Rohr- und Profilbearbeitung

Renaissance der Rollen beschert Profilen einen zweiten Frühling

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Mit diesem Verfahren lassen sich Profile mit sehr komplexer Geometrie umformtechnisch herstellen. Erhebliche Leichtbaupotenziale können so genutzt werden, wenn durch eine in Profilrichtung veränderliche Blechdicke ein belastungsoptimiertes und somit maßgeschneidertes Bauteil hergestellt wird. Durch eine bestmögliche Ausnutzung der Möglichkeiten in Bezug auf Konstruktion und Werkstoffauswahl sowie auf Simulation und Fertigungstechnik können Rollprofile wesentlich zur Kostensenkung und Gewichtseinsparung beitragen.

Beim Rollprofilieren lassen sich komplexe Profile sowohl mit offenen als auch mit geschlossenen Querschnitten herstellen. Durch die optimale Ausnutzung der gestalterischen und werkstoffbedingten Möglichkeiten, wie etwa Rollprofile mit unterschiedlichen Blechdicken aus Mehrphasenstählen, können diese Profile erheblich zur Kostensenkung und Gewichtseinsparung bei Stahl-Spaceframe-Lösungen beitragen.

Geringerer Materialbedarf und höhere Materialausnutzung

Als grundsätzliche Vorteile des Walz- oder Rollprofilierens im Vergleich zur herkömmlichen Schalenbauweise nennt Dr.-Ing. André Kröff, Leiter Engineering & Simulation der Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH und Scalight-Projektleiter seitens der Salzgitter AG, unter anderem „das Entfallen von Rändern und Flanschen und den daraus resultierenden geringeren Materialbedarf und demzufolge auch eine höhere Materialausnutzung“.

Zudem habe man beim Walzprofilieren immer nur eine lokale Umformzone und dadurch einen geringeren Energiebedarf. Der Vorteil beispielsweise im Automobilbau sei die steife, skalierbare Architektur. Angewendet werde diese Technologie bislang überwiegend noch in der Schweller-Produktion. Wesentlich stärker als die Automobilindustrie nutze derzeit noch die Möbelindustrie die Möglichkeiten des Walzprofilierens.

Bei den für das Walzprofilieren geeigneten Werkstoffen sieht Kröff derzeit „grundsätzlich keine Grenzen“. Für den Einsatz in der Praxis empfehle sich eine spezielle Software, wie etwa „Copra“, denn das Walzprofilieren – insbesondere bei höherfesten Stählen – erfordere ein besonderes Erfahrungswissen. Weiterentwicklungs-Aktivitäten, so Kröff, „zielen derzeit unter anderem auf das Walzprofilieren mit variablen Blechdicken über die gesamte Bandlänge“.

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