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„Mit dem Abschluss unserer Portfolio-Optimierung und dem Verkauf von Steel Americas erhöht sich das Gewicht der Industriegüter-Geschäfte innerhalb des Konzerns deutlich. Ohne Inoxum, Steel Americas und einige kleinere Verkäufe sinkt der Umsatzanteil der Stahlproduktion von 40 % auf nur noch knapp 30 %. Anders ausgedrückt: 70 %, der weit größere Teil, sind Material- und Logistikdienstleistungen sowie Industriegüter-Geschäfte“, erläuterte Hiesinger weiter.
Effizienz im Thyssen-Krupp-Konzern soll deutlich steigen
Weiterhin plant Thyssen-Krupp nach eigenen Angaben, die Effizienz des Konzerns erheblich zu steigern und die Kosten weiter zu senken. Im Geschäftsjahr 2011/2012 erreichten die Performance-Maßnahmen des Konzernprogramms „Impact“ bereits einen positiven EBIT-Effekt von mehr als 300 Mio. Euro. Darauf aufbauend soll in den kommenden drei Jahren durch das Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm ein kumulierter positiver EBIT-Effekt von weiteren 2 Mrd. Euro erzielt werden. Ausschlaggebend dafür seien eine Performance- und Effizienz-Steigerung der Business Areas, verschiedene Querschnittsinitiativen über alle Business Areas hinweg sowie eine Straffung der Konzernführungsorganisation.
Um die Komplexität des Konzerns zu reduzieren, werden bereits zum 1. Januar 2013 die beiden Business Areas Plant Technology und Marine Systems zu einer gemeinsamen Business Area mit dem Namen „Industrial Solutions“ zusammengeführt, wie Hiesinger ankündigte. Beide Bereiche verfolgen ein ähnliches Geschäftsmodell und sollen durch den Zusammenschluss von Synergieeffekten profitieren. Außerdem sollen ebenfalls zum 1. Januar 2013 die Konzerngesellschaften Fördertechnik und Polysius innerhalb der Business Area Industrial Solutions zusammengeführt werden. Beide Unternehmen seien wichtige Partner der Zement- und Mineralindustrie. Auch mit diesem Schritt würden Überschneidungen beseitigt und die Effizienz erhöht.
Thyssen-Krupp erwartet eher stagnierende Wirtschaftsentwicklung
Die Geschäftsentwicklung des Konzerns im Geschäftsjahr 2012/2013 wird aus heutiger Sicht ganz wesentlich von der noch ausbleibenden Belebung der Weltwirtschaft mit einer ungelösten Schuldenkrise insbesondere im Euro-Raum und einer verlangsamten Wachstumsdynamik in den aufstrebenden Volkswirtschaften geprägt sein, heißt es in der Mitteilung. Unter der Annahme einer überwiegend stagnierenden Entwicklung in den Kernmärkten der stärker zyklischen Werkstoff- und Komponenten-Geschäfte, deren verlässliche Planbarkeit im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld nicht wesentlich über ein Quartal hinausreiche, erwartet der Konzern derzeit folgende Entwicklung von Umsatz und bereinigtem EBIT:
Für das Geschäftsjahr 2012/13 erwartet Thyssen-Krupp einen Konzernumsatz für die fortgeführten Aktivitäten auf dem Niveau des Vorjahres von etwa 40 Mrd. Euro. Dabei geht der Konzern davon aus, dass es nicht zu größeren Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten kommt. Entfallende Umsätze aus Portfoliomaßnahmen, insbesondere bei Steel Europe und Components Technology, sollten durch organisches Wachstum bei den Industriegüter-Geschäften weitgehend kompensiert werden.
Unter der Annahme, dass sich die zu Beginn des neuen Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr noch verhaltenere Werkstoffkonjunktur fortsetzt, aber nicht noch zunehmend verschärft, sollte das bereinigte EBIT aus fortgeführten Aktivitäten des Konzerns bei rund 1 Mrd. Euro liegen.
„Wir sehen im Material- und Werkstoffumfeld keine Erholung und begrüßen deshalb die Initiative der Bundesregierung, das Kurzarbeitergeld auf 12 Monate zu verlängern“, sagte Hiesinger. Derzeit sind 2000 Beschäftigte von Thyssen-Krupp in Kurzarbeit.
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