Intech 2016

Trumpf zeigt Pilotfabrik für Industrie 4.0

| Redakteur: Peter Königsreuther

Am Beispiel Blechverarbeitung demonstriert Trumpf in seiner Pilotfabrik zu Industrie 4.0, wie Arbeit 4.0 funktioniert und was man für die produktive und reibungslos arbeitende Smart Factory alles braucht.
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Am Beispiel Blechverarbeitung demonstriert Trumpf in seiner Pilotfabrik zu Industrie 4.0, wie Arbeit 4.0 funktioniert und was man für die produktive und reibungslos arbeitende Smart Factory alles braucht. (Bild: Trumpf)

Die traditionelle Trumpf-Hausmesse Intech steht ganz im Zeichen von Industrie 4.0, wie es heißt. Auch neuartige Qualifizierungs-Ideen im Sinne von Arbeit 4.0 fokussiert das Vorreiter-Unternehmen aus Baden-Württemberg noch bis zum 23. April in Ditzingen.

Der Werkzeugmaschinen- und Laserspezialist Trumpf geht in der praktischen Umsetzung von Industrie 4.0 den nächsten Schritt. Anlässlich der Hausmesse Intech, die vom 19. bis 23. April 2016 am Stammsitz in Ditzingen stattfindet, präsentiert das Unternehmen eine vernetzte Pilotfabrik. Das Unternehmen hat seine „Produktionseinheit Blech“, die vergleichbar mit einem klassischen Blechfertigungsunternehmen ist, auf digitalisierte Prozessabläufe umgestellt: Hier werden Bausteine aus der Trumpf eigenen Lösungswelt Truconnect und der digitalen Geschäftsplattform Axoom intensiv genutzt und weiterentwickelt. So kann beispielsweise ein MES-System Maschinenzustände erfassen, darstellen und auswerten – papierlos, interaktiv und mit stets aktuellen Produktionsmeldungen auf einem mobilen Handheld.

Blech zeigt wie Industrie 4.0 klappt

Als einer der Vorreiter weltweit arbeitet Trumpf seit Jahren intensiv an der Realisierung von Industrie 4.0. „Gerade weil das Thema vergleichsweise abstrakt ist, möchten und müssen wir nah an unseren Kunden sein, ihnen Orientierung bieten und die vielen offenen Fragen beantworten. Das erwarten unsere Kunden von uns – und das ist auch unser Anspruch“, unterstreicht Mathias Kammüller, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen die zentrale Rolle von Industrie 4.0. „Die Produktionseinheit Blech ist ein konkretes Beispiel dafür, wie Industrie 4.0 funktioniert. Mit derartigen Anwendungsfällen können wir es schaffen, die Produktivität in den nächsten Jahren um bis zu 30 Prozent zu steigern“, so Kammüller.

Das Unternehmen präsentiert auf seiner Hausmesse traditionsgemäß das gesamte Produkt- und Technologieportfolio. Neben neuen und bewährten Anlagen für das Schneiden, Schweißen, Biegen und Stanzen stellt Trumpf auch sein umgestaltetes Vorführzentrum in Ditzingen vor. Im sogenannten Truconnect Forum im Eingangsbereich lassen sich je nach Anforderung individuelle Lösungen für die Smart Factorys der Kunden entwickeln.

Neue Qualifizierungskonzepte gefordert

Abgesehen von den technologischen Herausforderungen beschäftigt sich Trumpf intensiv mit den gesellschaftlichen Auswirkungen, die mit der Digitalisierung der Arbeitswelt einhergehen. „Industrie 4.0 führt zu veränderten Arbeitsaufgaben, die andere Kompetenzen unserer Mitarbeiter bedingen“, sagt Gerhard Rübling, Arbeitsdirektor und verantwortlich für Vertrieb und Services innerhalb der Gruppengeschäftsführung. „Diese Kompetenzen müssen auf Grund der Geschwindigkeit der Veränderungen mit modernen Lernformen vermittelt werden. Deshalb erarbeiten wir derzeit ein neues Qualifizierungskonzept für die zunehmend disziplinübergreifenden und prozessorientierten Tätigkeiten unserer Mitarbeiter.“

Für Trumpf zeichnet sich ab, dass die Arbeitswelt in Zukunft sehr stark durch Mobilität und Agilität der Arbeitnehmer gekennzeichnet sein wird. Folglich sind dies auch zentrale Punkte im neuen Bündnis für Arbeit, über das derzeit verhandelt wird. „Wir möchten weg von der starren Wochenarbeitszeit hin zu einer Jahresarbeitszeit“, erklärt Rübling. „Das bietet mehr Flexibilität für das Unternehmen und für die Mitarbeiter.“ So lassen sich beispielsweise Auslastungsspitzen in der Produktion besser abbilden oder zusätzlich zum Urlaub längere Freizeitblöcke bilden

Nichts geht ohne Partnerschaften

Wichtig für die Innovationskraft von Trupmf ist die Kollaboration mit Hochschulen und außeruniversitärer Forschung. Peter Leibinger, stellvertretender Vorsitzender der Unternehmensgruppe und Vorsitzender des Geschäftsbereichs Lasertechnik, betont: „Die Vernetzung von Daten und Dingen kann nur im Zusammenspiel vieler Player gelingen. Die institutionelle Forschung in Projekten mit mehreren Partnern spielt für uns eine zentrale Rolle“. Deswegen engagiert sich TRUMPF auch als Partner der Innovationsplattform Code_n, die im September in Karlsruhe ein großes Start-up-Festival veranstalten wird. „Wir wollen uns dort mit anderen Unternehmen und Start-ups aus dem Bereich Photonics 4.0 austauschen und gemeinsam neue Impulse für die Zukunft der Photonik setzen“, führt Leibinger aus. Photonics 4.0 beschreibt, wie Industrie 4.0 mit Hilfe von optischen Technologien weiter voranschreiten kann.

MM

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