Suchen

Additive Fertigung Trumpf steigt in den 3D-Druck ein

Autor: Stéphane Itasse

Der Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf GmbH + Co. KG hat ein Joint Venture für die generative Fertigung vereinbart. Partner ist der größte italienische Laserhersteller Sisma S.p.A., der zu 45 % an dem neuen Unternehmen beteiligt ist, während Trumpf 55 % der Anteile hält, wie das Ditzinger Unternehmen am Dienstag mitteilt.

Firmen zum Thema

Beim 3D-Druck metallischer Werkstoffe wird Metallpulver Schicht für Schicht per Laser aufgetragen.
Beim 3D-Druck metallischer Werkstoffe wird Metallpulver Schicht für Schicht per Laser aufgetragen.
(Bild: Trumpf)

Beide Teilhaber bringen Know-how, Personal und Kapital in das Joint Venture ein, wie es weiter heißt. Die Trumpf Sisma S.r.l. habe ihren Sitz im italienischen Piovene Rocchette bei Vicenza. Dort wollen Trumpf und Sisma gemeinsam Fertigungssysteme der neuesten Generation für das 3D-Drucken von Metallteilen entwickeln.

Trumpf will 3D-Druck industrietauglich machen

Mit dieser auch Additive Manufacturing genannten Technik könnten direkt aus dem 3D-Konstruktionsprogramm beliebige Teile aufgebaut werden: Sie entstünden Schicht für Schicht aus metallischem Pulver, gefügt mit der Kraft des Lasers. Die Technik habe das Potenzial, Verfahren wie Fräsen oder Gießen teilweise zu ersetzen. Die Bauteile seien dabei genauso belastbar und beständig wie ihre konventionell gefertigten Pendants.

Bildergalerie

Bereits heute qualifizieren Unternehmen aus verschiedensten Branchen Bauteile und Produkte, für deren Fertigung sich Additive Manufacturing anstelle bisheriger Verfahren eignet, wie es in der Mitteilung heißt. Um hier Lösungen anbieten zu können, arbeite Trumpf sowohl am Headquarter in Ditzingen als auch gemeinsam mit Sisma an einem schnellen Markteinstieg. Mit ihrer Kompetenz im Laser- und Maschinenbau wollen die Joint Venture-Partner robuste, produktive Fertigungsmaschinen für die Serienproduktion anbieten. „Viele Maschinen, die heute im Markt sind, zielen eher auf den Prototypenbau“, sagt Dr. Peter Leibinger, Vorsitzender der Trumpf Lasertechnik. „Doch in Zukunft wird es bei den Anlagen zur generativen Fertigung vor allem auf Industrietauglichkeit ankommen.“

Sisma und Trumpf bringen Erfahrungen im 3D-Druck mit ein

Sisma hat schon vor mehreren Jahren damit begonnen, eine Additive-Manufacturing-Maschine für die Fertigung kleinerer Metallgegenstände zu entwickeln, wie Trumpf berichtet. Diese Expertise bringe das italienische Unternehmen in das Joint Venture ein. Mit einem Umsatz von 33 Mio. Euro und rund 1000 verkauften Lasern pro Jahr sei Sisma der größte Laserhersteller Italiens. Das Unternehmen beschäftige etwa 130 Mitarbeiter und blicke auf mehr als 50 Jahre Erfahrung in der Präzisionsmechanik und Industrieautomation zurück. Die wesentlichen Zielmärkte des Laser- und Systemanbieters seien die Bereiche Schmuck, Fashion, Dental und Industrie.

Trumpf hat sich nach eigenen Angaben bereits im Jahr 2000 als Pionier in den Bereich des Additive Manufacturing begeben. Die Trumaform – eine Universalmaschine für die generative Fertigung metallischer Werkstoffe – sei ihrer Zeit jedoch voraus gewesen, da der Markt für die Serienfertigung von Bauteilen noch nicht entwickelt war. Mit Beginn dieses Jahres sei Trumpf erneut in das Additive-Manufacturing-Geschäft eingestiegen und profitiere dabei sowohl von den Ergebnissen früherer Entwicklungen als auch von der stetig verbesserten Expertise im verwandten Laserauftragschweißen, das schon heute in verschiedenen Branchen für Reparaturen und Beschichtungen eingesetzt werde.

(ID:42679451)

Über den Autor

 Stéphane Itasse

Stéphane Itasse

MM MaschinenMarkt