Produktion am Ende Rohrkonzern Vallourec schließt Werke Mühleim und Düsseldorf doch!

Quelle: dpa

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Die IG Metall hatte es schon lange befürchtet, gestern wurde es zur traurigen Wahrheit! Vallourec wird auch seine deutschen Standorte in Düsseldorf und Mülheim schließen.

Es ist doch passiert! Der Rohrkonzern Vallourec will seine Werke in Deutschland dicht machen. Tausende von Beschäftigten stehen dann auf der Straße. Ende 2023 soll es dann ganz aus sein.
Es ist doch passiert! Der Rohrkonzern Vallourec will seine Werke in Deutschland dicht machen. Tausende von Beschäftigten stehen dann auf der Straße. Ende 2023 soll es dann ganz aus sein.
(Bild: Vallourec )

Der französische Stahlrohrkonzern Vallourec will seine beiden traditionsreichen Werke in Düsseldorf und Mülheim an der Ruhr schließen, wie gestern bekannt wurde. Betroffen seien insgesamt rund 2.400 Beschäftigte. Die IG Metall sprach von einer „Katastrophe“. Und erst zwei Tage zuvor hatten rund 1.000 Beschäftigte vor der Konzernzentrale in Paris für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Vallourec plant nun, die Produktion bis Ende 2023 einzustellen. Wir erinnern uns: die beiden Standorte gehörten früher zur Mannesmann-Röhrenwerke AG. Das Düsseldorfer Werk im Stadtteil Rath gibt es seit 1899, das Werk in Mülheim seit 1966. Vallourec Deutschland stellt vor allem nahtlose Stahlrohre für die Öl- und Gasindustrie sowie für Anwendungen im Maschinen- und Stahlbau her, wie es weiter heißt. Ein Vallourec-Forschungszentrum im sächsischen Riesa, in dem rund 40 Beschäftigte arbeiten, ist nach Angaben des Unternehmens aber nicht betroffen.

Werksschließungen wegen gescheitertem Verkauf

Die Produktion nahtloser Stahlrohre in Deutschland sei für Vallourec nicht mehr wirtschaftlilch, erklärte Vorstandschef Philippe Guillemot. Vallourec habe seit November letzten Jahres deshalb versucht, die beiden Werke zu verkaufen. Doch keins der Kaufangebote habe eine nachhaltige Zukunftssicherung für die beiden deutschen Rohrwerke erkennen lassen. Vallourec Deutschland habe außerdem seit rund sieben Jahren signifikante Verluste erlitten. Überkapazitäten in der Branche, sinkende Margen, aber auch externe Schocks wie diverse Ölkrisen, Strafzölle aus China, die Corona-Krise sowie der von Russland begonnene Krieg in der Ukraine hätten für weitere dramatischen Auswirkungen auf Vormaterial- und Energiepreise gesorgt.

Vallourec und IG Metall suchen möglichst sanften Weg

Vallourec will jetzt Gespräche mit den Betriebsräten und der IG Metall über einen Interessenausgleich und Sozialplan beginnen. Es soll alles so fair geregelt werden, wie nur möglich, versprechen die Verantwortlichen. Die IG Metall bemühe sich um einen guten Sozialtarif. Der Schock sei aber angesichts dieser Dimensionen groß, auch wenn sich die Entscheidung schon abgezeichnet habe, wie die IG Metall anmerkt. Man habe zuvor alles versucht, um etwa den Verkaufsprozess zu begleiten. Auch sei ein Fortführungskonzept mit dem Betriebsrat und einer Beratungsgesellschaft entwickelt worden, für das sich aber keiner entschieden habe.

Trotz aller Beteuerungen seitens Vallourec ist die Belegschaft des Rohrkonzerns sehr verärgert. Die IG Metall spricht dabei auch von einem angeblich nicht sehr schönen Verhalten, denn die Betroffenen haben von ihrem Schicksal erst aus der Presse erfahren. Vallourec will die Belegschaft demnach erst am Freitag im Rahmen einer Versammlung in einer Düsseldorfer Veranstaltungshalle über die Schließungspläne informieren.

Vallourec-Werksschließungen sind in Deutschland kein Einzelfall

Vallourec Deutschland hatte bereits 2020 ein Rohrwerk in Düsseldorf-Reisholz geschlossen. Insgesamt wurden seit 2015 wurden rund 1.400 Stellen abgebaut. Trotz aller Bemühungen konnte also bis heute kein kostendeckender Betrieb der deutschen Standorte auf die Beine gebracht werden, wie sich Vallourec zu den Maßnahmen abschließend rechtfertigt.

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