Anbieter zum Thema
Schaukelfreie Fertigung filigranster Kleinteile
Das wird dem Kenner schnell klar, wenn man beispielsweise den Klingenhalter eines Nassrasierers betrachtet: Filigranste Kunststoffteile nehmen die heutzutage fast übliche Zahl von fünf Klingen in einzelnen Etagen auf. Dabei müssen die Klingenaufnehmer auch noch federnd wirken. Höchste Präzision also, die die Werkzeuge für prozesssichere Spritzgießvorgänge von mehreren Millionen Zyklen leisten müssen.
Für eine derartige, ultrapräzise Bearbeitung hochwertiger Werkstoffe aus Stahl, Hartmetall oder Keramik ist die Flach- und Profilschleifmaschine Meister G3 von Amada besonders geeignet – bringt sie doch durch ihr hochwertiges Gussbett sowie einen ebenfalls gegossenen Tisch- und Säulenaufbau eine besonders steife und thermostabile Konstruktion zur Anwendung. Die stabile Schleifspindel nimmt bei regelbaren Drehzahlen von 500 bis 5000 min-1 auch hohe Kräfte auf und verteilt über eine stabile Traverse, die in der gegossenen und sehr stabilen Säule geführt wird. Derart ausgeführt bringt die steife Maschine mit einem Gewicht von 4,5 t nicht nur das Drei- bis Vierfache vergleichbarer Anlagen auf die Waage, sondern auch die nötige Grundruhe für die hochpräzise Bearbeitungsaufgabe. Diese Masse ist auch eine Grundvoraussetzung für die erreichbare hohe Arbeitsgeschwindigkeit der Meister G3, wodurch mit Tischbewegungen bis zu 500 Hüben pro Minute gearbeitet werden kann. Dafür sorgt ein patentiertes Hydrauliksystem, das auch die Richtungswechsel bei diesen hohen Geschwindigkeiten beherrscht, ohne dass sich die Maschine aufschaukelt und dadurch ungenau wird.
Ruhiger Lauf durch solide Handarbeit
Der Tisch lagert auf handgeschabten Doppel-V-Führungen, die außer ihrer guten Präzision auch eine lange Lebensdauer versprechen. Bewegt wird er über eine spezielle Kugelrollspindel. Die Achsen sind mit hoch auflösenden Mess-Systemen mit 50 nm (0,05 μm) bestückt. Die kleinste programmierbare Einheit liegt bei diesem System bei 0,1 μm. Das Zusammenspiel mit den friktionsarmen Führungen und großzügig dimensionierten Kugelumlaufspindeln ermöglicht eine hochgenaue Positionierung der Achsen.
Werkzeugmechaniker Dennis Wehrle betont: „Mit der Amada produzieren wir am Ende einer Schicht exakt das gleiche Maß wie zu Beginn – und morgens nach dem Warmlaufen das gleiche Maß wie am Abend zuvor.“ Kümmerlin überzeugt die Schnelligkeit: „Wenn mehrere gleiche Teile auf einmal aufgespannt werden und der Verfahrweg exakt auf den notwendigen Weg eingestellt ist, ist die Amada mit ihrem Schnellhub unerreicht.“ Aber nicht nur beim Schleifen überzeugt die Schnelligkeit – auch beim Rüsten und beim Abrichten ist die praxisnahe Anwenderorientierung hilfreich.
CNC-Schleif- und Abrichttechnik beschleunigt Fertigung
Dafür sorgt die funktionelle CNC-Schleif- und Abrichttechnologie TPA/VPA zum Profilieren der Schleifscheibe. Sie eignet sich sowohl für Korund- und Diamantschleifscheiben mit keramischer Bindung als auch für abrichtbare CBN-Schleifscheiben. Die schwenkbare Einheit ist dafür direkt auf dem Maschinentisch montiert. Sie ist mit Gegenlagerung mechanisch sehr stabil und dabei kompakt und leicht ausgeführt. Eine separate, sehr schnell arbeitende Abrichteinheit für das Vorprofilieren schont außerdem das Abrichtrad für das Fertigprofilieren.
Im Einrichtbetrieb der CNC kann schnell und einfach über das Werkstück verfahren werden, um über die Teach-in-Eingabe die Schalt- und Umkehrpunkte per Tastendruck in die Steuerung zu übernehmen und so die Rüstzeiten zu senken. Die bedienerfreundliche CNC erlaubt eine breite Palette an Bearbeitungen, inklusive einer in zwei Bahnen integrierten Bahnschleiftechnik. Ein integriertes Messsystem kontrolliert die Werkstücke in der Aufspannung. Damit können auch Nuten oder Schultern direkt auf dem Maschinentisch vermessen und korrigiert werden.
Handräder helfen Hemmungen zu überwinden
Lobend äußern sich die Braunform-Mitarbeiter immer wieder über die drei Handräder, mit denen sich die Maschine manuell bedienen lässt. Damit sind Vorschübe je Grad von 0,0001 bis 0,04 mm möglich. Für konventionelles Schleifen, wie es beispielsweise bei Nacharbeiten immer wieder vorkommt, kann die Maschine so schnell Ergebnisse liefern, ohne dass erst ein Programm geschrieben werden muss. „Wer kennt das nicht, dass außerplanmäßig ein Teil zu fertigen ist, bei dem man mal eben 2 µm wegschleifen muss“, schildert Kümmerlin. Da seien die Handräder wirklich hilfreich. Mayer kennt noch einen weiteren Aspekt der handbetriebenen Einstellmöglichkeit: „Die Handräder erleichtern die Vertrauensbildung für die Maschine wenn sie neu ist, weil diese Funktionen dem Bediener die Hemmungen nehmen.“
MM
(ID:42354019)