Entgraten/Lackieren

Richtiges Schleifen macht Schilder wetterfest

| Autor / Redakteur: Dietmar Kuhn / Stéphane Itasse

Verkehrsschilder – ein einfaches Produkt wird mit ausgeklügelter Fertigungstechnik hunderttausendfach hergestellt.
Verkehrsschilder – ein einfaches Produkt wird mit ausgeklügelter Fertigungstechnik hunderttausendfach hergestellt. (Bild: Kuhn)

Unterwegs betrachten wir die Hilfen durch Verkehrszeichen, Beschilderungen, Parkleitsysteme und Sicherungssysteme als selbstverständlich. Doch dahinter verbirgt sich eine umfangreiche und komplexe Fertigungstechnik.

Vom einfachen Schild bis zum Hightechsystem reicht die Spannbreite der Verkehrsleittechnik. Einer der Produzenten hierfür ist die Bremicker Verkehrstechnik GmbH, seit 85 Jahren am Markt und heute noch in Familienbesitz. Für die Produktion von Verkehrstechnik „verarbeiten wir jährlich circa 1000 t Aluminium als Ronden, Dreiecke oder andere Formate, mehrere Hundert Tonnen Stahl und weit mehr als 125.000 m² Folien“, sagt Kai-Uwe Pook, Prokurist und Bereichsleiter Produktion und Logistik im Unternehmen.

Schon die Fertigung eines einfachen Verkehrsschildes erfordert eine Reihe von abgestimmten Fertigungsschritten. Ausgangsmaterial sind Bleche aus Aluminium. Sie werden zugeschnitten, geschliffen, gereinigt und lackiert. Anschließend werden sie mit Folien beschichtet. „Bei großen Schildern ist das eine wahre Kunst, denn dabei werden meist mehrere Folien auf einem Blechzuschnitt kombiniert. Diese müssen entsprechend stoßgenau und möglichst unsichtbar zusammenpassen“, erläutert Pook.

Neue Linie zum Schleifen und Lackieren

Die dafür erforderliche Fertigungs- und Vorbereitungstechnik zeigt sich in einer neuen Oberflächenlinie mit Schleif- und UV-Lackieranlage. Für Pook müssen solche Investitionen umweltfreundlich und wirtschaftlich sein. Er konstatiert: „Mit den Technologien der Firmen Bürkle und Weber, die für alle Beteiligten in Sachen Dimension ein Novum darstellen, haben wir jetzt einen Schritt vollzogen, der uns jährlich viele Tonnen Lösemittel einsparen lässt und unsere Flexibilität damit deutlich erhöht.“

Dahinter verbirgt sich eine Oberflächenlinie, die einerseits eine Schleifstraße der Baureihe M der Hans Weber Maschinenfabrik GmbH in Kronach und andererseits eine Walzlackieranlage mit UV-Trocknung der Firma Robert Bürkle GmbH aus Freudenstadt beinhaltet. Die Aggregate der Baureihe M sind Schleif- und Entgratmaschinen bis zu einer maximalen Bearbeitungsbreite von 3200 mm. Hier kommt eine Kombination einer von oben schleifenden und einer von unten schleifenden Maschine zum Einsatz.

Für Georg Weber, Geschäftsführer der Hans Weber Maschinenfabrik, und Patrick Ade, Verkaufsleiter Lackieren bei Robert Bürkle, war es eine interessante Herausforderung, diese Konstellation vom Möbel- auf den Metallbereich zu adaptieren. Wie Ade betont, befassten sich die Freudenstädter bislang zwar ab und zu mit Blechen als Werkstücken, UV-Lackierung findet heute allerdings fast ausschließlich in der Möbelindustrie statt.

Ohne Lösemittel zu arbeiten, war das Ziel

Pook betont: „Für die Neuinvestition in die Oberflächenlinie gab es nur einen Weg – weg vom Lösemittel.“ UV-Lackieren kannte auch er bereits aus der Möbelbranche, wie die beiden Lieferanten auch. „Worauf es also ankam, war, dass wir die Kombination des Schleifens und der UV-Lackierung auf den Metallbereich adaptieren, um damit umweltfreundlich und gleichzeitig kostensenkend produzieren zu können. Das ist uns mit den neuen Anlagen und einem innovativen Lackhersteller gelungen. In vielen kleinen Schritten und zahlreichen Gesprächen und Versuchen konnten wir mit der Firma Lott-Lacke ein sehr stabiles System aufbauen, das alle gängigen Prüfkriterien erfüllt“, sagt der Betriebsleiter.

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