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Thyssen-Krupp investiert 300 Mio. Euro in Warmbandfertigung

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die Thyssen-Krupp Steel Europe AG investiert rund 300 Mio. Euro in ihre Warmbandwerke in Bochum und Duisburg. Mit den Investitionen baut der Stahlhersteller seine technologisch führende Position bei hochwertigen Qualitätsflachstahl-Produkten aus. Gleichzeitig sichert die Modernisierung Standorte und Arbeitsplätze an Rhein und Ruhr.

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Für eine bessere Qualität seiner Warmband-Stähle investiert Thyssen-Krupp erheblich. (Thyssen-Krupp)
Für eine bessere Qualität seiner Warmband-Stähle investiert Thyssen-Krupp erheblich. (Thyssen-Krupp)

Warmband ist die Basis aller Flachstahl-Produkte von Thyssen-Krupp Steel Europe. Das Unternehmen betreibt vier Warmbandwerke mit einer jährlichen Gesamtkapazität von rund 15 Mio. Tonnen. Die Warmbandwerke 1 und 2 sowie eine Gießwalzanlage, die ebenfalls Warmband fertigt, arbeiten am Standort Duisburg. In Bochum produziert das Warmbandwerk 3.

Warmband-Stähle für Leichtbau und Windkraftanlagen

Bei der Warmbandfertigung werden Stahlblöcke bei Temperaturen von mehr als 1000 °C in mehreren hintereinander liegenden Walzgerüsten zu dünnem Band gewalzt. Das Material wird von den Kunden entweder direkt eingesetzt oder bei Thyssen-Krupp Steel Europe weiterverarbeitet.

Die Warmbandwerke, die jetzt modernisiert werden, erzeugen unter anderem hochfeste Leichtbau-Stähle für die Automobilproduktion, Vormaterial für Weißblech sowie Stähle für Erdöl- und Erdgaspipelines. Hinzu kommt Vormaterial für Elektroband, das unter anderem in Windkraftanlagen oder in Hybridmotoren für Automobile zum Einsatz kommt oder in Transformatoren für hohe Wirkungsgrade bei der Energieübertragung sorgt. Bei diesen Stahlsorten kommt es auf genaue Abmessungen und auf präzise eingestellte, über die gesamte Bandlänge gleich bleibende technische Eigenschaften an, heißt es in der Mitteilung des Stahlkonzerns.

Investitionen im Warmbandwerk 1 sollen gleichmäßige Abmessungen sichern

Ein Investitionsschwerpunkt des Warmbandkonzepts ist das Warmbandwerk 1 mit einer Jahreskapazität von rund 3 Mio. t. Das Werk erhält unter anderem Systeme zur Profil-, Kontur- und Planheitsregelung, die besonders gleichmäßige und präzise Abmessungen über die gesamte Länge und Breite des Warmbandes sichern.

Außerdem wird die Bandkühlung erneuert. Der Kühlprozess hat großen Einfluss auf die technischen Eigenschaften des Stahls wie Festigkeit oder Umformbarkeit.

Die Öfen, in denen die Stahlbrammen auf Walztemperatur gebracht werden, erhalten teilweise neue Brenner. Die Brenner sorgen nicht nur für kürzere Aufheizzeiten, sondern kommen auch mit weniger Energie aus. Neue Walzantriebe und die Erneuerung der rechnerbasierten Steuerung der gesamten Walzstraße sind ebenfalls Teil des Modernisierungsprogramms.

Warmbandwerk 2 erhält neue Steuerung für Vor- und Fertigungsstraße

Zurzeit installiert wird eine neue Intensivkühlung im Warmbandwerk 2 im Werksteil Beeckerwerth. Damit will Thyssen-Krupp Steel Europe unter anderem das Produktspektrum bei höherfesten Stählen für Öl- und Erdgaspipelines ausbauen. Zusätzliche Investitionen gehen in eine neue, rechnerbasierte Steuerung der Vor- und Fertigstraße und in die Ausstattung weiterer Walzantriebe mit neuen Großmotoren.

Erneuert werden auch die Anlagen für Transport und Lagerung der fertigen Warmband-Coils. Im Warmbandwerk 3 in Bochum wird ebenfalls in eine neue Kühlstrecke für eine genauere Temperaturführung sowie Walzeinrichtungen für präzisere Warmbandabmessungen investiert.

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