Suchen

Arbeitskleidung

Passiver Laserschutz

| Redakteur: Frauke Finus

Die Anwendung von Lasern in der Materialbearbeitung ist schon lange üblich. Die Mitarbeiter, die Laser-Maschinen bedienen, werden dabei durch entstehende kohärente Strahlung (in Form von UV-, sichtbarer und IR-Strahlung) gefährdet. Durch die Laserstrahlung können 2. Grades sowie Hautkrebs verursacht werden. Bisher gab es keine Schutzkleidung, die hätte Abhilfe schaffen können. Nun stellt Jutec eine geeignete Persönlicher Schutzausrüstung vor.

Firmen zum Thema

Entsprechend soll die Wärmeleitung gering sein, jedoch soll ein kleiner Teil der Energie bis zur Haut gelangen, um eine Reaktion durch leichtes Schmerzempfinden auszulösen. Der Anwender entfernt sich in diesem Augenblick von der Wärmequelle und die Haut verspürt keine Wärme mehr.
Entsprechend soll die Wärmeleitung gering sein, jedoch soll ein kleiner Teil der Energie bis zur Haut gelangen, um eine Reaktion durch leichtes Schmerzempfinden auszulösen. Der Anwender entfernt sich in diesem Augenblick von der Wärmequelle und die Haut verspürt keine Wärme mehr.
(Bild: Jutec)

Der Gesetzgeber hatte bereits im Jahr 2010 eingegriffen und die Arbeitsschutzverordnung zur künstlichen optischen Strahlung (OStrV) erlassen. Geregelt wurden damit die Maßnahmen zur Vermeidung und Verringerung der Gefährdungen von Beschäftigten durch künstliche optische Strahlung. Parallel wurde seitens der EU ein Projekt über die Entwicklung von Persönlicher Schutzkleidung (PSA) für Laserarbeiten mit Lasern der Klasse 3R, 3B sowie 4 ausgerufen. Auf Anfrage aus Brüssel wurde die Oldenburger Firma Jutec Hitzeschutz und Isoliertechnik GmbH mit in ein elf Firmen umfassendes Europäisches Konsortium aufgenommen, das mit der Entwicklung dieser geeigneten Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) für Laserarbeiten beauftragt wurde. Nach vierjähriger Entwicklung ist es nun gelungen, für den Weltmarkt eine geeignete Kleidung sowie Handschuhe, Schläuche, Maschinenabdeckungen und Vorhänge aus einem besonderen Textil in Oldenburg zu fertigen. Die Jutec-PSA wurde im Dezember 2014 erfolgreich von einem akkreditierten deutschen Institut zertifiziert.

Ein kleiner Teil der Energie soll bis zur Haut gelangen

Die Gesetzeslage unterstreicht diese wichtige Entwicklung. Die Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung, OstrV,schreibt vor, dass der Arbeitgeber beim Betrieb von Laser der Klasse 3B, 3R und 4 nach § 5 OStrV sicherzustellen hat, das eine Gefährdungsbeurteilung von einem sachkundigen, geprüften Laserschutzbeauftragten durchgeführt wurde. In dieser Gefährdungsbeurteilung hat der Laserschutzbeauftragte festzulegen, welche PSA am Laserarbeitsplatz und der direkten Umgebung zu tragen ist. Ziel der neuen PSA ist es, den Anwender vor Verbrennungen 2. Grades durch Einwirkung von Laserstrahlung zu schützen.

Die Funktionsweise des Textil sieht folgendermaßen aus: Ein Laserstrahl trifft auf das Textil, hierbei wird auf der ersten Lage ein großer Anteil der einfallenden Strahlung reflektiert. Diese Reflektion soll diffus (stark gestreut) erfolgen, um keine zusätzliche Gefährdung in der Nähe befindlicher Personen zu verursachen. Die mittlere Lage dient dazu, die nicht reflektierte, das heißt transmittierte oder absorbierte Energie über eine möglichst große Fläche zu verteilen. Dafür muss das Material eine hohe Streuwirkung für das transmittierte Laserlicht sowie eine möglichst hohe Wärmeleitung parallel zur Oberfläche aufweisen. Die innere Lage stellt letztlich eine zusätzliche Barriere für die in das Textil eindringende restliche Energie dar. Entsprechend soll die Wärmeleitung gering sein, jedoch soll ein kleiner Teil der Energie bis zur Haut gelangen, um eine Reaktion durch leichtes Schmerzempfinden auszulösen. Der Anwender entfernt sich in diesem Augenblick von der Wärmequelle und die Hautverspürt keine Wärme mehr.

Produkte von akkreditierten Instituten

Die einzusetzende Bekleidung gibt es in mehreren Varianten: einen Vollschutz, bei Bedarf auch zusätzlich isoliert, für den Arbeitsbereich mit mehreren Personen in unmittelbarer Nähe des Prozesses sowie einem Frontalschutz für Einpersonenarbeitsplätze. Handschuhe werden in zwei Größen angeboten. Anwendung findet diese PSA in verschiedensten Bereichen der Laserarbeiten: Laser-Hybridschweißen, Reinigung von Werkzeugen, Schneidanwendungen, Härten, Löten, Schmelzen, Laborarbeiten, Anlagenumbau, Einrichten von Lasern und Wartung von Lasern, im Flugzeugbau, in der Automobilindustrie sowie im Schiff-, Maschinen- und Apparatebau. Als Mitglied des Deutschen Normausschusses für Handschuhe und Bekleidung weist Stefan Jung, Geschäftsführer der Jutec GmbH darauf hin, wie wichtig es für die Mitarbeiter an gefährdeten Arbeitsplätzen ist, ausschließlich auf Produkte zu vertrauen, die von akkreditierten Instituten zertifiziert wurden.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 43199348)