katalyse e. V. (LIKA) und Henkel wollen in den nächsten drei Jahren in einem vom Bundeslandwirtschafts-Ministerium (BMEL) geförderten Projekt eine neue Klebstoffgeneration entwickeln.

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Forscher arbeiten an der Formel für einen neuartigen Klebstoff aus nachwachsenden Rohstoffen, den man recyceln kann.
Forscher arbeiten an der Formel für einen neuartigen Klebstoff aus nachwachsenden Rohstoffen, den man recyceln kann.
(Bild: Likat, Rostock)

Die innovativen Industrie- und Konsumentenklebstoffe, die mit neuen Funktionen und Eigenschaften beispielsweise für die Montage im Elektronik-, -Geräte- oder Automobilbereich eingesetzt werden könnten, sollen demnach auf nachwachsenden Rohstoffen beruhen. Dafür werden neuartige Diole und Polyole auf Grundlage von biobasierten und größtenteils bereits am Markt erhältlichen Plattformchemikalien wie Glycolaldehyd oder Glycerin synthetisiert, heißt es weiter. Die Rohstoffe könnten dann einerseits direkt als Reaktivkomponente in Polyurethanklebstoffen eingesetzt oder auch katalytisch in reaktive Monomere verwandelt werden, wie die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) dazu ergänzt.

Tausende Tonnen von auf Petrochemie basierende Klebstoffe einsparen

Die Verbundpartner beabsichtigen im Rahmen des Vorhabens die Entwicklung von – nach Gebrauchsende – spaltbaren Klebstoffen, um das Recycling der geklebten Teile möglich zu machen, betont man. Allein bei Henkel könnten sich durch nachwachsende Rohstoffe mehrere tausend Tonnen petrochemisch hergestellte Reaktivklebstoffe ersetzen lassen.

Weitere Informationen zum Verbundprojekt sind in der Projektdatenbank der FNR unter den Förderkennzeichen 2219NR171 und 2219NR373 zu finden.

Ministerium ermuntert alle zu weiteren Klebstoffprojekten

Um weitere derart vielversprechende Klebstoffprojekte einzuwerben und die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich weiter zu treiben, fordert das BMEL unter dem Motto „Anwendungsorientierte Forschungen zu biobasierten Klebstoffen“ dazu auf, noch bis zum 15. Juni 2020, entsprechende Projektideen einzureichen. Gefragt seien aber nicht nur biobasierte Klebstoffe für verschiedenste Materialien und Anwendungen in Industrie, Medizin oder im Konsumentenbereich, sondern auch Klebstoffe mit neuen, zusätzlichen Funktionalitäten wie etwa brandhemmenden oder bioziden Eigenschaften. Hier geht's zum BMEL-Aufruf.

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