Wire/Tube 2016 Leantool für Bihler-Servo-Stanzbiegeautomaten

Redakteur: M.A. Frauke Finus

Bihler hat auf der Wire/Tube 2016 das Leantool für die Servo-Stanzbiegeautomaten RM-NC und GRM-NC präsentiert. Halbierte Umsetzungszeiten und Herstellungskosten sowie sehr schnelle Rüstzeiten sind nach Unternehmensangaben die entscheidenden Vorteile des Werkzeug-Baukastens.

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Lean-Werkzeug auf einer RM-NC.
Lean-Werkzeug auf einer RM-NC.
(Bild: Bihler)

Es sieht alles sehr einfach aus, wie der Maschineneinrichter das neue Leantool auf die Messemaschine RM-NC montiert. Und im Endeffekt ist es das nach Unternehmensangaben auch. Denn „verschlankt“ zeigt sich das Neuwerkzeug gleich an vielen Stellen. So ist die Zahl der Werkzeugkomponenten stark reduziert, der Normalienanteil beträgt 50 % und die individuellen Werkzeugteile sind auf ein Minimum reduziert. heißt es weiter. „Es gibt beispielsweise keine Werkzeugplatte mehr“, sagt Marc Walter vom Technischen Verkauf bei Bihler. „Alle Werkzeugteile wie Stempel und Kerne sind direkt auf den Standardwerkzeugmodulen vorgerüstet. Diese steckt der Einrichter dann einfach per Schnellspannung auf die NC-Aggregate, positioniert sie anschließend samt Biegestempeln über die VC 1-Steuerung und korrigiert, falls erforderlich, die Biegeergebnisse über die automatische Neupositionierung der Aggregate nach.“ Gesagt, getan. Und schon fallen die Stanzbiegeteile aus Edelstahldraht in rasender Geschwindigkeit aus der Servomaschine.

Einfache Planung und Konstruktion

Die Vorteile des neuen Leantool-Konzepts zeigen sich jedoch schon viel früher. Marc Walter erklärt: „Bereits bei der ersten Anfrage des Kunden liefert die Machbarkeitsaussage sehr schnell Ergebnisse. Der Biegearbeitsbereich für das Stanzbiegeteil aus Draht oder Band ist klar definiert, die Biegearbeitsfolgen sind einfach planbar und die Kalkulation wird dadurch sehr plausibel. Anschließend folgt der Konstrukteur mit der einfachen Konstruktionsmethodik einem roten Faden, der sich durch das ganze Konzept zieht.“ So sind in der bNX-Software alle Lean-Normalien in der Wiederverwendungsbibliothek vorgegeben. Das parametrisch aufgebaute Lean-Werkzeugmodell passt er einfach auf das zu fertigende Stanzbiegeteil an. Dadurch lassen sich individuelle Sonderlösungen von vorn herein vermeiden und Kosten einsparen. Außerdem lässt sich die Lagerhaltung und Werkzeugfertigung auf diesen Standard anpassen. Wo individuelle Werkzeug-Sonderlösungen gerechtfertigt sind, schließt das Lean-Konzept diese nicht aus.

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Schnelle, effiziente Fertigung

Anschließend geht es gleich in die Fertigung der Werkzeugkomponenten. Darauf folgen die Montage, das Einrichten und die Produktion auf den Servo-Stanzbiegeautomaten RM-NC und GRM-NC mit bis zu 300 Teilen pro Minute. „Durch die schnellen Umsetzungszeiten von der ersten Anfrage bis hin zur Produktion lassen sich Einsparungen um mehr als 50 % gegenüber Biegewerkzeugen auf mechanischen Maschinen erzielen“, resümiert Marc Walter. „Neue Produkte - auch in sehr kleinen Losgrößen - lassen sich schneller und kostengünstiger vor dem Wettbewerb auf den Markt bringen.“ Für das neue Leantool-Konzept bietet Bihler zudem ein zweitägiges Konstruktionsseminar. Hier erfahren die Teilnehmer, wie sie durch die richtige Auswahl der Lean-Werkzeugnormalien eine klare und strukturierte Vorgehensweise bei der Konstruktion ihrer Biegewerkzeuge erzielen.

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