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Schröder Maschinenbau

Schwenkbiegemaschine kantet schnell und genau

| Redakteur: Dietmar Kuhn

„Decke, Boden, Wand – alles aus einer Hand“ – nach diesem Motto liefert die Lindner Group mit Hauptsitz im bayerischen Arnstorf unter anderem anspruchsvolle Verkleidungen aus Metallen. Zum Abkanten der hochwertigen Decken- und Wandverkleidungselemente in Sonderabmessungen setzt der Blechverarbeiter auf Schwenkbiegemaschinen von Hans Schröder Maschinenbau.

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Bei Lindner werden alle Teile – egal ob groß oder klein – passgenau auf Schröder-Maschinen hergestellt. Auf der Baustelle wird dann nur noch montiert.
Bei Lindner werden alle Teile – egal ob groß oder klein – passgenau auf Schröder-Maschinen hergestellt. Auf der Baustelle wird dann nur noch montiert.
( Bild: Schröder )

Zur Produktion von Decken- und Wand-elementen für nationale und internationale Bauprojekte, wie beispielsweise Flughäfen, große Hotels und Bürokomplexe und zur termingerechten Fertigung setzt die Lindner Group in ihrem Werk in Arnstorf auf vollautomatische Durchlaufanlagen. Nur so können die großen Mengen an gleichartigen Elementen aus Blechen gelocht, zugeschnitten, geformt und termingenau an die Großbaustellen geliefert werden. Abschlusselemente, abweichende Abmessungen oder Teile mit besonderen Funktionen: jedes Projekt beinhaltet zahlreiche Elemente, die in kleinen Serien oder gar als Einzelstücke gefertigt und präzise abgekantet werden müssen.

Die Sparte Decke bei Lindner nutzt dafür seit Jahren Schwenkbiegemaschinen. Nachdem sich jedoch die vorhandenen Maschinen auf Dauer als nicht robust genug gezeigt hatten, sondern eher als wartungsintensiv und für die terminkritische Fertigung bei Lindner ungeeignet, suchte man nach neuen Lösungen. „Eine Eigenschaft stand dabei besonders im Fokus: Die Biegewange sollte nicht nur von unten, sondern auch von oben abkanten können. Bei 0,6 bis 0,8 mm starken Blechen mit Kantenlängen von über 2 m ist das Handling ohne diese Funktion von einem einzelnen Maschinenbediener auf Dauer kaum zu leisten“, erläutert Stefan Seidl, Produktionsentwickler bei Lindner. Zudem berge das Wenden von großen Blechen immer auch die Gefahr von Beschädigungen, die manchmal selbst nach der abschließenden Pulverbeschichtung noch zu sehen sein können. Diese Risiken lassen sich mit einer Up-and-down-Biegewange praktisch ausschließen. Nach der Evaluation verschiedener Lösungen gab das Lindner-Team der Hans Schröder Maschinenbau den Zuschlag – auch weil das Unternehmen aus dem bayerischen Wessobrunn gleich noch ein interessantes Angebot für eine Spezialentwicklung im Anschlagsystem machen konnte. 2010 bekam die Deckenelementfertigung der Lindner AG eine Schwenkbiegemaschine SPB Evolution UD. Gesteuert von einer grafischen POS 3000, verfügt die High-End-Maschine über eine weitere Spezialfunktion: Die Oberwange der Schwenkbiegemaschine ist drehbar, womit „im Handumdrehen“ ein zweiter Satz Werkzeuge zur Verfügung steht. Da die Handhabung der Bleche an dieser Maschine grundsätzlich von einem Mitarbeiter ohne Hilfe eines Manipulators bewältigt werden sollte, konstruierten und bauten die Blechbiegespezialisten von Schröder einen motorisierten Klapptisch. Vom Materialvorrat kann ein Mitarbeiter ein Blech ohne großen Kraftaufwand auf den in die Senkrechte geklappten Tischteil kippen. Der motorisierte Tisch fährt dann in die Horizontale und das Blech liegt damit bearbeitungsbereit auf dem Anschlagtisch. Eine sehr praktische Sonderkonstruktion, durch die die Arbeit an den Maschinen erleichtert und der Durchsatz erhöht wird.

Die Steuerung macht die Maschinenbedienung ziemlich einfach

„Gerade nach den Erfahrungen in der Vergangenheit schätzen wir die Genauigkeit und Schnelligkeit der robusten Schröder-Maschine“, sagt Seidl. „Mit der Steuerung der SPB Evolution kommen unsere Mitarbeiter sehr gut zurecht. Man merkt einfach, dass hier Maschine und Steuerung aus einem Haus kommen und perfekt aufeinander abgestimmt sind.“

Da hier all die kleinen Abweichungen von den Standardelementen realisiert werden, die nötig sind, um zum Beispiel Rand- und Eckbereiche zu verkleiden, Beleuchtungs-, Klima oder andere Haustechnikkomponenten aufzunehmen, muss an der Maschine fast jedes Werkstück einzeln programmiert werden. Im Steuerungssystem POS 3000 ist dazu bei Lindner eine Reihe von Standardparametern hinterlegt, die, vom Mitarbeiter mit den jeweiligen Maßen versehen, zum Programm eines neuen Werkstücks kombiniert werden können. Touchscreen-Bedienung, 3D-Darstellung und Simulation des Fertigungsablaufs erleichtern diese Aufgabe.

Einsatzmöglichkeiten und Effizienz der Schröder-Maschine sprachen sich im Werk schnell herum. So kam es, dass die Kollegen aus der Wandmodulherstellung, die ganz ähnliche Herausforderungen mit Sonderelementen zu bewältigen haben, im Jahre 2012 ebenfalls in eine SPB Evolution UD investierten. Um dem Auftragswachstum auch bei den Kapazitäten gerecht zu werden, orderte die Deckenabteilung fast zur gleichen Zeit eine weitere der Schwenkbiegemaschinen von Hans Schröder Maschinenbau.

Die Maschinen arbeiten in drei Schichten bei einer Fünftagewoche

Eine Lohnende Investitionen, wenn man hört, wie ausgelastet die Maschinen sind. Von der Fertigung der Deckensonderelemente berichtet Seidl: „Die Schröder-Maschinen sind praktisch dauernd im Einsatz. In drei Schichten arbeiten wir fünf Tage die Woche, wobei wir bei Auftragsspitzen gelegentlich sogar das Wochenende als Kapazitätspuffer hinzunehmen müssen.“ In jeder Schicht werden bis zu 200 Teile aus Stahlblech, Aluminiumblech und Edelstahlblechen mit den Schwenkbiegemaschinen abgekantet.

Die Eigenschaften der jeweiligen Materialien sind übrigens in der POS-3000-Steuerung hinterlegt, sodass alle Einstellungen wie auch Biegewinkelanpassungen bei federndem Material automatisch vorgenommen werden. „Die erneute Anschaffung zeigt es ja: Wir sind mit den Maschinen vollauf zufrieden“, sagt Seidl. „Wir fertigen hier die Elemente, auf die es ankommt, weil sie beispielsweise einen Abschluss bilden oder Platz für Lampen lassen. Wenn wir hier auf exakte Maße hin kanten, hat das eine sichtbare Auswirkung auf die Qualität der fertigen Decke.“

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