Laserbeschriftung

Lasermarkieren erschließt neue Dimensionen

| Autor: Stéphane Itasse

Diese Laserstation mit integriertem Industrieroboter hat ACI Laser entwickelt, um Werkstücke überall beschriften zu können.
Diese Laserstation mit integriertem Industrieroboter hat ACI Laser entwickelt, um Werkstücke überall beschriften zu können. (Bild: ACI Laser)

Mit der Anforderung an eine lückenlose Rückverfolgbarkeit wächst auch das Interesse am Lasermarkieren. Sehr aktiv zeigen sich die Hersteller, wenn es darum geht, neue Beschriftungspositionen oder Werkstückdimensionen in die Bearbeitung zu integrieren.

Damit eine Beschriftung an jeder Stelle des Werkstücks möglich ist, hat der Hersteller ACI Laser erst vor Kurzem ein erweitertes Handlingsystem aus Lasermarkierstation und Industrieroboter vorgestellt. Der in der Laserstation integrierte Roboter ermöglicht beim Handling von Objekten schnelle und komplexe Bewegungsabläufe. Mit seinen sechs Gelenken kann er sich frei an jede Stelle im Innenraum der Laserstation bewegen. Er entnimmt selbstständig Objekte aus einem Werkstückträger und legt diese auch wieder zurück. Da dies nicht mehr manuell geschehen muss, reduzieren sich für den Anwender die Arbeitsschritte und damit auch die Zykluszeiten.

Roboter bringt Werkstück in jede erdenkliche Position

Weiterhin kann der Roboter die Werkstücke so drehen, schwenken oder wenden, dass diese in sämtlichen Positionen und auf mehreren Seiten beschriftet werden können. Diese Flexibilität ist laut Angaben des Herstellers der entscheidende Vorteil im Vergleich zu konventionellen Handhabungssystemen. Wenn andersartige Bauteile beschriftet werden sollen, muss der Roboter lediglich neu programmiert werden, eine Umrüstung entfällt.

Nicht nur eine Laserbeschriftung kann mit dem Roboter in der Laserstation erledigt werden, auch andere Handlingabläufe lassen sich in die Station integrieren. So ist es möglich, verschiedene Lesesysteme einzubinden, die durch Scannen von Klartext oder Codes Daten abrufen oder auch rücklesen und prüfen können.

Den Industrieroboter gibt es in unterschiedlichen Größen, die sich vor allem nach der nötigen Traglast und der Reichweite richten. Auch das Greifsystem kann individuell passend zur Kundenapplikation ausgewählt werden, sodass von Bauteilen bis 3 kg bis hin zu filigranen Werkstücken alles aufgegriffen werden kann. Des Weiteren ist der Roboter in den Sicherheitskreislauf der Laserstation eingebunden – beim Öffnen der Tür stoppt der Vorgang automatisch. Der Roboter wird unter Berücksichtigung der kundenspezifischen Anforderungen über die Beschriftungssoftware Magic Mark von ACI Laser gesteuert.

Gravotech stellt neue Funktionen zum Lasermarkieren vor

Der französische Hersteller Gravotech hat zwei neue Funktionen in seine Laserbeschrifter intergriert, die auch nachrüstbar sind. Die erste ist ein 3D-Modul mit der laut Hersteller größten Amplitude am Markt – sie erreicht bis zu 120 mm in einer 254er-Brennweite, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Damit kann der Autofokus für ein deutliches Beschriften unter allen Bedingungen sorgen. Auch auf unterschiedlichen Objekthöhen lässt sich damit die Beschriftung anbringen, ohne dass der Lasermarkierer neu eingestellt werden muss. Das ist insbesondere für Produktionsstraßen interessant, weil dadurch unproduktive Wartezeiten entfallen.

Zur Qualitätskontrolle der Beschriftung hat Gravotech zudem das Modul Vision Manager entwickelt. Denn der Bedarf an lückenloser Rückverfolgbarkeit der Produkte steigt, und dafür müssen die Markierungen lesbar und von guter Qualität sein. Das Modul umfasst nach Herstellerangaben eine Cognex-Insight-Kamera mit individueller Beleuchtung, Autofokus und Schutzlinse sowie die Steuersoftware Lasertrace. Lesen kann der Vision Manager 1D-Codes wie Barcodes, 2D-Codes wie Data-Matrix- oder QR-Codes, OCR-Schrift und alle Zeichensätze in Klarschrift.

Bewusster Verzicht auf Kontrolleinheit beim Lasermarkieren

Allerdings sind sich die Fachleute in der Branche durchaus nicht immer einig, ob und wann eine solche Kontrolleinheit notwendig ist. „Die Qualität der Beschriftung muss nicht überprüft werden“, sagt Michael Endemann, Geschäftsführer der Sic Marking GmbH in Remscheid, im Hinblick auf eine Installation bei seinem Kunden Sohatex. Seiner Ansicht nach ist die Qualität bei dem Lasersystem i103L-G aus seinem Unternehmen ohnehin stets gewährleistet. Der Laser i103 L-G von Sic Marking schreibt präzise und kontraststark alphanumerische Zeichen, Bar- und Data-Matrix-Codes, Grafiken und Logos. Der große Vorteil des Lasers ist es in diesem Fall, dass Sohatex unvergleichbar flexibel die unterschiedlichen Beschriftungen der Frontplatten – angefangen von einfachem Text bis hin zu komplexen Grafiken – verwenden kann. Die Möglichkeit, mit dem Laser eine Vielzahl von Materialien beschriften zu können, ist ein weiterer Vorteil; denn bei Sohatex waren neben lackierten Metalloberflächen, Aluminium, Edelstahl und verchromten Oberflächen auch schon Kunststoffe im Einsatz. Alternative Beschriftungsmethoden, wie zum Beispiel das Lackieren der Oberflächen oder Fräsen, sind bei Weitem nicht so flexibel, wie von Sohatex gefordert, und wesentlich unpraktikabler für deren Anforderungen.

Der Laser i103L-G arbeitet in einem Stand-Alone-Modus, der zur Steuerung keinen PC benötigt. Ein PC kann jedoch mit der Software Sic Laser Advanced verwendet werden, die im Lieferumfang enthalten ist. Mit der Software lässt sich eine Markierdatei erstellen, die alle Parameter für eine bestimmte Markierung umfasst. Diese Parameter sind die Markiergeschwindigkeit, die Leistung und die Frequenz. Die Markiergeschwindigkeit kann zwischen 0 und 4000 mm/s variieren.

Flüssige Linse macht Lasermarkierer flexibel

EMO Hannover 2017/Motek 2017

Flüssige Linse macht Lasermarkierer flexibel

04.09.17 - Einen Lasermarkierer, der unterschiedliche Ebenen auf einem Werkstück markieren kann, ohne dass eine Position verändert wird, zeigt Sic Marking auf der EMO Hannover und der Motek 2017. lesen

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