Lasertechnik Laser-Strahlquellen und ihre Zukunftschancen

Redakteur: Rüdiger Kroh

Welcher Laser ist für meine Anwendung der richtige? Diese Frage stellt sich jeder Nutzer. Wir fragten bei drei Laserherstellern nach, welchen Strahlquellen sie die besten Zukunftsperspektiven einräumen.

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Dr. Jörg Thieme, Leiter Vertrieb und Marketing bei der IPG Laser GmbH in Burbach. Bild: IPG
Dr. Jörg Thieme, Leiter Vertrieb und Marketing bei der IPG Laser GmbH in Burbach. Bild: IPG
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Gesprächspartner sind:

  • Dr. Jörg Thieme, Leiter Vertrieb und Marketing bei der IPG Laser GmbH in Burbach.
  • Günther Braun, CEO und President der Rofin-Sinar Technologies Inc. in Hamburg und Plymouth/USA.
  • Jens Bleher, Geschäftsführer der Trumpf Laser- und Systemtechnik GmbH in Ditzingen.

Welche Laserstrahlquelle dominiert aus Ihrer Sicht derzeit in der Materialbearbeitung?

Thieme: Mit der Einführung des Faserlasers in die industrielle Praxis vor wenigen Jahren wurde ein Technologiesprung in der Lasermaterialbearbeitung ausgelöst, der sich in jährlichen Wachstumsraten von 30% niederschlägt. Keine andere Lasertechnik weist eine solche Entwicklung auf. Die Eigendynamik des Marktes für den Faserlaser ist in Gang gesetzt und lässt sich wegen der überzeugenden technischen und kommerziellen Vorteile nicht mehr aufhalten. Das wurde auch von Mitwettbewerbern erkannt, die, den Zug der Zeit nun erkennend, in diese Technik verstärkt investieren. Die Marktdurchdringung des Faserlasers im Hochleistungsbereich steht am Beginn ihrer noch jungen Erfolgsstory und kann bereits auf insgesamt 800 installierte Laser von 1 kW an aufwärts verweisen. Im 2D-Flachbettschneiden, wo der CO2-Laser heute noch das Arbeitspferd ist, wurden zur Euroblech 2008 erstmalig von zahlreichen Ausstellern komplette 2D-Schneidanlagen mit Faserlasern angeboten. Zum Schneiden von Dünn- und Dickblechen reichen Laserleistungen von 1 bis 2 kW aus, um die gleichen Ergebnisse wie mit CO2-Lasern doppelter Leistung zu erreichen.

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Braun: Ohne Zweifel ist das nach wie vor der CO2-Laser. Dies wird auch von jüngsten unabhängigen Marktstudien so gesehen. Die CO2-Laser machen heute noch nahezu die Hälfte des weltweiten Umsatzes in der industriellen Lasermaterialbearbeitung aus und dominieren somit diesen Markt.

Bleher: Wenn man unser Lasergeschäft insgesamt betrachtet, ist es zwischen den einzelnen Laserstrahltechniken recht ausgewogen. Wir haben mit unseren Scheibenlasern für Schweißanwendungen im Multi-Kilowatt-Bereich, den Beschriftungslasern, den gepulsten Festkörperlasern zum Bohren, Schneiden, Strukturieren in der Mikrobearbeitung und dem CO2-Laser zum Schneiden und Schweißen in der Blechbearbeitung vergleichbar große Bereiche.

Wird nach Ihrer Auffassung zukünftig ein Lasertyp die Nase vorne haben?

Thieme: Die entscheidenden Fragen sind die Leistungsfähigkeit einer Laserquelle und die Kosten für diese Technik. In beiden Fällen hat der Faserlaser Vorteile im Vergleich zu den im Wettbewerb stehenden Strahlquellen. Faserlaser werden sich sowohl für den Mikro- als auch für den Makrobereich weiter etablieren. Die Frage, welche Technik die Nase vorne hat, wird der Markt beantworten. Am Faserlaser werden sich andere Techniken messen lassen müssen. Bei Anwendungen um die sogenannte Nd:YAG-Wellenlänge von 1 µm wird der Faserlaser in den nächsten Jahren weiter deutliche Marktanteile gewinnen. Die Prognosen gehen von 10 bis 15% am gesamten Lasermarkt aus.

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