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Rundumautomatisierung für ein Biegezentrum

| Autor/ Redakteur: Willy Stahl / Frauke Finus

Der Lohnfertiger SGC setzt auf Automatisierung. Mit dem Multibend-Center von RAS hat das Unternehmen nicht nur ein produktives Biegezentrum im Einsatz, sondern hat diese Biegezelle auch an ein Hochregallager angebunden und beschickt die Platinen mit einem eigenen Beladeroboter.

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Die Kunden von SGC erwarten eine konstante Qualität der gelieferten Biegeteile. Für das französische Unternehmen mit Sitz in der Nähe von Paris ist es deshalb wichtig, diese Konstanz nicht nur bei großen Fertigungsmengen, sondern auch bei kleinen Losgrößen zu erzielen.
Die Kunden von SGC erwarten eine konstante Qualität der gelieferten Biegeteile. Für das französische Unternehmen mit Sitz in der Nähe von Paris ist es deshalb wichtig, diese Konstanz nicht nur bei großen Fertigungsmengen, sondern auch bei kleinen Losgrößen zu erzielen.
( Bild: RAS )

Die Société Giennoise de Chaudronnerie (SGC) ist ein mit den modernsten Produktionsmaschinen ausgestatteter Lohnfertiger für Blechteile. Das Unternehmen aus Gien, südlich von Paris, setzt auf Automatisierung, denn sie ist für SGC der Schlüssel für aktuelle und zukünftige Erfolge. Firmenchef Pierre Laurent ist überzeugt: „Viele Firmen setzen auf Automatisierung, um Personal zu sparen. Das mag ein Grund sein, doch unsere Philosophie geht deutlich weiter.“ Der stetig wachsende Mangel an Fachkräften ist sicher auch ein Anlass für Automatisierungsprojekte. Die Kunden erwarten eine konstante Qualität der gelieferten Biegeteile. Für SGC ist es wichtig, diese Konstanz nicht nur bei großen Fertigungsmengen, sondern auch bei kleinen Losgrößen zu erzielen. „Unsere Kunden bestellen die gleichen Teile immer wieder. Die Abrufmengen sind aber häufig gering. Bei einem wiederkehrenden Auftrag ist es für bedeutsam, dass bereits das erste Biegeteil ein Gutteil ist“, verdeutlicht Laurent den Anspruch an das Biegezentrum.

Das Multibend-Center von RAS Reinhardt Maschinenbau bei SGC hat eine Biegelänge von 2560 mm und ist mit 203 mm hohen Werkzeugen ausgestattet. Damit produzieren die französischen Blechspezialisten sowohl lange Profile, tiefe Boxen und großflächige Paneele. Die Bauteile sind sowohl aus Stahlblech, verzinktem Blech, aber auch aus Edelstahl. Das kratzfreie Biegen des Multibend-Centers bietet bei empfindlichen Oberflächen einen extremen Mehrwert und eliminiert ein nachträgliches Schleifen und Polieren. Die Blechdicken bewegen sich meist zwischen 1 und 1,5 mm.

Manipulator positioniert Werkstück höchst genau

Beim Biegen nach oben und unten bleibt die Platine auf dem Tisch des Biegezentrums liegen. Der Manipulator positioniert das Werkstück mit einer Präzision von wenigen hundertstel Millimeter auf der Biegelinie und dreht sie mit einer Genauigkeit von einem tausendstel Grad. Die Werkzeuge der Oberwange und Unterwange spannen das Blech. Davor ist nahezu unbegrenzter Platz, so dass Biegeschenkel auch sehr lang sein können und sich die Vielfalt möglicher Biegeteile zusätzlich erhöht. Das Werkzeug der Biegewange setzt flächig am Blech an. Daraus resultieren ein kratzfreies Biegen und konstante Biegewinkel. Zudem gibt es keinen Verschleiß an den Biegewerkzeugen.

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Bei der Frage, welche Biegeteile über das Multibend-Center laufen und wann die Gesenkbiegepressen den Vorzug erhalten, hat SGC eine klare Strategie. Flächige Komponenten mit mehr als vier Biegungen, wechselnden Biegerichtungen oder Teile mit Umschlägen und Radien sind klare Kandidaten für das Biegezentrum. „Wenn man ein Biegeteil mit einem Radius auf den Pressen biegen möchte, muss man mit starken Qualitätsschwankungen rechnen. Das Anschlagen der Schenkel ist kompliziert und dauert zudem sehr lange“, erklärt Fertigungsleiter Sylvain Huteau. Das Multibend-Center setzt jeden gewünschten Radius aus einzelnen Biegeschritten zusammen. Der Abstand der Steps ist so gering, dass selbst bei Edelstahl die Einzelschritte nicht sichtbar sind. Das automatische Positionieren der Biegeteile mit dem Hauptmanipulator sichert eine verlässliche Wiederholgenauigkeit. Die Biegepräzision ist auch für das nachfolgende Schweißen von hoher Bedeutung. Je geringer die Biegeschwankungen desto weniger muß geschweißt und verschliffen werden. Das beeinflusst nicht nur die Kosten, sondern auch die Optik der fertigen Biegeteile.

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Lohnfertiger kennen das: Aufträge kommen in immer kleineren Stückzahlen. Bereits nach wenigen Fertigungsteilen muss die Maschine auf den nächsten Auftrag umgerüstet werden. Die Arbeitsschritte im Vorfeld der Produktion bleiben hingegen gleich. Um die gesamte Wertschöpfungskette zu optimieren, bietet RAS die Biegesoftware Bendex – mit ihr ist eine schnellere Auftragsabwicklung möglich.

Platinen automatisiert dem Biegezentrum zuführen

Wenn immer möglich, versucht SGC die Kunden in Bezug auf automatisierungsgerechte Konstruktionen schon in einem frühen Entwicklungsstadium zu beraten. Dieses vertrauensvolle Miteinander setzt Partnerschaften voraus, die auf Langfristigkeit ausgelegt sind. Daher fokussiert sich SGC auch stark auf Stammkunden. Für die Automatisierung geeignete Biegeteile berücksichtigen auch das automatisierte Zuführen der zunächst flachen Platine an das Multibend-Center. Auf den Laseranlagen verschachtelt SGC die Platinen in Blechtafeln, um eine möglichst effiziente Materialnutzung zu erzielen. Das automatisierte Zuführen der Teile am Biegezentrum erledigt ein Beladeroboter, den SGC in Eigenregie in das Gesamtsystem integriert hat. Der Roboter holt sich eine Platine von der bereitgestellten Regalpalette und legt sie zunächst auf einem Licht-Messtisch ab. Dort wird die Vollständigkeit der Laserbearbeitung geprüft und die Lage der Platine ermittelt. Der Roboter greift die Platine erneut und führt sie entweder direkt dem Biegezentrum zu oder wendet sie zunächst an einer Umgreifstation. RAS stellte dafür die Datenschnittstelle und die Kommunikation zum Biegezentrum bereit.

Früher hatte SGC eine starke Abhängigkeit von wenigen Kunden aus der Aufzugindustrie. Die vielfältigen Biegemöglichkeiten haben das Produktspektrum deutlich anwachsen lassen. Heute beliefert der Lohnfertigungsspezialist beispielsweise auch die Elektrobranche, die Hausgeräteindustrie, die Klimatechnik und den Maschinenbau. Die Automatisierung brachte auch Zuverlässigkeit für den Kunden. Bei manuellen Maschinen können unterschiedliche Mitarbeiterqualifikationen leicht zu unterschiedlichen Biegeergebnissen führen. Hingegen sind der Ablauf und die Fertigteilqualität bei automatischen Anlagen immer konstant. Inhaber Laurent schmunzelt: „Wir konnte mit dieser Verlässlichkeit schon mehrfach Kunden gewinnen, die sich in Osteuropa geringere Einkaufspreise erhofft hatten, aber nach schlechten Erfahrungen wieder auf die heimische Qualität zurückgegriffen haben.“

RAS auf der Blechexpo 2017: Halle 1, Stand 1604

Weitere Meldungen zur Blechexpo finden Sie in unserem Special.

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