Verbindungstechnik

Schrauber prüft Spritzgussteile bei laufender Rundtakt-Montage

15.04.2010 | Autor / Redakteur: Andreas Verhoven / Rüdiger Kroh

Bild 1: Die Rundtaktmaschine automatisiert die Fertigung von Sicherheitsprodukten für die venöse Blutentnahme. Bild: Manousek
Bild 1: Die Rundtaktmaschine automatisiert die Fertigung von Sicherheitsprodukten für die venöse Blutentnahme. Bild: Manousek

In eine Montageanlage mit Rundtakttisch wurde ein Elektroschrauber für sehr kleine Drehmomente integriert. Damit werden Systeme für die Blutabnahme fehlerfrei gefertigt und die Montage lückenlos überwacht. Das Ganze passiert in einer Taktzeit von nur 1,8 s.

Für den Medizintechnik-Spezialisten Greiner Bio-One hat der Wiener Sondermaschinenbauer Manousek einen Rundtakttisch entwickelt, der die Montage eines Blutabnahmesystems weiter automatisiert und zudem zahlreiche Kontrollfunktionen übernimmt. Die Blutabnahmesysteme bestehen aus Röhrchenhalter, Verletzungsschutzkappe sowie dem Nadelträger mit der Nadel und zwei weiteren Schutzkappen.

Nadelträger und Röhrchenhalter wurden zuvor manuell verschraubt – das sollte jetzt geändert werden. Der Rundtakttisch verbindet nun beide Bauteile automatisch und montiert zusätzlich die Verletzungsschutzkappe, die den Anwender nach Gebrauch vor Verletzung und Infektion schützt. Dann werden die fertig montierten Einheiten in eine Tiefziehmaschine übergeben und verpackt.

Doch die Anlage stellt nicht nur sicher, dass das richtige Bauteil montiert wird, sie prüft zusätzlich die Leichtgängigkeit der Verschraubung bei verschiedenen Gewindelängen und damit die Qualität der Spritzgussteile. Um das umsetzen zu können, mussten die Wiener zunächst ein Schraubsystem finden, das den sehr niedrigen Drehmomentbereich von 2 bis 10 Ncm prozesssicher beherrscht (2 Ncm = 0,02 Nm). Fündig wurden die Manousek-Ingenieure bei Atlas Copco Tools, dessen Elektroschrauber der Microtorque-Serie sich für Drehmomente ab 0,5 Ncm und Schraubengrößen ab M 0,6 eignen.

Der Schrauber zählt beim Anziehen der Nadelträger die Umdrehungen

Das in der Rundtaktmaschine verbaute Microtorque-System erkennt, ob ein zu montierender Nadelträger das richtige Gewinde aufweist. Die einzelnen Nadelträger unterscheiden sich hinsichtlich der Gewindelänge sowie der maximal zulässigen und benötigten Einschraubmomente. Der Schrauber zählt beim Anziehen die Umdrehungen und erhält so eine erste Kontrollgröße, ob es sich um den richtigen Nadelträger handelt. Zusätzlich wird das Drehmoment erfasst. Innerhalb eines zuvor definierten Drehwinkels muss das Maximalmoment erreicht werden – nur dann weiß man, dass alles ordnungsgemäß verschraubt ist.

Bei Abweichungen wird das entsprechende Blutabnahmesystem zunächst als n.i.O. (nicht in Ordnung) aussortiert, bei drei aufeinander folgenden N.i.O.-Meldungen wird die Anlage sogar gestoppt. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass die falschen Teile zugeführt werden, was dann überprüft werden kann.

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