Rohr- und Profilbearbeitung

Renaissance der Rollen beschert Profilen einen zweiten Frühling

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Maschinen und Verfahren aus dem Baukasten

Die Göppinger Schuler-Gruppe „deckt die ganze Bandbreite der Profiliertechnik ab“: vom Zuführen bis zum Stapeln, vom Coil bis zum fertigen Endprodukt. Dabei bietet Schuler sowohl Standardanlagen als auch individuell auf Kundenanforderungen zugeschnittene Anlagensysteme – beispielsweise Hochleistungsanlagen inklusive sämtlicher vor- und nachgelagerter Fertigungsstationen. Grundlage eines kundenspezifischen Konzepts ist ein Baukastenangebot aus Maschinentyp und Verfahren.

Innerhalb der Schuler-Gruppe beackert die Schuler Automation GmbH & Co. KG im fränkischen Hessdorf bei Herzogenaurach das Feld der Profiliertechnik. Rudolf Röder, zuständiger Profilierexperte, ist ein alter Hase in dem Geschäft: „Wir haben bereits Ende der siebziger Jahre – damals noch bei der ehemaligen Firma Schleicher – begonnen, Profiliertechnik zu bauen und auf den Markt zu bringen.“ Diese Technologie erwies sich als clevere Ergänzung des Schuler-Produktprogramms.

Profilieren schon heute Bestandteil kompletter Fertigungslinien

Bei Schuler ist heute die Profiliertechnik Bestandteil kompletter Fertigungslinien nach dem Prinzip „Alles aus einer Hand“: von der Haspel über die Profilieranlage bis zur Stapelanlage. Vorteile der Technologie seien unter anderem: diffizilere Profil-Geometrien als beim Abkanten und das Arbeiten vom Coil aus, was einen enormen Kostenvorteil im Vergleich zur Platinenfertigung mit sich bringt. Zudem können „auf einer Schuler-Anlage beginnend vom Coil komplett fertige Produkte hergestellt werden“.

Hauptanwender-Branchen sind Regalbau, Möbelindustrie, Bauindustrie, Leuchten- und Lampenindustrie sowie Automobilzulieferer. Übliche Produkte sind unter anderem Dachrinnen, Leitplanken, Gerüste, Kabelkanäle, Haushaltsgeräte, Türen und Tore. Rudolf Röder: „Die Profiliertechnik ist ein wichtiges Standbein von Schuler Automation.“ Walzprofilieren lassen sich beispielsweise Aluminium Nirosta, Titanzink (rostfreie Verkleidungen), in Walzrichtung umformbare Baustähle, unbeschichtete und beschichtete sowie lackierte Materialien.

Zur Konstruktion der Rollen der Profilieranlagen wird bei Schuler Automation die CAD-Software „Copra“ angewandt. Bei der sehr diffizilen Konstruktion, so Röder, „ist jedoch viel mehr das Fachwissen unserer langjährigen Profilierexperten entscheidend“. Für Profilieranlagen ohne Weiterbearbeitung des Blechs (zum Beispiel Stanzungen) komme eine handelsübliche SPS zum Einsatz. Bei erforderlicher Weiterbearbeitung benötige man zur Teileverfolgung und Ansteuerung weiterer Werkzeuge einen Leitrechner. Dieser übernimmt dabei folgende Aufgaben: Teile- und Schweißnahtverfolgung, Visualisierung sowie Produkt- und Maschinendatenverwaltung und eventuell die Anbindung an einen übergeordneten Zentral-Leitrechner.

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