Pressentechnik VW erweitert Presswerk in Zwickau

Redakteur: M.A. Frauke Finus

Volkswagen hat im E-Auto-Werk Zwickau die Erweiterung seines Presswerks offiziell in Betrieb genommen. Herzstück ist eine XL-Presse von Schuler.

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Die neue Großpresse läuft: VW-Produktionsvorstand Dr. Christian Vollmer (r.) erläutert Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (Mitte) die Wichtigkeit der neuen Presse im Fahrzeugwerk Zwickau.
Die neue Großpresse läuft: VW-Produktionsvorstand Dr. Christian Vollmer (r.) erläutert Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (Mitte) die Wichtigkeit der neuen Presse im Fahrzeugwerk Zwickau.
(Bild: Volkswagen)

Ab sofort wird die komplette Außenhaut für die in Zwickau gefertigten sechs Elektro-Modelle vor Ort gepresst. Die Investition in Höhe von 74 Millionen Euro trägt dazu bei, die CO2-Bilanz von ID.3 und ID.4 weiter zu verbessern, wie VW mitteilt. Der Effekt sei beachtlich: Mehr als 9.000 direkte Lkw-Fahrten für den Karosseriebau und damit 5.800 t CO2 werden fortan jährlich eingespart, wie es weiter heißt. In der Fabrik entstehen dadurch 60 neue Arbeitsplätze. An der feierlichen Einweihung nahmen neben dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer auch Christian Vollmer, Vorstand Produktion und Logistik der Marke Volkswagen, Dr. Stefan Loth, Vorsitzender der Geschäftsführung Volkswagen Sachsen und Jens Rothe, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates bei Volkswagen Sachsen, teil.

Herzstück der Erweiterung ist die neue, mehr als 1.000 t schwere XL-Presse von Schuler. Sie gilt als eine der modernsten Pressen der Automobilindustrie weltweit. Ihre Presskraft liegt bei 6.900 t, aufgeteilt in fünf Stufen. Mit 10.800 Presshüben am Tag ist die 92 m lange, 22 m breite und 12 m hohe Presse sehr leistungsfähig, wie es weiter heißt. Ein entscheidender Grund dafür ist der Antrieb. Erstmalig wird im Volkswagen-Konzern auf einen Mix aus konventioneller und Servo-Technik innerhalb einer Presse gesetzt. So vereinen sich in Zwickau die Vorteile beider Techniken: Durch die hohe Geschwindigkeit werden viele Teile gepresst, andererseits wird durch das sehr präzise Arbeiten höchste Qualität sichergestellt, so VW.

Nach dem Stammwerk in Wolfsburg verfügt das Fahrzeugwerk Zwickau nun über das zweitgrößte Presswerk innerhalb der Marke Volkswagen. Im Schnitt wurden in Westsachsen in den vergangenen zehn Jahren rund 20 Millionen Teile pro Jahr produziert. Mit der neuen XL-Presse wird die Ausbringung bis Anfang 2022 auf bis zu 30 Millionen Teile pro Jahr gesteigert, die nach wie vor teilweise auch an andere Konzernstandorte geliefert werden.