Antrieb Metallbalgkupplungen auf spezielle Anforderungen des Antriebs auslegen

Redakteur: Reinhold Schäfer

Balgkupplungen eignen sich besonders zur spielfreien Drehmomentübertragung in Servoantrieben. Bei der Auswahl der passenden Kupplungsbaureihe muss der Konstrukteur sowohl die Anforderungen, die der jeweilige Antrieb an die Kupplung hat, als auch die Umgebungs- und Montagebedingungen berücksichtigen.

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Bewährte Balgkupplungen der Bau- reihen KPP, KPS, KM und KSS.
Bewährte Balgkupplungen der Bau- reihen KPP, KPS, KM und KSS.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die von der Jakob Antriebstechnik gefertigten Standardreihen KM und KP sind mit dem innovativen und servicegerechten Easy-Clamp-System ausgestattet. Das Easy-Clamp-System soll ein einfaches, mit ausreichendem Passungsspiel versehenes, leichtes Verschieben auf der Welle bei Montage oder Demontage ermöglichen.

Die Baureihe KPS mit Spreizkonus sei prädestiniert für sehr kurze Baulängen und integrierten Einbau. Die Baureihe KSS hingegen sei für spezielle, hochgenaue Servo- und Stellantriebe mit sehr geringen Rückstellkräften und hoher Torsionssteife bestens geeignet.

Daneben werde die Type KPP als steckbare Metallbalgkupplung mit spielfreiem Nase-Nut-Prinzip, besonders für Blindmontagen, benötigt. Distanzkupplungen für Verbindungen von Achsabständen bis 6 m oder Miniaturkupplungen für geringe Drehmomente sollen das umfangreiche Programm der Balgkupplungen, das auch kundenspezifische Anwendungen mit einschließt, ergänzen.

Metallbalg verleiht der Kupplung hohe Drehsteifigkeit

Der mehrlagige Metallbalg trägt dazu bei, der Kupplung eine sehr hohe Drehsteifigkeit zu verleihen. Diese Eigenschaft stelle eine hohe Positionier- und Rundlaufgenauigkeit auch unter schwierigen Bedingungen sicher und garantiere eine absolut spielfreie und damit fehlerfreie Drehmomentübertragung zwischen den beiden Wellen. Ein weiterer Vorteil der mehrlagigen Balgausführung sei die Aufnahmefähigkeit großer Wellenverlagerungen bei gleichzeitig kleinen Rückstellkräften.

Die Balg-Nabe-Verbindung erfolgt entsprechend der Jakob-Fügetechnik, einem 1974 patentierten Bördel-Einpressverfahren. Es hat sich als die optimale, spielfreie Verbindung von Aluminium- oder Stahlnaben mit mehrlagigen Edelstahlbälgen erwiesen. Das Übertragungsmoment jeder einzelnen Balglage wird durch das kraftschlüssige Einpress-Fügeverfahren in die Nabe eingeleitet. Dieses Verfahren wird bei den verschiedensten Kupplungstypen eingesetzt.

Im Vergleich zu Klebeverbindungen ist es, laut Jakob, auch bei kritischen Betriebsbedingungen (-50 bis 300 °C, Chemikalien) absolut und unbegrenzt dauerfest.

Baureihe aus Edelstahl für hohe Reinheits- oder Hygienevorgaben

Sehr hohe Reinheits- oder Hygienevorgaben können, wie beispielsweise bei der Lebensmittel- oder galvanischen Industrie, bei Kupplungen aus Aluminium oder Vergütungsstahl Schwierigkeiten heraufbeschwören. Für diese Fälle bietet Jakob Servo-Balgkupplungen der Baureihe KG komplett aus Edelstahl als Alternative an. Bei dieser Bauform werden Nabe und Balg mittels eines Mikro-Plasma-Schweißverfahrens verbunden.

Der Herstellungsprozess bringt konstruktive Vorteile wie die reduzierte Baulänge mit sich. Mit Hilfe einer präzisen Schweißanlage können dauerhafte Verbindungen zwischen Metallbälgen oder Wellschläuchen und Edelstahl- oder Stahlnaben mit reproduzierbarer Qualität erstellt werden. Die Schweißverbindung erfüllt höchste Anforderungen, besonders hinsichtlich absoluter Spielfreiheit, hoher Rundlaufgenauigkeit und maximaler Torsionssteife.

Um die durch Automatisierung und Dynamisierung immer komplexer und teuerer werdenden Fertigungsanlagen zu schützen, bietet Jakob Antriebstechnik Sicherheitskupplungen der Baureihe SB als Überlastschutz und Drehmomentbegrenzer an. Sie sind die Lebensversicherung für die Maschine, egal ob die Störungen durch unkorrekte Bedienung, einen Programmierfehler, Materialüberlastung oder Werkzeugbruch verursacht wurde.

Wesentliche Leistungsmerkmale der Baureihe SB sind, Jakob zufolge, kompakte Abmessungen, niedrige Massenträgheitsmomente, der Ausgleich von Fluchtungsfehlern zwischen An- und Abtriebswelle bei geringen Rückstellkräften sowie vor allem eine absolut spielfreie, winkelgetreue Übertragung der Drehmomente aufgrund einer sehr hohen Verdrehsteifigkeit des Metallbalgs und der Kugel-Rastmechanik.

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