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Blechbearbeitung

Teilevielfalt und kleine Losgrößen fordern die Fertigung heraus

| Redakteur: Dietmar Kuhn

Die fertigungstechnische Herausforderung ist groß. 15.000 hochleistungsfähige und exakt gefertigte Automaten für Getränke und Leergutrücknahme sowie Kaffeeautomaten – das ist eine Menge „Holz“. Zu 70 % bestehen die Automaten aus Blechteilen. Die Losgrößen wechseln von eins bis zu mehreren Tausend. Flexibilität und Zuverlässigkeit der Fertigung sind deshalb das A und O.

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Flaschenrücknahmeautomat für Pfandflaschen: Diese Apparate sind größtenteils aus Edelstahlblechen gefertigt.
Flaschenrücknahmeautomat für Pfandflaschen: Diese Apparate sind größtenteils aus Edelstahlblechen gefertigt.
( Bild: Kuhn )

Morgens so gegen 7 im Büro angekommen, PC eingeschaltet und seine Sachen zurechtgelegt, geht Peter S. auf den unweit seines Arbeitsplatzes stehenden Kaffeeautomaten zu. Dort holt er sich seinen Aufwecker aus einem Automaten. Mal einen ganz schwarzen, mal einen mit Milch und Zucker oder gelegentlich eine Schokocreme. Um der trockenen Luft entgegenzuwirken, nimmt er sich für die spätere Frühstückspause aus dem gleich nebenan stehenden Getränkeautomaten ein Mineralwasser und einen Orangendrink. Das Ritual läuft tagtäglich neu ab. Dabei ist für Peter S. wichtig, dass die Automaten das ausspucken, was er gerne möchte – und das tun sie eigentlich jeden Tag, das ganze Jahr über.

Herstellung von Getränkeautomaten ist größtenteils Blechbearbeitung

Doch woher der stumme und servicefreundliche Apparat kommt, darüber hat sich Peter S. noch keine großen Gedanken gemacht. Okay, das kleine Logo mit dem Schriftzug „Sielaff“, das kennt er schon, aber was sich hinter diesem Markennamen verbirgt, das weiß er nicht so genau. Dabei ist das fränkische Unternehmen Sielaff einer der führenden Automatenhersteller der Welt – für Heiß- und Kaltgetränke, Suppen oder Snacks und Rücknahmeautomaten. Und mit Automaten beschäftigt sich Sielaff bereits seit 1886. „Damals“, so erzählt Jürgen Utschig, Geschäftsführer der Sielaff GmbH & Co. KG in Herrieden, „wurden auch noch Waagen hergestellt, wie man sie noch bis Anfang der 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts vielfach in Bahnhöfen und anderen öffentlichen Einrichtungen angetroffen hat. Mit dem Einwurf eines Zehnpfennigstückes war man dabei, sein Gewicht zu erfahren.“

Seit 1949 ist Herrieden der Hauptstandort von Sielaff. Hier produziert das Unternehmen mit etwa 550 Mitarbeitern die hochautomatisierten Getränke- und Rücknahmeautomaten. „Insgesamt“, sagt Utschig, „stehen rund 650 Mitarbeiter in Lohn und Arbeit bei Sielaff.“ Produziert wird in Herrieden auf circa 27.500 m2 und einem Betrieb in Oelsnitz im Erzgebirge, der Kabel konfektioniert und verschiedene Elektrokomponenten für den Eigenbedarf herstellt. Die mechanische Produktion, die zu einem Großteil auf der Blechbearbeitung beruht, findet ausschließlich in Herrieden statt. 15.000 Automaten sind es jährlich, die von dort ausgeliefert werden – beispielsweise an große Marktketten, an Automatendienstleister und Kaffeedienstleister etcetera.

Darunter finden sich zum Beispiel auch Namen wie Dallmayr und Tchibo. Und je nach Jahreszeit schwankt die Automatenproduktion schwerpunktmäßig hin zu Heiß- oder Kaltgetränken. „Früher kamen noch die Zigarettenautomaten dazu“, erklärt Utschig, „aber dieser Markt ist für uns fast zum Erliegen gekommen, da es immer mehr Nichtraucher gibt. Heute sind es vielleicht noch 300 bis 400 Stück pro Jahr.“ Dennoch ist Sielaff mit seinem aktuellen Produktionsprogramm völlig ausgelastet.

Bleche in unterschiedlichen Abmessungen werden geschnitten, gekantet, geschweißt oder mechanisch gefügt

Wer sich so einen Lebensmittel spendenden Automaten einmal ein bisschen genauer betrachtet, erkennt auf Anhieb, dass da sehr viel Blech drinsteckt. Die bis zu 300 kg schweren Kolosse bestehen zu rund 75 % aus Blech. Bleche in vielen unterschiedlichen Abmessungen, die geschnitten, gekantet, geschweißt oder auch mechanisch gefügt werden. Aus einem Blechteil wird eine Baugruppe, aus mehreren Baugruppen ein Automat und er ist so konzipiert, dass die verwendeten Materialien mindestens zu 93 % recycelbar sind.

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