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Schoeller Werk Rohrlösungen: Sicherheit bis auf den Meeresgrund

Autor / Redakteur: Markus Zimmermann / M.A. Frauke Finus

Die Förderung von Öl und Gas auf hoher See verlangt innovative und komplexe Rohrlösungen. Tiefen bis 10.000 m sind heute keine Seltenheit mehr, um an Ölvorräte zu gelangen. Um die wirtschaftliche Langzeitkalkulation zu erfüllen, sollte jede Quelle mindestens 25 Jahre sprudeln. Einen Beitrag zur notwendigen Qualitäts- und Planungssicherheit liefert das deutsche Schoeller Werk mit hochbelastbaren Control-Line-&-Chemical-Injection-Rohren für die Offshore-Industrie. Diese sind so ausgelegt, dass sie den Druckverhältnissen, den hohen Temperaturen und den aggressiven Medien standhalten.

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WIG-Orbitalschweißnaht von innen: Um die geforderten 15.000 m und mehr liefern zu können, werden Einzelringe durch eine Orbitalschweißung verbunden. Eine zusätzliche Röntgenprüfung stellt sicher, dass die Schweißung porenfrei und dicht ist.
WIG-Orbitalschweißnaht von innen: Um die geforderten 15.000 m und mehr liefern zu können, werden Einzelringe durch eine Orbitalschweißung verbunden. Eine zusätzliche Röntgenprüfung stellt sicher, dass die Schweißung porenfrei und dicht ist.
(Bild: Schoeller Werk)

Weltweit gibt es mehr als 2000 Offshore-Bohrinseln. Die technische Ausstattung dieser Anlagen stellt extreme Anforderungen an die handverlesenen Zulieferer aus der Edelstahlindustrie. Das Schoeller Werk hat die Offshore-Herausforderung bereits vor 35 Jahren angenommen und zählt seit vielen Jahren zu den festen Größen in der Branche. So entstehen in der Eifel neben Rohren für die Automobilwirtschaft, chemische Industrie und Medizintechnik sowie den Kraftwerks- und Apparatebau auch technologisch außergewöhnliche Lösungen für den Einsatz auf Bohrinseln.

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Allein für das Unternehmen TCO Norwegen, den externen Dienstleister des norwegischen Staatskonzerns Statoil, hat das Schoeller Werk seit Beginn des Kundenverhältnisses im Frühjahr 2014 über 500.000 m Rohr geliefert. Im Zentrum der Zusammenarbeit steht ein stopfengezogenes Ringrohr in den hochwertigen Nickel-Basis-Legierungen Alloy 825 und Alloy 625. Hinzu kommen austenitische Rohre aus der Edelstahlklasse 316 Ti. Die gelieferte Rohrausführung überzeugte Statoil derart, dass das Unternehmen die Rohrausführung als Standard definierte und in die eigenen Spezifikationen übernahm. Neben den unterschiedlichen Werkstoffen gilt es je nach Anforderung, unterschiedliche Durchmesser und Wandstärken darzustellen – das stopfengezogene Schoeller-Rohr bietet hier alle Möglichkeiten. Die Rohrausführung und die entsprechenden Qualitätsprüfungen legen den Grundstein dafür, dass die fertige Lösung später einem Innendruck bis 2500 bar mühelos standhält. Außerdem halten die hochwertigen Werkstoffe in Verbindung mit der verbesserten Oberflächengüte durch den Ziehprozess dem Einwirken von Salzwasser und anderen aggressiven Medien stand.

Sorgfältige Prüfung der Steuerungs- und Injektionsrohre

Die Offshore-Industrie verwendet die Rohre als hydraulische Steuerleitungen für Sicherheitsventile sowie zum Einpumpen von Chemikalien in das Ölreservoir. Auf diese Weise unterstützen sie den gesamten Förderprozess. Die Injektionsrohre ermöglichen es den Anlagenbetreibern, gezielt Chemikalien einzusetzen, die das Öl verflüssigen und so die Fließeigenschaften optimieren. Während der komplexen Fertigung durchlaufen die Rohre verschiedene Prüfverfahren, um die besondere Produktqualität vor der Installation zu gewährleisten. Vom Bandstreifen aus wird das Metall im WIG-Verfahren längsnahtgeschweißt und auf Ringe gewickelt. Neben der obligatorischen Wirbelstromprüfung erfolgt im weiteren Verlauf eine Luft-unter-Wasser-Prüfung (LUW). Die Ringe werden dabei unter Wasser mit Druckluft von bis zu 210 bar gefüllt. Per Sichtkontrolle werden die gefertigten Ringe über die gesamte Länge auf Gasdichtheit hin geprüft. Damit das Schoeller Werk seinen Kunden die geforderten Längen von bis zu 15.000 m und mehr liefern kann, werden im Anschluss Einzelringe durch Orbitalschweißung miteinander verbunden. Eine Röntgenprüfung dokumentiert, dass die Orbitalschweißung porenfrei und dicht ist. Vor der Auslieferung an den Kunden unterzieht das Schoeller Werk die Steuer- und Injektionsrohre zudem noch einem Hydrauliktest. Dabei wird das fertige Coil mit Hydraulikflüssigkeit gefüllt und mit einem Prüfdruck von bis zu 2500 bar beaufschlagt, um so die zum Teil extremen Bedingungen im Offshore-Einsatz zu simulieren.

Neben der reinen Rohrfertigung bietet das Schoeller Werk seinen Kunden aus der Offshore-Industrie ein umfassendes Servicepaket, das beispielsweise die Einkapselung der Rohre zu sogenannten Flat Packs mit Kunststoffen ummantelt. So lässt sich das Rohrbündel an der Förderleitung befestigen und vor Stauchungen und Quetschungen schützen. Weitere Dienstleistungen sind das Flushen und Füllen der Rohre. Dabei wird das Rohrinnere so lange mit einer Hydraulikflüssigkeit gespült, bis diese der vorgegebenen Reinheitsklasse nach ISO oder SAE entspricht. Die so gefilterte Flüssigkeit verbleibt auf Kundenwunsch in der Leitung – der Anwender erhält dadurch ein einbaufertiges Produkt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Rohrbündel zusätzlich mit Elektrokabeln oder Edelstahlseilen auszustatten. Weiterhin eignet sich das stopfengezogene Rohr aufgrund der glatten Innenoberfläche ideal zur Ausstattung mit Glasfaserkabel zur Übertragung von Lichtsignalen.

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