Industriegüter/Stahl

Thyssen-Krupp greift nach 5 Mrd. Minus durch

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Die Business Area Plant Technology gewann im Geschäftsjahr 2011/2012 weltweit Aufträge im Wert von 4,0 Mrd. Euro (Vorjahr: 4,5 Mrd. Euro), heißt es. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreswert leicht um zwei % auf 4,1 Mrd. Euro an. In allen Werken war die Auslastung unverändert gut, vielfach wurde an der Kapazitätsgrenze gearbeitet. Das bereits hohe Ergebnis des Vorjahres übertraf Plant Technology und erreichte im Berichtsjahr ein bereinigtes EBIT von 520 Mio. Euro (Vorjahr: 506 Mio. Euro). Um die Marktposition für Chemieanlagenbau im weltweiten Öl- und Gasgeschäft auszubauen, hat Plant Technology zudem das britische Beratungsunternehmen Energy & Power Global erworben.

Schwäche in China und Anlaufkosten für neue Produkte belasten Komponentenbereich

Im Bereich Components Technology lag der Auftragseingang trotz der Veräußerung der US-amerikanischen Gießerei Waupaca sowie des Chassis-Komponenten-Herstellers Thyssen-Krupp Automotive Systems Industrial do Brasil mit 6,9 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau. Beide Veräußerungen waren Teil der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreswert von 6,9 Mrd. Euro leicht auf 7,0 Mrd. Euro.

Insbesondere bei Komponenten für Pkw und Nutzfahrzeuge sei die Nachfrage gewachsen. Der Automobilmarkt in Europa war zwar im Vergleich zum US-Automobilgeschäft insgesamt rückläufig, die Business Area profitierte jedoch von der guten Geschäftsentwicklung wichtiger Kunden und der regen Nachfrage im Mittelklasse- und Premiumsegment. Das bereinigte EBIT lag mit 453 Mio. Euro 10 % unter dem Vorjahreswert. Anlaufkosten für neue Produkte und Werke und die rückläufige Nachfrage im Windenergie- und Infrastrukturbereich in China belasteten das Geschäft.

Marine Systems konzentriere sich nach erfolgreicher Neuausrichtung nun ausschließlich auf den Marineschiffbau. Dank der höheren Nachfrage nach Fregatten und U-Booten in außereuropäischen Ländern stieg der Auftragseingang um 21 % auf 3,6 Mrd. Euro. Der Auftragsbestand erhöhte sich im Berichtsjahr sogar auf das Rekordniveau von 9,0 Mrd. Euro. Der Umsatz blieb mit 1,2 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert von 1,5 Mrd. Euro. Das bereinigte EBIT habe mit 169 Mio. Euro (Vorjahr: 213 Mio. Euro) ein weiterhin gutes Niveau erreicht.

Thyssen-Krupp sieht Finanzierung auf solider Basis

Die Netto-Finanzschulden des Konzerns lagen laut Mitteilung zum 30. September 2012 mit 5,8 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert von 3,6 Mrd. Euro, konnten aber wie geplant auf dem Niveau des dritten Quartals gehalten werden. Mittelabflüsse bei den nicht fortgeführten Aktivitäten Steel Americas und Inoxum hätten hier im Jahresverlauf zu Buche geschlagen. Aufgrund einer freien Liquidität von 6,7 Mrd. Euro (liquide Mittel und freie, fest zugesagte Kreditlinien) sieht der Konzern die Finanzierung auf einer gesicherten Basis.

Der Verkaufsprozess für die Werke der Business Area Steel Americas in Brasilien und den USA verläuft planmäßig, versicherte Hiesinger auf der Bilanzpressekonferenz. In der im November 2012 gestarteten zweiten Phase werde einer Auswahl von Interessenten die Möglichkeit gegeben, die Werke im Rahmen einer Due Diligence zu analysieren und verbindliche Kaufangebote abzugeben.

Im Zusammenhang mit der Klassifizierung als nicht fortgeführte Aktivität von Steel Americas sei eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert in Höhe von 3,6 Mrd. Euro notwendig geworden. Der beizulegende Wert sei aus internen Berechnungen und aus Erkenntnissen aus dem laufenden Veräußerungsprozess abgeleitet.

Strategische Weiterentwicklung von Thyssen-Krupp macht Fortschritte

Große Fortschritte sieht der Konzern bei der im Mai 2011 begonnenen strategischen Weiterentwicklung. Das damals angekündigte Programm der Portfolio-Optimierung, das ein Umsatzvolumen von mehr als 10 Mrd. Euro umfasste, sei vollständig umgesetzt worden. Von besonderer Bedeutung sei der Zusammenschluss des Edelstahlgeschäfts Inoxum mit dem finnischen Wettbewerber Outokumpu, der bereits im Januar 2012 vertraglich vereinbart worden war. Am 7. November 2012 sei die Genehmigung durch die EU-Kommission gefolgt. Die Transaktion soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein und zu einer deutlichen Reduktion der Netto-Finanzschulden führen.

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