Tarifrunde VDMA sieht Tarifeinigung der Metall- und Elektroindustrie kritisch

Redakteur: Katharina Juschkat

Die Arbeitgeber und IG Metall in NRW haben sich auf einen Tarif geeinigt: Einmalige Coronaprämie und ein neues Transformationsgeld wurden beschlossen. Der VDMA kritisiert: Die Einigung basiert auf einer zu optimistischen Annahme.

Firmen zum Thema

VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann kommentiert die Tarifeinigung: „Die Tarifeinigung ist eine Anleihe auf die Zukunft.“
VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann kommentiert die Tarifeinigung: „Die Tarifeinigung ist eine Anleihe auf die Zukunft.“
(Bild: VDMA/Salome Roessler)

Arbeitgeber und IG Metall in NRW haben sich geeinigt: Eine Einmalzahlung und ein jährliches Transformationsgeld für die Metall- und Elektroindustrie. Ende Juni soll es eine einmalige Coronaprämie von 500 Euro geben. Ab Juli erhöhen sich die Entgelte um 2,3 Prozent – ohne jedoch sofort ausgezahlt zu werden. Das Geld wird monatlich angespart und im Februar 2022 in Summe als Transformationsgeld ausbezahlt. Dieser Tarifvertrag läuft bis 30. September 2022 – dannach kann die IG Metall wieder über Entgelterhöhungen verhandeln. Das Transformationsgeld soll dauerhaft als jährliche Sonderzahlung erhalten bleiben.

VDMA: „Tarifabschluss ist eine Anleihe auf die Zukunft“

Der VDMA kritisiert, dass die Tarifeinigung von der optimistischen Annahme ausgehe, dass sich die Unternehmen rasch von der Corona-Krise erholen. VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann erklärt: „Dafür gibt es bislang vorsichtige Anzeichen. Insofern ist zu hoffen, dass die vorgesehenen Differenzierungsmöglichkeiten ausreichen, um Unternehmen in schwieriger Lage zu entlasten.“

Der VDMA geht davon aus, dass viele Unternehmen erst Ende 2022 wieder das Umsatzniveau erreichen, das sie vor der Krise hatten. „Von daher ist die Tarifeinigung eine Anleihe auf die Zukunft“, fährt Brodtmann fort. „Eine längere Laufzeit bis Ende 2022 hätte den Unternehmen Planungssicherheit für das volle Geschäftsjahr gegeben.“

(ID:47321147)