Extend3D

Laserstrahl – bitte, wohin soll der nächste Bolzen

| Redakteur: Dietmar Kuhn

Mit Werklicht Pro, einem Laserprojektionssystem ist ein schnelles und unkompliziertes Bolzenanreißen im Karosseriebau möglich.
Mit Werklicht Pro, einem Laserprojektionssystem ist ein schnelles und unkompliziertes Bolzenanreißen im Karosseriebau möglich. (Bild: Extend3D)

Punkt für Punkt – Laserprojektionssystem setzt den Bolzen exakt an die richtige Stelle. Mit einem Laserprojektionssystem ist ein sicheres Bolzenanreißen im Karosseriebau garantiert. Damit hat die Osnabrücker SD Automotive GmbH Erfahrung. Sie investierte zum Bolzenanreißen in das System „Werklicht“ der Extend3D GmbH (Halle 3, Stand 3219).

Wir setzen Werklicht seit Anfang diesen Jahres im Rahmen eines aktuellen Projektes zum Bolzenanreißen ein“, erläutert Andreas Boog, Projektmanager im Karosseriebau der SD Automotive GmbH. „Unser Ziel ist in diesem Zuge ein schnelles und unkompliziertes Anreißen der Schweißbolzen im Fahrzeug. Zumal Werklicht – sofern die Vorbereitung sorgfältig durchgeführt wurde – flexibel bei verschiedenen Fahrzeugen einsetzbar ist.“

Zur Anwendung kommt Werklicht im Rohbau. In diesem Bereich wird der komplette Karosserierohbau – inklusive Anreißen und Setzen der Bolzen – erstellt. Damit die Schweißbolzen schneller angerissen werden können, suchten die Osnabrücker nach einer Lösung. Denn das Anreißen mit der Messmaschine dauerte relativ lange, während Schablonen erst erstellt werden mussten. Die Lösung fand SD Automotive schließlich mit Werklicht bei der Münchner Extend3D GmbH.

Werklicht besteht auf der Hardwareseite aus zwei Kameras sowie einem Industrielaser für die Projektion. Das Herzstück ist allerdings die smarte Software, durch die digitale 3D-Plandaten mit der tatsächlichen Realität verbunden werden. Zunächst werden dafür existierende CAD-Daten aus allen üblichen Datenformaten eingelesen. Mit am Werkstück angebrachten Targets gleicht die Software die gespeicherten Pläne mit dem realen Körper ab und stellt die Referenz her. Dabei können sowohl das Werkstück wie auch der Projektor unterschiedliche Positionen einnehmen – jegliche Bewegungen werden durch die Software in Echtzeit ausgeglichen. Das Funktionsprinzip von Werklicht erlaubt zum Beispiel per Laser- oder Videoprojektion Arbeitspunkte oder Bereiche exakt zu markieren oder auch Hinweise zu Arbeitsschritten direkt auf dem Werkstück anzuzeigen. Trotz der Kombination komplexer Technik ermöglicht die intuitive Bedienoberfläche dem Anwender die volle Nutzung schon nach kurzer Einarbeitungszeit. Werklicht ist zudem transportabel und innerhalb weniger Minuten einsatzbereit. Die Einrichtung des Systems ist absolut simpel: Im ersten Schritt erfolgt der Import der CAD-Daten des Bauteils in die mitgelieferte Extend3D-Software. Dann werden die sogenannten Targets auf dem Bauteil platziert, um sich in das Bauteilkoordinatensystem einmessen zu können. Falls Regelgeometrien zu RPS Ausrichtungen (Referenzpunktsystem) vorliegen, können diese ebenfalls übernommen und darauf referenziert werden – fertig.

Werklicht hat sich bei SD Automotive absolut bewährt, wie Andreas Boog bestätigt: „Nach einer gründlichen Einarbeitung erzielen wir mit dem System gute Ergebnisse. Zu den Vorteilen von Werklicht gehören das schnelle Anreißen, die Handlichkeit sowie die Flexibilität, welche die Nutzung für mehrere Fahrzeuge und das zügige Umstellen einschließt.“

Die 1984 gegründete SD Automotive GmbH beschäftigt heute 450 Mitarbeiter. Der Spezial-Dienstleister für die Automobilindustrie ist in der Lage, ganze Karossen bis zu einer Größe von 7000 mm × 2800 mm zu erstellen. Damit ist es dem Unternehmen möglich, Projekte der Kunden von der Methode bis hin zur Erstellung der Karosserie aus einer Hand zu realisieren.

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