Hochofentechnologie Thyssenkrupp setzt auf „Sauerstoffbeatmung“ im SIP-Verfahren

Redakteur: Peter Königsreuther

Der Hochofen Schweigern 1 in Duisburg arbeitet jetzt mit dem Sequenz-Impuls-Prozess (SIP). Dieser steigert die Effizienz der Stahlherstellung und gilt als Schlüssel für das Tor in die Zukunft...

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Thyssenkrupp hat in Duisburg den Hochofen „Schwelgern 1“ mit einer neuen Technologie ausgestattet: Dem sogenannten SIP-Verfahren („Sequenz-Impuls-Prozess mit induzierten Stoßwellen“)- Es leistet einen Beitrag zur Steigerung der Effizienz im Ofen. heißt es.
Thyssenkrupp hat in Duisburg den Hochofen „Schwelgern 1“ mit einer neuen Technologie ausgestattet: Dem sogenannten SIP-Verfahren („Sequenz-Impuls-Prozess mit induzierten Stoßwellen“)- Es leistet einen Beitrag zur Steigerung der Effizienz im Ofen. heißt es.
(Bild: Thyssenkrupp / R. Schröder)

Dabei handele es sich um ein innovatives Sauerstoff-Injektionsverfahren, das speziell auf den Hochofenprozess zugeschnitten sei. Federführend bei der Entwicklung des SIP-Verfahrens, das weltweit einzigartig ist, wie das Unternehmen betont, waren die Thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH, ein Unternehmen von Thyssenkrupp Materials Services, und Thyssenkrupp Steel Europe. Wie die Spezialstens erklären, ist das Ganze auf die sogenannte Tiefenwirkung des Sauerstoffs ausgelegt. Damit das funktioniert, werden bei jeder der insgesamt 40 Blasformen des Hochofens zusätzliche Lanzen eingesetzt, durch die Sauerstoff strömt. Jede Lanze wird außerdem von einer eigenen Injektionsbox, der SIP-Box, versorgt, heißt es weiter. Der zusätzliche Sauerstoff wird dann impulsmäßig in die Öfen injziert, wo er in tieferen Regionen wirksam wird. Das Resultat sind verbesserte Strömungen von Gasen und Schmelze im Hochofen, was dessen Effizienz steigert.

Weil sich die Stahlindustrie in absehbarer Zeit vom Kohlenstoff verabschieden muss...

Dr. Rainer Klock ist Manager Ofenmetallurgie des Hochofenbetriebes Schwelgern von Thyssenkrupp Steel Europe. Er merkt an: „Das SIP-Verfahren haben wir selbst entwickelt. Deshalb ist unser Ofen der weltweit erste, der damit ausgestattet ist. Weil die Kohlenstoffbasierte Metallurgie der Hochofenroute der wasserstoffbasierten weichen wird, ist das SIP-Verfahren der Schlüssel für eine Effizienzsteigerung und die Chance CO2 zu sparen.“

Thyssenkrupp erwartet damit aber auch Kosten reduzieren zu können. „Wir sparen durch den optimierten Verbrauch der Reduktionsmittel Koks und Einblaskohle! Voraussichtlich allein bei Schwelgern 1 messen sich diese in Millionenhöhe – und das ist nur der Anfang“, prognostiziert Jörg Glebe, Geschäftsführer der Thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH. Auf lange Sicht möchte man, wie es weiter heißt, die Technologie weltweit auf den Markt bringen. Erste Sondierungsgespräche seien bereits mit großen Anlagenbauern am Laufen.

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