Nötige Einschnitte

Neues Sparprogramm kostet viele Stellen und fünf Schaeffler-Standorte

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Ohne Solidaritätsbeitrag hätte es mehr Stellen erwischt

Der Stellenabbau, der vor allem darauf ausgerichtet ist, Überkapazitäten im Produktionsbereich sowie in der Forschung und Entwicklung anzupassen, wird aber durch einen Solidaritätsbeitrag ergänzt, wie Schaeffler betont. Dieser sehe unter anderem einen temporären, noch im Detail auszuarbeitenden, freiwilligen Gehaltsverzicht vor – beginnend mit dem Vorstand über alle Hierarchieebenen hinweg. Der Solidaritätsbeitrag, der noch mit den relevanten Gremien abzustimmen sei, ziele darauf ab, die Personalkosten pro Kopf zu senken, um den notwendigen Stellenabbau und die damit verbundenen Einmalaufwendungen zu reduzieren. Er soll in den Jahren 2027 und 2028 zu einer unmittelbaren Entlastung der Gewinn- und Verlustrechnung führen, wie aus Herzogenaurach zu hören ist. Ohne den Solidaritätsbeitrag hätte es deutlich mehr Stellen gekostet, wie das Unternehmen anmerkt. Mit dem Programm erneuere der Vorstand aber sein Bekenntnis zum Standort Deutschland. Dazu sagt Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG: „Mit dem heute bekanntgegebenen Ergebnisverbesserungsprogramm wollen wir zeigen, dass es trotz der schwierigen Rahmenbedingungen möglich und sinnvoll ist, in Deutschland und Europa langfristig wettbewerbsfähig und kosteneffizient zu entwickeln und zu produzieren!“ Das setze aber voraus, dass Standorte konsolidiert, Technologiekompetenzen in ausgewählten regionalen Clustern gebündelt und die Personalkosten pro Kopf optimiert werden und schlankere Hierarchien geschaffen werden müssten.

Schaeffler spare demnach rund 300 Millionen Euro pro Jahr

Bei der Umsetzung des Programms, das sich, wie gesagt, im Wesentlichen auf das über mehrere Sparten verteilte Automobilerstausrüstungs-Geschäft der Schaeffler-Gruppe bezieht, kommt dem Unternehmen seine breite Aufstellung zugute, die im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung zur führenden Motion Technology Company festgelegt ist. Auf dieser Basis soll zumindest ein Teil der Stellen durch den Aufbau von Stellen in neuen Wachstumsfeldern kompensiert werden. Dr. Jochen Schröder, Vorstand Produktion, Supply Chain Management und Einkauf der Schaeffler AG, ergänzt: „Außer unserem Fokus auf der Weiterentwicklung des Kerngeschäfts bieten sich der Gruppe vielversprechende Wachstumschancen in Zukunftsfeldern – vor allem in den Bereichen Humanoide Robotik und Verteidigung. Dabei können wir auf technologisches Know-how zurückgreifen, das wir im Kerngeschäft entwickelt haben.“ Mit dem Ergebnisverbesserungsprogramm sollen bis 2030 Einsparungen von rund 300 Millionen Euro pro Jahr erzielt werden. Beim Einmalaufwand werde mit einem Betrag von rund 480 Millionen Euro gerechnet. Der überwiegende Teil des Betrags soll bereits im Jahr 2026 als Restrukturierungsrückstellung verbucht werden.

Möglichst sozialverträglicher Stellenabbau bei Schaeffler

Die Umsetzung der geplanten Maßnahmen soll, wie in den vorangegangenen Programmen auch, möglichst sozialverträglich und im engen Dialog mit den Arbeitnehmervertretungen und den Betriebsräten an den betroffenen Standorten erfolgen. Die Grundlage sei die im Jahr 2018 abgeschlossene Zukunftsvereinbarung. Die Umsetzung der strukturellen Maßnahmen ist überwiegend für die Jahre 2027 und 2028 vorgesehen. Dr. Astrid Fontaine, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin von Schaeffler, konstatiert: „Als Familienunternehmen ist es uns besonders wichtig, dass wir die notwendigen Maßnahmen im engen Dialog mit den Arbeitnehmervertretungen sozialverträglich umsetzen. Wir haben in der Vergangenheit immer wieder gemeinsam gute Wege gefunden, daran wollen wir anknüpfen.“ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lade man ein, sich konstruktiv einzubringen und den notwendigen Wandel aktiv zu begleiten.

Schaeffler will führend bei Motion Technology werden

Das heute angekündigte Ergebnisverbesserungsprogramm des Schaeffler-Managements stehe auch im Einklang mit der im Zuge der Übernahme von Vitesco bekanntgegebenen Zielrichtung des Unternehmens, die führende Motion Technology Company zu werden und – ausgehend von der ausgeprägten Technologiekompetenz und Innovationskraft – neue Geschäftsfelder zu erschließen. Dazu merkt Rosenfeld an: „Ausgehend von unserem strategischen Ziel, die führende Motion Technology Company zu werden, sehen wir die breite sektorübergreifende Diversifikation der Schaeffler-Gruppe als wichtige Chance. Wir werden alles daransetzen, neue Wachstumsfelder zu erschließen und so weit wie möglich rückläufige Aktivitäten durch neues Geschäft zu ersetzen!“

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