Grüner Stahl Olaf Scholz zu Besuch bei Arcelor Mittal in Hamburg

Redakteur: M.A. Frauke Finus

Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat Arcelor Mittal in Hamburg besucht.

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Hier im Bild: Dr. Uwe Braun, CEO Arcelor Mittal Hamburg, Arne Langner, Unternehmenskommunikation Arcelor Mittal, und Olaf Scholz, Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat.
Hier im Bild: Dr. Uwe Braun, CEO Arcelor Mittal Hamburg, Arne Langner, Unternehmenskommunikation Arcelor Mittal, und Olaf Scholz, Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat.
(Bild: Arcelor Mittal)

Stahlhersteller Arcelor Mittal hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen bei der Produktion in den kommenden Jahren drastisch zu senken und bis 2050 in allen seinen Werken CO2-neutral zu produzieren, bis 2030 sollen die Emissionen in Europa bereits um

35 Prozent gesenkt werden, wie das Unternehmen mitteilt.

Das Hamburger Werk gehört zu den Pionieren für die Transformation und ist Teil der Strategie „Steel4Future“, mit der Arcelor Mittal Germany seine vier Werke in Hamburg, Bremen, Eisenhüttenstadt und Duisburg in die klimaneutrale Zukunft führen will. Bereits bis 2030 soll in Hamburg die Klimaneutralität erreicht werden. Zur Umsetzung ist politische Unterstützung und finanzielle Förderung des Transformationsprojekts H2H (H2 für Hamburg) erforderlich.

Arcelor Mittal plant in Hamburg den Bau einer neuen DRI-Anlage (DRI = Direct Reduced Iron, direktreduziertes Eisen oder auch Eisenschwamm auf Deutsch). In dieser Anlage soll Eisenerz in Zukunft mit Wasserstoff aus erneuerbaren Energien statt wie bisher mit Erdgas in Eisenschwamm verwandelt werden. Daraus wird dann künftig unter Einsatz von Recyclingschrott klimaneutraler Stahl im Elektrolichtbogenofen hergestellt.

Ab 2025 der erste grüne Wasserstoff

Die geplante DRI-Anlage demonstriert erstmals die Produktion von Eisenschwamm mit Wasserstoff auf industriellem Level mit einer Jahresproduktion von 100.000 Tonnen. Nach erfolgreicher Demonstrationsphase und sobald grüner Wasserstoff in ausreichender Menge und zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar ist, soll auch die bestehende DRI-Anlage des Werks auf den Betrieb mit Wasserstoff umgerüstet werden, wie es weiter heißt.

Arcelor Mittal ist Mitglied im Hamburger Wasserstoffverbund, um bereits ab 2025 den ersten grünen Wasserstoff der in Moorburg geplanten 100 MW-Elektrolyseanlage zu erhalten. Bis 2030 sollen beide DRI-Anlagen von ArcelorMittal mit grünem Wasserstoff Eisenschwamm für die klimaneutrale Stahlherstellung liefern. Damit wird das Hamburger Werk mehr als eine Million Tonnen Stahl CO2-neutral produzieren und so jährlich etwa 800.000 Tonnen CO2 einsparen.

Zur Förderung der Anfangsinvestition von 110 Millionen Euro für die neue DRI-Anlage hat Arcelor Mittal einen Antrag bei der Bundesregierung gestellt und wartet auf den Bescheid, um mit dem Bau zu beginnen. Die Anlage soll 2025 in Betrieb gehen, wie es heißt.

Beim Besuch sagte Olaf Scholz, Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat: „Unser Land steht vor einer gigantischen Aufgabe: einer zweiten Industriellen Revolution innerhalb von weniger als 25 Jahren. Es kann uns gelingen, klimaneutral zu wirtschaften und Industrieland zu bleiben mit guten, sicheren und gut bezahlten Arbeitsplätzen. Die Transformationspläne von ArcelorMittal sind ein wichtiger Baustein für eine klimaneutrale Wirtschaft – hier in Hamburg wie auch an den anderen Standorten des Konzerns in Deutschland. Dafür müssen wir den Ausbau der Erneuerbaren Energien massiv steigern und die Stromnetze ausbauen. Ich werde mich dafür einsetzen, damit Unternehmen wie ArcelorMittal den Wandel schaffen. Die Zeit drängt. Es geht um die Zukunft von Deutschland.“