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Kicherer / Kasto

Warenlager: Hoch hinaus für schnellere Abläufe

| Autor/ Redakteur: Kirsten Ludwig / Frauke Finus

Beim Stahlhändler Kicherer in Ellwangen wurde es wieder eng. Der Ausbau des Sortiments sowie die steigenden Ansprüche an immer kürzere Lieferfristen machten ein effizienteres Warenlager nötig. Das Unternehmen entschied für ein flexibles Hochleistungs-Langgutlager und Distributionssystem aus dem Hause Kasto.

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Kicherer verfolgt mittels QR-Code den Weg seiner Stahlprofile durch das Lager.
Kicherer verfolgt mittels QR-Code den Weg seiner Stahlprofile durch das Lager.
(Bild: Kasto)

Wir haben ein tolles Programm, brauchen aber viel zu lange, um die Lkw zu beladen“, fasst Eberhard Frick, geschäftsführender Gesellschafter der Friedrich Kicherer GmbH, die Ausgangssituation zusammen. Konkret ging es um eine Anlage, die bedeutend schneller ist als die vorhandenen Stapeljoch-Systeme, sowie um die Erweiterung des bestehenden Stahlcenters. Schon während der ersten Berechnungen wurde den Beteiligten klar, dass nicht nur die Lagerkapazität, sondern auch der Warenfluss optimiert werden musste. Damit war der Neubau eines zweiten Stahlcenters sowie eines Büro- und Multifunktionsgebäudes beschlossen. Um eine optimale Lagerlösung zu erhalten, konsultierte Kicherer Kasto, Anbieter für Langgutlager.

Die Geschichte des Traditionsunternehmens Kicherer begann vor 300 Jahren. Gegründet als Nagelschmiede in der Innenstadt von Ellwangen, übernahm 1884 Friedrich Kicherer das Geschäft, baute es zu einem Eisen- und Haushaltswarengeschäft aus und übergab es seinen Töchtern Auguste und Maria. 1950 stieg Ernst Frick ein und unterstützte in der Geschäftsleitung. 17 Jahre später übernahm er die „Friedrich Kicherer Eisenwarenhandlung“ komplett und entwickelte diese zum Großhandelsunternehmen weiter. 1978 sowie 1989 und 1992 traten Eberhard, Hans-Jörg und Gunter in die Führung des elterlichen Unternehmens ein.

„Einer wird gewinnen“, erinnert sich Eberhard Frick an das Motto der drei Brüder, bezogen auf die damalige Wirtschaftslage: Die neu erschlossene Anbindung an das Autobahnnetz erhöhte den Konkurrenzdruck unter den Stahlhändlern. „Zunächst sah es so aus, als ob der Wettbewerb gewinnen würde“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter. Doch durch die geschickte Erweiterung des Portfolios und die Optimierung der logistischen Prozesse wuchs das Familienunternehmen weiter zu einem führenden Anbieter von Stahl, Eisenwaren, Bauartikeln und Bauelementen. Die jüngste Firmengeschichte ist geprägt von Neubauten, Geländezukäufen, Erweiterungen und Modernisierungen. 2014 wurde die Geschäftsleitung um die Mitgesellschafter Friederike und Daniel Frick erweitert und damit die Weichen zur Sicherung der Unternehmensnachfolge gestellt.

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Heute zählt Kicherer zu den größten mittelständischen Stahlhandlungen in Deutschland und beschäftigt über 350 Mitarbeiter. Moderne Logistik und Lagertechnik ermöglichen einen Umschlag von 210.000 t Stahl pro Jahr. Sechs automatische Lagersysteme von Kasto und 44 Krananlagen optimieren dabei die Prozesse. Das erste hat der Lagerexperte bereits 1995 in Ellwangen installiert. Im Laufe der langjährigen Zusammenarbeit kamen Regalanlagen für Röhren, Stapeljoche für Stahlbauprofile, Winkel und Siederohre sowie ein Blechlager der Serie Uniline 3.0 mit 610 Kassetten hinzu. Getrieben wurden die Investitionen meist durch das Ziel, das Sortiment auszubauen und schneller liefern zu können. „Unsere Erfahrungen mit den Kasto-Systemen sind durchweg positiv“, betont der Geschäftsführer.

Erklärtes Ziel: Deutlich schnellere Abfertigung

Den Zuschlag für das jüngste Projekt, einem Langgutlager mit zentraler Beladestation, erhielt erneut Kasto. Die innovative und flexible Lösung überzeugte Kicherer ebenso wie die Solidität, die Liefertreue und die positiven Erfahrungen, die der Ellwangener Stahlhändler sowohl auf menschlicher als auch auf technischer Ebene in den vergangenen Projekten mit dem Unternehmen aus dem badischen Achern gesammelt hat.

Weitere Anforderungen waren ein stabiler und prozesssicherer Betrieb sowie die nahtlose Anbindung an das vorhandene IT-System, da Kicherer schon seit 1995 auf ein papierloses Warenmanagement setzt. Zudem soll sich die Beladezeit deutlich reduzieren, wie Hans-Jörg Frick erklärt: „Im Moment fährt unser Lkw zum Beladen durch sieben Hallen. Wenn es optimal läuft, braucht er dafür 75 Minuten. Ziel ist, die Zeit dafür auf unter eine Stunde zu reduzieren.“

Die Kasto-Lösung basiert auf einem Unicompact-Lager, das mit einer Höhe von 15 und einer Länge von 115 m Platz für rund 10.000 Kassetten hat. Jede Kassette kann Materialien mit bis zu sechs Metern Länge und Traglasten bis 3,4 t aufnehmen. Das schnelle Ein- und Auslagern ermöglichen die fünf Regalbediengeräte (RBG), die auf drei Regalgassen verteilt sind. Dabei übernimmt das zweite RBG in einer Regalgasse als „Slave“ überwiegend Einlager- und Austauschaufträge zwischen den Kasto-Wabenlager-Anlagen, Säge- und sekundäre Kommissionieraufträge. Die geringen Anfahrmaße des Regalbediengerätes sorgen dafür, dass möglichst viel Raum für Lagerzwecke genutzt wird. Die RBG fahren mit bis zu 180 m pro Minute die Lagerplätze an und stellen somit das Langgut nach dem Prinzip „Ware-zur-Person“ zügig an den Ausgabestationen bereit. Direkt an das System angebunden sind drei Bandsägemaschinen vom Typ Kastowin F. Um die kommissionierten Materialien automatisch an den Verladeplatz zu bringen, installiert Kasto zwei Manipulatoren auf getrennten Fahrschienen. Von diesen aus gelangt das Langgut über eine Fördertechnik zu einer von 25 Verladestationen. Zum Umwickeln mit Stretchfolie steht ebenfalls eine Station mit einer Verpackungsmaschine bereit. Das System ist für eine extrem hohe Verfügbarkeit ausgelegt.

Sämtliche Bestandteile in einheitlicher Software abgebildet

Sämtliche Bestandteile des neuen Logistik-Systems haben die IT-Abteilungen von Kicherer und Kasto gemeinsam in einer einheitlichen Software abgebildet. Dabei handelt es sich auch um eine mobile Variante des Warehouse Management Systems Kastologic. Neben der Einlagerung und Kommissionierung ist auch der Versand angebunden, inklusive einer Versandkontrolle. „Jeder Bund, der kommissioniert wurde, wird nochmal beim Beladen gescannt und automatisch in der Dispositionssoftware als geladen markiert,“ erklärt der IT-Experte Maximilian Utz von Kicherer. So ist jeder einzelne Schritt, den das Material im Lager absolvieren muss, jederzeit einsehbar. Das vereinfacht die Bedienung, vermeidet Fehler und sorgt dafür, dass Kicherer seine hohe Lieferqualität und -schnelligkeit auch bei einem wachsenden Sortiment sicherstellen kann. Eberhard Frick betont: „Ich bin mir sicher, dass auch dieses Lager die hohe Leistung und Qualität haben wird, die wir von Kasto gewohnt sind.“

Kasto auf der Blechexpo: Halle 1, Stand 1206

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