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Schnelligkeit und Qualität: Normalien in 24 Stunden geliefert

| Autor: Frauke Finus

Bevor der Werkzeugbauer loslegen kann, geht er Normalien shoppen – zum Beispiel im Webshop der Fibro GmbH. Der Normalienspezialist entwickelt und fertigt unter anderem Führungselemente für Werkzeuge und Vorrichtungen. Schaut man sich die dazu gehörenden Rollen- beziehungsweise Kugelkäfige an, wird deutlich, wie viel Wert Fibro auf Qualität, Präzision und Schnelligkeit legt.

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Fibro bietet eine umfassende Auswahl von Führungselementen für Werkzeuge und Vorrichtungen.
Fibro bietet eine umfassende Auswahl von Führungselementen für Werkzeuge und Vorrichtungen.
( Bild: Fibro )

Die Montagehalle ist belegt mit zwei unfertigen Werkzeugprojekten, die darauf warten in der Tryout-Presse eingearbeitet zu werden. Voller Ungeduld wartet der Werkzeugbauer auf die Lieferung von Bauteilen, damit er seine Werkzeuge fertigstellen kann. Bei diesen Bauteilen handelt es sich um Normalien, die er tags zuvor um 15:30 Uhr noch bestellt hat. Da klingelt das Telefon, der Wareneingang meldet den Erhalt einer Lieferung. Das Paket mit orangefarbenem Logo erkennt er sofort. Es kommt vom Normalien Hersteller Fibro und ermöglicht ihm nun die fristgerechte Fertigstellung seiner Werkzeuge. Das Unternehmen mit weltweit etwa 750 Beschäftigten hat in Deutschland zwei Standorte. Im Werk in Weinsberg ist primär der Geschäftsbereich der Rundtische ansässig, in Haßermersheim befinden sich die Produktentwicklung, die Fertigung, die Lagerlogistik, der Einkauf und der Vertrieb des Geschäftsbereichs Normalien. Unterschiedliche Komponenten wie Säulengestelle, Führungssäulen und -buchsen, Kugelkäfige, Keilnormschieber sowie Schraubendruck- und Gasdruckfedern gehen von hier aus an mehr als 13.000 Kunden weltweit. Die 100%-ige Tocheter von Läpple hat den Anspruch Marktführer nicht nur beim Umsatz, sondern auch in puncto Technologie und Innovation zu sein, wie Fibro-Geschäftsführer Jürgen Gurt erklärt. „Deshalb handeln wir nicht nur mit Normalien, sondern wir fertigen auch selbst.“ Die belieferten Branchen sind vielfältig: Kunden aus den Bereichen Automotive, Maschinenbau, Elektronik, weiße Ware, Verpackung und Medizintechnik können in neun Sprachen aus dem fortlaufend aktualisierten Katalog individuell und unkompliziert ihren Bedarf an Bauteilen zusammenstellen. Besonders einfach geht das über den Fibro-Webshop. In modernen Hochregalen lagern immer etwa 45.000 Artikel, sodass ein Versand überwiegend am Tag der Bestellung erfolgen kann. „Durch unser umfangreiches Lager können wir fast immer die gesamte Stückliste für ein Werkzeug auf einen Schlag erfüllen. Das spart dem Kunden Zeit und Nerven. Werkzeugbauer frustet nichts mehr als wenn ein Projekt nicht abgeschlossen werden kann, weil genau ein Teil fehlt“, erklärt Gurt. Großkunden sind über ERP sogar elektronisch an Fibro angebunden, hier geht die Bestellung direkt ins Lager, wird kommissioniert und anschließend zum Verpacken in den Versand, ohne dass es noch eines Zwischenschrittes, wie einer manuellen Auftragserfassung im Vertrieb, bedarf. „Diese ausgefeilte Logistik ermöglicht uns schnell auf Kundenwünsche zu reagieren“, freut sich Gurt über eine der Stärken von Fibro. Erst im letzten Jahr wurde kräftig in den Ausbau der Logistikkapazitäten investiert und 2200 neue, voll automatisierte Lagerplätze geschaffen.

Neben den standardisierten Katalogprodukten liefert Fibro auch maßgeschneiderte Normalien nach Kundenzeichnung in Losgröße 1. Ein engmaschiges Vertreter- und Servicenetz ermöglicht einen direkten und schnellen Kundensupport in Deutschland und auch im Ausland: über 70 Auslandsvertretungen sichern bei Fragen oder Problemen den direkten Draht zu Fibro. Und nicht nur das: Auf Wunsch erhalten Kunden schnelle Unterstützung durch einen kompetenten Fibro-Servicemitarbeiter vor Ort, wenn es beispielsweise um Fragen zum fachgerechten Einbau der Teile geht oder wenn der Kunde Schulungen im eigenen Haus wünscht.

Kompetenz im eigenen Haus

Neben Schnelligkeit und Service ist für Fibro auch Qualität oberstes Gebot, das wird zum Beispiel bei den Führungssäulen, Führungsbuchsen und Kugel- beziehungsweise Rollenkäfigen deutlich. „Unsere Kugelkäfige weisen eine um bis zu 20 % höhere Kugeldichte auf. Eine der wesentlichen Kennzahlen einer Kugelführung ist die Tragzahl. Man versteht darunter die zulässige spezifische Radiallast (N) des Führungselementes. Je höher diese Kennzahl ist, umso mehr können Horizontalkräfte, die der Stanzvorgang oder das dynamische Verhalten der Presse verursachen, von den Säulenführungen aufgenommen werden“, erklärt Gurt. Engste Toleranzen ermöglichen eine exakte Führung. Es sind Sintergleit-, Kugel- und Rollenführungen aus verschiedenen Werkstoffen verfügbar. „Wie die Kugeln beziehungsweise Rollen in den Käfig kommen und dort auch bleiben ist Betriebsgeheimnis“, schmunzelt Gurt und ergänzt „wir sind stolz darauf, dass hier ein von Fibro speziell entwickeltes Fertigungsverfahren zum Einsatz kommt.“ Das Werk in Haßmersheim weist eine hohe Fertigungstiefe auf: Neben Drehen, Fräsen, Hohnen und Flach- und Rundschleifen verfügt man im eigenen Haus auch über die notwendigen Einrichtungen und das fachspezifische Wissen zur Durchführung unterschiedlicher Wärmebehandlungen. Bei Fibro wird großer Wert darauf gelegt, jederzeit auf ein eigenes metallurgisches Labor in Weinsberg zurückgreifen zu können, um nicht nur die Materialqualität der eigenen Produktionsteile sicherzustellen, sondern bei Bedarf auch schnelle Werkstoffanalysen im Kundenauftrag durchführen zu können. Die angestrebte Qualität spiegelt sich auch unter den Kollegen wieder: Praktisch fast jeder der Mitarbeiter hat mindestens eine Ausbildung. Die Ausbildung der Azubis erfolgt zentral im Läpple Konzern in Kooperation mit der Läpple Ausbildungs GmbH in Heilbronn. Für Spätsommer stellt Fibro zudem einem Flüchtling einen zusätzlichen Ausbildungsplatz zur Verfügung.

„Qualitäts- und Sicherheitsaspekte spielen für uns auch eine wichtige Rolle beim Einsatz unserer Produkten, sodass wir bereits seit einiger Zeit in Zusammenarbeit mit einem Forschungsinstitut an Möglichkeiten des Plagiatsschutzes für unsere Produkte forschen“, sagt Gurt. „Wir sind auf der Suche nach einem Weg nicht nur uns, sondern vor allem auch unseren Kunden die Möglichkeit zu geben, Fibro-Qualitätsprodukte eindeutig, einfach und schnell als solche zu identifizieren.“ Ein anderes zukunftsfähiges Projekt beschäftigt sich mit dem Thema Industrie 4.0. „Vor zwei Jahren haben wir unser Portfolio um elektronische Gewindeformeinheiten erweitert. Diese können inzwischen mit einer Pressensteuerung kommunizieren und melden beispielsweise rechtzeitig, bevor ein Gewindeformer verschlissen oder gebrochen ist, “ erklärt Gurt und fügt hinzu: „Wir stellen fest, dass Werkzeuge in der Stanz- und Umformtechnik zunehmend intelligenter werden. Fibro beschäftigt sich deshalb intensiv mit diesen Themen, um die Zukunft des Werkzeugbaus aktiv mitgestalten zu können.“

Fibro auf der Stanztec: Halle MS-OG, Stand C-23-1

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