BIAS Bremen

Mikroumformung von winzigen Bauteilen

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Zur quantitativen Bestimmung des Werkzeugverschleißes in der Mikroumformmaschine wurde von den Wissenschaftlern am Bias ein optisches Messsystem entwickelt, das auf der digitalen Holographie beruht und einen Vergleich zwischen dem Soll- und Ist-Zustand des Werkzeugs ermöglicht. Silke Huferath-von Lüpke, die dieses Projekt betreut, beschreibt die Vorgehensweise: „Zur Erzeugung des Soll-Ist-Vergleichs des Werkzeuges werden die Messungen im neuen und verschlissenen Zustand numerisch kombiniert." In einer Versuchsreihe wurden dafür Messaufnahmen eines Schneid-Ziehringes im neuen Zustand und nach der Produktion von 7.000 Mikronäpfen ausgewertet und es konnte eine verschleißbedingte Veränderung am Schneid-Ziehringes festgestellt werden.

Sensibilisierung für die Thematik Mikroumformung mittels Android-App und Geduldsspiel

Zum Einsatz kommen die Erkenntnisse, Verfahren und Bauteile dann zum Beispiel bei der Herstellung von Antiblockiersystemen für Autos, Mobiltelefonen, Digitalkameras oder Hörgeräten. Auch wenn es sich bei dem Projekt um Bauteile mit winzigen Abmessungen handelt, der Sonderforschungsbereich 747 hat durchaus eine sehr große Dimension. Knapp acht Jahre lang arbeiten hier Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen, Fachbereiche, Institute und Fakultäten bereits gemeinsam an diesem komplexen und langfristig angelegten Forschungsvorhaben „Mikrokaltumformen", welches von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. Doch bis zur Klärung der noch offenen Punkte bleibt für die Physiker, Mathematiker, Informatiker, Ingenieure, Produktions- und Elektrotechniker noch einiges zu tun. In einem sogenannten Industriearbeitskreis, in dem sich außer den Wissenschaftlern 15 Unternehmen einbringen, werden deshalb außerdem industrierelevante Fragestellungen untersucht. „Gemeinsam wollen wir das Mikrokaltumformen bis 2018 als industrietaugliches Verfahren in der Serienproduktion etablieren“, definiert der Institutsleiter des Bias und Koordinator des Gesamtprojektes, Prof. Dr.-Ing. Frank Vollertsen, das klare Ziel, welches die Beteiligten verfolgen.

Im Februar 2014 hat der SFB 747 auch seine erste eigene Android-App veröffentlicht. Die entwickelte App trägt den Namen „klein-kleiner-mikromal“ und beinhaltet zwei Spiele sowie allgemeine Informationen über den SFB und zukünftige mikromal-Aktionen. Die Größeneffekte in der Mikrowelt, die Einflüsse auf die Umformprozesse besitzen, sind die Basis der beiden Geduldsspiele, die auf wesentliche Themen des SFB aufmerksam machen.

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